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 »  » PETAs Holocaust auf dem Teller -Kampagne ist antisemitisch

Kritikpunkt: PETAs „Holocaust auf dem Teller“-Kampagne ist antisemitisch.


Die Kampagne „Holocaust auf Ihrem Teller“ beruht auf dem Zitat „Für Tiere sind alle Menschen Nazis“ des jüdischen Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Isaac Bashevis Singer, der einen Teil seiner Familie im Holocaust verloren hatte..

Wer auf diese Weise für Tierrechte streitet, verletzt wissentlich ein Tabu, heißt es. Dürfen wir tatsächlich vom schwersten Leid jüdischer Menschen zur Hitlerzeit sprechen - und im selben Atemzug das tagtägliche Elend sogenannten Schlachtviehs beklagen? Sind wir alle Nazis, wo es um Tiere geht?

Als die Kampagne „Holocaust auf Ihrem Teller“ herauskam, wussten wir, dass sie gefühlsgeladen und eine intellektuelle Provokation sein würde. Doch auch bei einer weniger provokativen Taktik würden die Menschen nichts davon wissen wollen, dass sie durch ihren Fleischkonsum den Tieren unnötige Qualen und Leiden zufügen. Wir wollten die Menschen mit dieser Kampagne zum Nachdenken auffordern, und es war nie unsere Absicht, einfach nur grundlos zu provozieren.

Vielmehr ging es uns darum, eine Parallele zwischen den verschiedenen Formen systematischer Misshandlung zu ziehen. Indem wir zeigten, dass Menschen im Holocaust „wie Tiere“ behandelt wurden, wollten wir die Holocaust-Opfer auf keinen Fall erniedrigen. Stattdessen wollten wir der Öffentlichkeit die Augen für die Umstände öffnen, bei denen jedes Lebewesen auf ein austauschbares „ Objekt“ ohne eigene Identität reduziert werden kann. Im Zuge des Holocaust wurden 11 Millionen Menschen verhöhnt, verprügelt, vergast und bespuckt, während Abermillionen anderer Menschen aus Angst um ihr eigenes Leben zusahen und nicht eingriffen – einfach, weil es sie nicht direkt betraf. PETA fordert die Menschen dazu auf, eine solch verhängnisvolle Gleichgültigkeit nicht noch einmal geschehen zu lassen. Die Ironie des Schicksals ist, dass in der heutigen Massentierhaltung und auf den Schlachthöfen selbst Tiere nicht „wie Tiere“ behandelt werden, sondern gezwungen sind, ein Leben zu führen, das in krassem Widerspruch zu allem steht, was für sie natürlich und wichtig ist.

Die Vorstellung, dass Tiere nicht wie fühlende Wesen behandelt werden sollten, die es wert sind, zu leben, nur weil sie anders sind als wir Menschen oder nicht für sich sprechen können, beruht auf der gleichen Teilnahmslosigkeit, die für den Holocaust verantwortlich ist. Wir können den Holocaust-Opfern Ehre erweisen, indem wir uns daran erinnern, was sie durchgemacht haben, unseren Teil dazu beitragen, jede Form von Gewalt zu verhindern und darauf achten, aus der Vergangenheit zu lernen.

Positive Reaktionen von Holocaust-Überlebenden und der Justiz

Übrigens bekamen wir gerade für die „Holocaust auf dem Teller“-Kampagne auch Zuspruch von Holocaust-Überlebenden und vielen anderen jüdischen Menschen.

Höchstrichterlich wurde diese Kampagne noch im März 2009 rechtskräftig als "nicht antisemitisch" eingeordnet. Das Verfahren liegt im zivilrechtlichen Verfahrenszug derzeit beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, da in Österreich die Holocaust-Kampagne höchstrichterlich komplett für zulässig und begründet ausgeurteilt wurde. Hier wird grundsätzlich geklärt werden, ob die Kampagne rechtlich zulässig ist.

Im Juli 2010 wurde das Verfahren gegen die „Holocaust auf Ihrem Teller“-Kampagne in Deutschland nach § 153a der Strafprozessordnung eingestellt. PETA wurde nicht verurteilt. In Absprache zwischen Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung hat PETA jedoch zugestimmt, 10.000 Euro an drei Vereine zu spenden, die Gedenkstätten für Holocaust-Opfer ehrenamtlich betreuen.



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