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Pferd beim Rosenmontagszug zusammengebrochen – PETA übt scharfe Kritik am Veranstalter und erneuert Verbotsforderung

 
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Stand Februar 2017

Köln / Stuttgart, 27. Februar 2017 – Kein Tierschutz beim Kölner Karneval: Beim heutigen Kölner Rosenmontagszug ist am späten Nachmittag ein Pferd kollabiert. Medienberichten zufolge wurde der Zug für 20 Minuten unterbrochen und ein Kran angefordert, da das Tier zunächst nicht selbständig aufstehen konnte. Bis zum Eintreffen des Krans stand das Pferd wieder und wurde in eine Tierklinik gebracht. Die Tierrechtsorganisation PETA übt nun scharfe Kritik an den Veranstaltern des Rosenmontagszugs, den Verantwortlichen vom ´Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V.´, für die erneute Zulassung von Pferden bei dem Umzug in der Domstadt. In den vergangenen Monaten warnten PETA sowie eine Kölner Bürgerinitiative immer wieder vor den Gefahren und der Tierschutzproblematik eines Pferdeeinsatzes bei Karnevalsumzügen. Im Januar setzte sich die Tierrechtsorganisation vergeblich bei den Fraktionen im Kölner Stadtrat für ein Verbot von Pferden beim Rosenmontagszug ein. Laute Musik, fliegende Süßigkeiten und die ausgelassenen Menschenmassen setzen die sensiblen Tiere ständigem, hohen Stress aus. Pferde sind Fluchttiere und sehr schreckhaft. Fast jedes Jahr werden Menschen und Tiere bei Karnevalsumzügen zum Teil schwer verletzt. Selbst bei trainierten Pferden kann bereits eine geringe Störung den Fluchtinstinkt auslösen. Die Tierrechtsorganisation fordert Behörden und Politiker auf, die Pferdenutzung bei künftigen Karnevalsumzügen generell zu untersagen.
 

„Der Vorfall zeigt auf tragische Weise, dass Pferde beim Karneval nichts zu suchen haben. Obwohl die Stadt Köln scharfe Tierschutzkontrollen für den Umzug angekündigt hat, konnte das Tierleid nicht verhindert werden“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Wir fordern das Veterinäramt zudem auf, das kollabierte Pferd auf eine mögliche Sedierung hin zu untersuchen – eine solche wäre ohnehin verboten.“
 

In zahlreichen Städten ist der Einsatz von Pferden bei Karnevalsumzügen aufgrund einschlägiger Erfahrungen mittlerweile verboten oder stark eingeschränkt. Neben dem Einsatz der Pferde während der Karnevalsumzüge kritisiert die PETA auch die tierquälerischen Trainingsmethoden, mit denen die von Natur aus schreckhaften Tiere im Vorfeld „desensibilisiert“ werden – in der Pferdeszene als „Auslappen“ bezeichnet. Dazu gehören neben lauter Musik und Knallgeräuschen auch das wiederholte Hervorrufen von Schreck- und Angstzuständen sowie der schmerzhafte Einsatz spezieller Gebisse.
 
Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen neben ausreichend Auslauf – vorzugsweise in einer Aktiv- oder Offenstallhaltung – auch gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd kann in guter Haltung 35 Lebensjahre und mehr erreichen.