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PETAs Tipps für Hundehalter: So erkennen Tierfreunde eine seriöse Hundeschule

 
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Stand August 2014
Stuttgart, 21. August 2014 – Training mit Spaß für Zwei- und Vierbeiner: Hundeschulen bieten tolle Möglichkeiten für Mensch und Hund. Die Tiere lernen, eine feste Bindung zum Menschen aufzubauen, spielerisch miteinander zu lernen und sich auszupowern. Doch bei der Suche nach einer guten Hundeschule haben Tierfreunde die Qual der Wahl. Die Angebote reichen von alltagsbezogenem Hundetraining über Agility bis hin zum modernen Mantrailing. Dabei variieren die Hintergründe, Ausbildungen und Übungsmethoden der Hundetrainer in den unterschiedlichen Einrichtungen stark. Hundehalter sollten daher bei der Wahl der Schule oder eines Trainers genau hinschauen. Hundeexpertin Judith Pein hat im Namen von PETA Deutschland e.V. einige hilfreiche Tipps zusammengestellt, mit denen Tierhalter eine seriöse Hundeschule leicht erkennen.
 
„Hundeschulen liegen im Trend. Auch in den Medien tauchen immer mehr sogenannte ‚Hundeflüsterer‘ auf, deren Methoden jedoch nicht immer empfehlenswert sind“, so Judith Pein. „Bei der gemeinsamen Arbeit von Hund und Mensch sollte immer der Spaß im Vordergrund stehen. Ein positives und gewaltfreies Hundetraining sowie eine fachmännische Ausbildung des Trainers sind die grundlegenden Voraussetzungen für Freude und Erfolg in der Hundeschule.“
 
So erkennen Hundehalter eine seriöse Hundeschule:
 
  • Arbeitsgenehmigung ist Pflicht: Seit der Änderung des Tierschutzgesetzes am 1. August 2014 müssen Hundetrainer und -schulen eine Erlaubnis des Veterinäramtes besitzen, um ihrer Arbeit nachgehen zu dürfen. Dies gilt auch, wenn die Tätigkeit bereits vor dem 1. August ausgeübt wurde. Um eine Arbeitsgenehmigung zu erhalten, müssen unter anderem ein Sachkundenachweis und das polizeiliche Führungszeugnis vorgelegt werden. Neben einer fundierten Ausbildung sollte der Trainer auch regelmäßige Fortbildungen nachweisen können. Die Mitgliedschaft in Berufsverbänden oder Vereinen ist nicht zwangsläufig eine Qualitätsgarantie.
 
  • Vor der ersten Übungsstunde findet in der Regel ein Beratungsgespräch statt, in dem der Trainer sich über den Hund und eventuell bestehende Probleme informiert. Idealerweise werden auch Einzeltraining und Training außerhalb des „geschützten“ Übungsplatzes angeboten.
 
  • Für eine funktionierende Hund-Mensch-Beziehung müssen beide Partner die Schulbank drücken: Eine professionelle Hundeschule vermittelt den Zweibeinern theoretisches Fachwissen über Kommunikation und Verhalten von Hunden. Im Training lernen Hundehalter dann praktisch, wie sie auf das Verhalten ihres Vierbeiners reagieren und ihn leiten können.
 
  • Da das Zusammenspiel von Hund und Halter beim Training zentrale Bedeutung hat, sind „Erziehungscamps“ für den Hund, bei denen der Vierbeiner etwa für zwei Wochen in die Verantwortung des Trainers abgegeben wird, inakzeptabel. Ganz abgesehen von den zweifelhaften Erfolgsaussichten leidet der Hund unter der Abwesenheit seiner Familie und diese hat keinerlei Kontrolle darüber, mit welchen Methoden die Hundeschule arbeitet.
 
  • Die Kommandos finden stets in einem ruhigen Ton statt – die Hunde werden niemals angeschrien, an der Leine gezerrt oder unterdrückt, um das Trainingsziel zu erreichen. Der Trainer geht auf den Hund und seine Bedürfnisse ein und erklärt den Hintergrund der Übungen.
 
  • Gute Hundetrainer arbeiten niemals mit Bestrafung, sondern bauen auf positive Bestärkung. Sie wissen, wie auf die Signale des Tieres zu reagieren ist. Absolut unseriös sind tierquälerische (und teils illegale) „Hilfsmittel“ wie Elektrohalsbänder, Würge- oder Stachelhalsbänder. Ein guter Hundetrainer duldet auch nicht den Einsatz solcher Methoden von anderen Besuchern des Übungsplatzes. Anstelle eines herkömmlichen Halsbandes sollte er Hundehaltern zum Brustgeschirr raten – es schont die Gesundheit des Hundes und bietet im Alltag mehr Sicherheit.
 
  • Die Freude im Umgang mit dem Hund steht stets im Vordergrund, nicht sturer Gehorsam oder Siege beim nächsten Turnier. Auch der Hund sollte das Training lieben. Wird er von Termin zu Termin unsicherer, klemmt er die Rute ein oder hechelt stark, läuft etwas falsch!
 
  • Zwischen den Trainingseinheiten finden Spielzeiten statt, denn auch Hunde brauchen mal eine Pause vom „Pauken“. In den Spielphasen haben die Trainer immer ein Auge auf das Verhalten der Hunde, um gegebenenfalls eingreifen zu können. Bei Welpen wird auf eine dem Alter und der Größe entsprechende Spielgruppe geachtet.
 
  • Und schließlich: Der Hundehalter allein entscheidet über den Umgang mit seinem vierbeinigen Freund – kommt ihm eine Anweisung des Trainers merkwürdig vor oder könnte dem Hund dadurch geschadet werden, sollte sie nicht befolgt werden. Gegebenenfalls muss der Hundehalter die Schule wechseln und/oder sich Informationen bei anderen Hundetrainern oder im Internet einholen.
 
Viele Tierschutzvereine, Tierheime und -ärzte informieren über Angebote von lokalen Hundeschulen. Nachfragen lohnt sich.
 

Weitere Informationen und PETA-Recherchen zum Thema Hundeausbildung:
Teletakter.PETA.de
PETA.de/Hundeführerschein

 
Kontakt:
Judith Stich, +49 (0) 30 - 68 32 666 04, JudithS@peta.de