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PETA zeigt Herdecker Angler an – Schnupperangeln für Kinder verstößt gegen das Tierschutzgesetz

 
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Stand September 2017
Herdecke / Stuttgart, 18. September 2017 – Sie zappeln am Haken, ringen nach Luft und kämpfen um ihr Leben – vergeblich: Anfang August fingen Kinder beim „Schnupperangeln“ des Sportfischer-Vereins Hagen, Herdecke und Umgegend e.V. zahlreiche Fische. Medienberichten zufolge waren 25 Kinder zu der Aktion des Ferienfrosches Herdecke und der Ferienmaus Hagen angemeldet. 40 Kinder nahmen schlussendlich teil, wodurch es offensichtlich zu Betreuungsproblemen kam. So hatte unter anderem mindestens ein Kind Probleme damit, „den Fisch vom Haken“ zu bekommen. PETA sieht in dieser Veranstaltung einen Verstoß gegen das Fischereigesetz in NRW – laut diesem dürfen Kinder keine Fische abhaken – sowie gegen § 17 Abs. 2b des Tierschutzgesetzes, da die Fische länger anhaltenden Leiden und Schmerzen ausgesetzt waren. Daher hat die Tierrechtsorganisation nun bei der Hagener Staatsanwaltschaft Anzeige gegen alle erwachsenen Teilnehmer der Angelveranstaltung erstattet. Diese hätten die nicht angemeldeten Kinder nach Hause schicken müssen, statt ihnen eine Angel in die Hand zu drücken.
 
„Könnten Fische ihre Schmerzen durch laute Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei eine Beschäftigung für Kinder“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Kinder sollten Fische als Freunde kennenlernen, nicht als Beute.“
 
PETA spricht sich generell gegen den Fischfang aus. Die Tierrechtsorganisation veranschaulicht das Leid der Tiere mit folgendem Beispiel: „Stellen Sie sich vor, man bohrt einen Metallhaken durch Ihren Mund und drückt Sie unter Wasser, wo Sie nicht mehr atmen können.“ Dabei zeigen Fische eindeutige Reaktionen auf Stress und Schmerz. Biologen beschrieben bei Regenbogenforellen mehr als 20 Schmerzrezeptoren rund um den Mund und den Kopf [2], also genau dort, wo sich der Angelhaken durch das Gewebe der Fische bohrt.  PETA fordert einen besseren Schutz für Fische und setzt sich für die Ausweisung von Wasserschutzreservaten ein. Auch unterstützt die Organisation die Weltkampagne zur Abschaffung von Fischerei [2].
 
[1] Sneddon et al. (2003): http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/270/1520/1115.
[2]  end-of-fihing.org.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Fische
PETA.de/Fische-Schmerz-Neocortex

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de