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 »  »  »  » PETAs Unwort des Jahres 2008 - Ergebnis

PETAs Unwort des Jahres ist mit einem Drittel aller abgegebener Stimmen „Pelzernte“. Darauf folgen „Schlachtfest“ und „ökologisch korrekter Pelz“.

Stand Januar 2009
Neben dem frisch gekürten Unwort des Jahres der Gesellschaft für deutsche Sprache, haben wir das tierfeindlichste Wort des vergangenen Jahres ermittelt. Schließlich kämpfen wir nicht nur für die Tiere, die in der Ernährungs- Bekleidungs- und Unterhaltungsindustrie sowie für Tierversuche ausgebeutet und missbraucht werden, sondern setzen uns auch dafür ein, dass die Sprache tierfreundlicher wird, indem wir bestimmte Wörter tadeln und vor Augen führen, was diese eigentlich bedeuten.

In der Abstimmung auf unserer Homepage gingen zahllose Stimmen für die Wörter ein, die Tiere in besonderer Weise degradieren oder zu falschen Schlussfolgerungen führen.

Alle Unwörter und welche grausame Realität hinter ihnen steckt, zeigt unsere Auflistung:


Pelzernte – Das Wort lässt darauf schließen, dass Felle auf Bäumen wachsen und man den fertigen Pelz dann einfach nur noch pflücken/ernten brauch. Die Realität der „Pelzernte“ ist grausam: Zu Beginn des Winters werden Millionen von Tieren vergast, erdrosselt, per Genickbruch oder analem Stromschlag getötet und nicht selten bei lebendigem Leib gehäutet.
  • Ökologisch korrekter Pelz – Hiermit sind Felle von so genannten „Schädlingstieren“ wie z.B. Füchsen gemeint. Der Begriff ist allerdings absolut irreführend! Die Natur regelt sich von selbst, Beutegreifer wie z.B. Füchse brauchen nicht von der Jägerschaft reguliert werden!
  • Turbomast – Bei der Turbomast werden Tiere in kürzester Zeit auf ein max. Gewicht gezüchtet, z.B. bei der Hühnermast in 5 Wochen auf 1 ½ Kg bis 2 Kg und bei Truthähnen in 16 Wochen auf sogar 14 Kg. Die schnelle Gewichtszunahme führt bei den Tieren oft zu Verkrüppelungen, Herzversagen, Leberverfettung, Atemwegserkrankungen und Gelenkerkrankungen. Als Alternative zu dem Begriff Turbomast wäre der Begriff Qualzucht treffender.
  • Sexen/Musen – bezeichnen das Ende des Selektionsprozess der männlichen Hühnerbabies, die auf Grund der fehlenden Fähigkeit des Eierlegens aussortiert und kurz nach ihrer Geburt zu Tode geschreddert werden. Dieses Sexen und das anschließende Musen gehören zu den dekadentesten und verachtungswürdigsten Abläufen der Funktionalisierung von Tieren in der Tierindustrie.
  • Veredelungsverluste – Um Fleisch zu erzeugen, muss ein Vielfaches an pflanzlicher Energie verfüttert werden. Bei 1 Kg Rindfleisch bis zu 16 Kg Getreide. Im Durchschnitt geht man von einer Umrechnung von 1 zu 10 aus. D.h. 90% der pflanzlichen Energie werden verschwendet und das bei einer ständig ansteigenden Zahl von Hungernden. Die UN-Welternährungsorganisation FAO veröffentlichte kürzlich die unglaubliche Zahl von fast 1 Milliarde Hungernder weltweit. Es bleibt die Frage ob das Wort Veredelungsverluste nicht aus demselben Sprachgebrauch wie Kolateralschäden stammt.
  • Meeresfrüchte – Meeresfrüchte gibt es nicht! Algen sind die einzigen nicht tierischen Meereslebewesen. Das Wort Meeresfrüchte lässt glauben, dass es sich bei Meerestieren um schwimmendes Gemüse und nicht um fühlende Lebewesen handelt.
  • Schlachtfest – Bei diesem Wort stellt sich jeder mitfühlende Mensch die Frage, wie man nur den gewaltvollen Tod eines mitfühlenden Lebewesens feiern kann. Dies gleicht eher eines makaberen Leichenschmauses denn eines kulinarischen Erlebnisses. Vor allem da in der heutigen Zeit keinerlei Bedarf besteht, überhaupt Tiere oder tierische Produkte zu essen.
  • QS-Siegel – Statt Qualität und Sicherheit werden mit dem QS-Siegel, das von der Fleisch-Industrie selbst verliehen wird, Verbraucher in trügerischer Sicherheit gewogen und Tierquälerei sowie oftmals auch mögliche Gesundheitsrisiken verschleiert.
  • Versuchskaninchen – Dieses Wort impliziert ohne zu hinterfragen, dass Kaninchen schlicht und einfach für Versuche zur Verfügung stehen. Mit dieser Bezeichnung nimmt man diesen sehr sozialen und schmerzempfindlichen Tieren jegliches Recht auf ein friedliches Leben.
  • Streichel- Zoo – Dieser Ausdruck vermittelt in verwerflicher Art und Weise besonders Kindern, dass Tiere im Streichel-Zoo wohl nur zum Streicheln geboren worden und dafür auch immer zur Verfügung stehen müssen. Tiere zum Streicheln zu zwingen, hat nichts mit der Vermittlung von Respekt und Mitgefühl zu tun. Tiere werden nicht zur Unterhaltung und zur Befriedigung menschlicher Interessen geboren.