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Pferde seit sechs Jahren in einem Brackenheimer Stall eingesperrt

 
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PETA fordert Beschlagnahmung der Tiere und kritisiert untätiges Veterinäramt Heilbronn

Stand April 2012
Brackenheim / Gerlingen, 13. April 2012 – Nachdem ein anonymer Informant PETA Deutschland e.V. auf eine tierquälerische Pferdehaltung in einem Brackenheimer Stall aufmerksam gemacht hatte, inspizierte ein PETA-Rechercheteam den Hof. Die Ermittler sind dabei auf zwei völlig verhaltensgestörte Pferde gestoßen, die Augenzeugen zufolge seit mehreren Jahren keinen Auslauf gehabt haben sollen. Ein drittes Pferd soll kürzlich verstorben sein, was der katastrophalen Unterbringung geschuldet war. Das bei der Recherche aufgenommene Videomaterial wurde einer Tierärztin vorgelegt, die „dringenden Handlungsbedarf“ attestierte. Trotz dieser eindeutigen Missstände und eines Angebots von Tierfreunden, die Pferde unentgeltlich behandeln zu lassen, sahen lange weder die Halterin noch das zuständige Veterinäramt Heilbronn Handlungsbedarf – inzwischen ordnete das Amt einen Verkauf der Pferde innerhalb der nächsten vier Wochen an. PETA, die sich einer laufenden Strafanzeige gegen die Pferdehalterin anschloss, fordert die sofortige Beschlagnahmung der Pferde sowie ein Tierhaltungsverbot für die Halterin.

„Pferde über mehrere Jahre eingesperrt zu halten, ist eine unfassbare Tierquälerei“, so Christine Esch, Tierärztin bei PETA. „Sie sind Lauftiere, tägliche Bewegung an der frischen Luft ist für ihre körperliche und seelische Gesundheit unerlässlich.“

Wie ein von PETA-Ermittlern aufgenommenes Video zeigt, müssen die beiden Pferde im Dunkeln ausharren, sie schlagen verzweifelt gegen die Boxen und drehen ihren Kopf immer wieder im Kreis, was eine eindeutige Verhaltensstörung bestätigt. Ferner bekommt man einen Eindruck vom Auslauf, der verwachsen ist und damit belegt, dass die Pferde nicht nach draußen dürfen. Laut dem Informanten soll ein drittes Pferd im Brackenheimer Stall vor Kurzem an der sogenannten Dämpfigkeit verstorben sein. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Atemwege, die durch Haltungsmängel wie schlechte Luft und hohen Ammoniakgehalt im Stall begünstigt werden kann. Die Pferde sollen seit nunmehr sechs Jahren in dem Stall eingesperrt sein – obwohl das zuständige Veterinäramt Heilbronn längst über die Missstände im Bilde ist.

Mehrere Tierfreunde haben sich gar bereit erklärt, die beiden Pferde in ihre Obhut zu nehmen. So wurde eine Tierärztin gefunden, die den Transport kostenlos begleiten würde und – aufgrund der starken Verhaltensstörungen der Tiere – die notwendige Sedierung ebenfalls auf eigene Kosten übernehmen würde. Weiterhin steht auch ein geeigneter Pflegeplatz für die Pferde bereit, an dem sich die malträtierten Tiere erholen und ihren wohlverdienten Lebensabend verbringen könnten. Bereits im Oktober stellten Privatpersonen Strafanzeige gegen die Pferdehalterin wegen Tierquälerei – dieser Anzeige hat sich nun auch PETA angeschlossen.

Trotz eindeutiger Missstände sah sich das Veterinäramt Heilbronn, das auch in anderen Fällen – darunter eine tierquälerische Pferdehaltung in Ilsfeld – lange Zeit untätig blieb, nicht in der Pflicht, entsprechende Auflagen zu erteilen. Man möchte sich noch Zeit lassen, die Tiere zu befreien, denn es sei ein komplexer Fall und man wolle nichts übers Knie brechen, heißt es seitens der Behörde. PETA fordert die sofortige Beschlagnahmung der Tiere sowie ein Tierhaltungsverbot für die Halterin.

PETA weist darauf hin, dass Pferde Lauftiere sind und auf natürliches Sonnenlicht, frische Luft sowie Sozialkontakte angewiesen sind. Das Fehlen dieser essenziellen Haltungsvoraussetzungen bedeutet Tierquälerei. Die Haltung der beiden Pferde in Brackenheim verstößt massiv gegen das Tierschutzgesetz und dieLeitlinien des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten.

 

Eingesperrtes Pferd, verwachsener Auslauf / © PETA
Die Bilder sind auf Anfrage auch in druckfähiger Qualität erhältlich.


Weitere Informationen:
www.peta.de/brackenheim
www.peta.de/hartenholm
www.peta.de/emslandpferde
Wenn Sie Zeuge von Grausamkeit werden…

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de