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Pferde in Kalkar und in Neukirchen-Vluyn verletzt – PETA setzt jeweils 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

 
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Tierrechtsorganisation fordert bundesweites Register für Pferderipper-Fälle

Stand Juli 2017
Neukirchen / Kalkar / Stuttgart, 6. Juli 2017 – Fahndung nach Tierquäler: Einer Polizeimeldung zufolge fügte ein unbekannter Täter einem Hengst in einem Stall an der Emmericher Straße in Kalkar am Mittwoch zwischen 00.15 Uhr und 09.00 Uhr massive Stich- und Schnittverletzung im Bereich des Hüftgelenks und des Schweifansatzes zu. Die Kripo Kleve ermittelt und bittet unter der Telefonnummer 02821 5040 um Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen. Bereits in der Nacht zu Dienstag verletzte ein Tierquäler eine Ponystute im Klietbruchweg in Neukirchen-Vluyn, indem er dem Tier vermutlich einen Gegenstand in die Vagina einführte. In diesem Fall nimmt die Polizei in Neukirchen-Vluyn unter der Telefonnummer 02845 30920 Zeugenhinweise entgegen. Um die Suche nach den Tierquälern zu unterstützen, setzt die Tierrechtsorganisation PETA jetzt in jedem Fall eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro, für Hinweise, die die Täter überführen, aus. Zeugen können sich ebenso telefonisch unter 01520 7373341 oder per E-Mail bei PETA melden – auch anonym. Ähnliche Fälle gab es in der Region bereits in den Vorjahren. So verletzte beispielsweise ein Unbekannter im August 2015 eine Stute in Gelsenkirchen-Beckhausen. Im Mai 2015 wurden mehrere Pferde in Rees-Haldern verletzt. Im Juni 2016 traktierten Unbekannte einen Wallach auf einer Koppel in Gladbeck mit einer Metallstange. Im Juni 2017 fügte ein Tierquäler einer Stute in Rüthen-Meiste Schnittverletzungen zu und in Davensberg musste ein Wallach nach einer nächtlichen Stichattacke erlöst werden.
 
„Momentan gibt es eine auffällige Häufung von Gewalttaten gegenüber Pferden“, so Judith Pein im Namen von PETA. „Wir fordern daher ein bundesweites, behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler erfasst werden. So könnten regionale Häufungen und mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver überregional zusammenarbeiten. Pferdehalter würden über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt, um Pferde besser vor Angriffen schützen zu können. Die Überführung sadistischer Täter ist umso wichtiger, da sich Tierquäler unter Umständen später auch an Menschen vergehen.“
 
PETA registriert seit 2013 bundesweit Taten von Pferderippern und stellt diese Informationen gerne den ermittelnden Behörden zur Verfügung.
 
PETA rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.
 
Die Tierrechtsorganisation warnt, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere. Bereits in den 1990er Jahren erschütterte eine Serie von „Pferderipper“-Taten die Republik: Damals wurden über 100 Pferde, vorzugsweise in Niedersachsen, gepeinigt.

Kaltblütigen Handlungen gegenüber Tieren liegen oft schwerwiegende psychologische Störungen der Täter zugrunde. Sie können erstes Zeichen für eine gewalttätige Pathologie sein, die menschliche Opfer miteinschließt. PETA liegen zahlreiche Studien vor, die den Zusammenhang zwischen Delikten an Menschen und Tieren aufzeigen. Diese Studien haben mittlerweile Soziologen, Gesetzesgeber und Gerichte davon überzeugt, dass Gewalttaten an Tieren unsere Aufmerksamkeit verlangen. In der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ klärt PETA über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten an Menschen auf. Sie dient als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter.

Weitere Informationen:
PETA.de/Tierquälerei
PETA.de/ZeugeVonGrausamkeit
PETA.de/Staatsanwalt
VEGANBLOG.de/2015/01/Pferderipper-Norddeutschland-gefasst/

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de