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Pferdekutschen in Berlin

Das Geschäft auf dem Rücken der Tiere

Stand März 2016
In Berlin gibt es etwa 10-15 Anbieter von Pferdekutschen, die mehr als 100 Tiere für sich arbeiten lassen. Besorgte Berlinerinnen & Berliner haben beobachtet, dass die Pferde auf der Tempelhof Rennbahn starker Hitze ausgesetzt sind, da es dort keinerlei Schattenplatz für die Pferde und keine Versorgung mit Heu gibt. Das Wasser wird in Eimern aus einem Brunnen geholt. Auch am Brandenburger Tor stehen die Tiere oft stundenlang bewegungslos - ob bei eisigen Temperaturen oder im Hochsommer.

Verbot von Pferdekutschen in Berlin

Bitte setzen Sie sich für die Tiere ein und fordern Sie den Regierenden Bürgermeister Berlins, Michael Müller, dazu auf, Pferdekutschen zu verbieten.

Unterschriften-Aktion:

Verbieten Sie Pferdekutschen in Berlin

Herr Regierender Bürgermeister,

ich möchte hiermit auf das große Leid der Pferde hinweisen, die auf Berlins Straßen Pferdekutschen ziehen müssen. Pferde sind empfindsame Tiere, bei denen leicht eine Fluchtreaktion ausgelöst werden kann, und Berlin ist eine Großstadt voller Autos, Busse, Motorräder und Fußgänger. Die dort eingesetzten Pferde müssen unentwegt fürchten, Zusammenstöße mit anderen Verkehrsteilnehmern zu erleiden – und leider können sie diese Zusammenstöße nicht immer vermeiden. Bei Unfällen, an denen Pferdekutschen beteiligt waren, wurden in der Vergangenheit sowohl Menschen als auch Pferde schwer verletzt und sogar getötet. Im Dezember 2015 wurde bei einem Pferdekutschenunfall am Pariser Platz ein Kind verletzt.
 
Immer mehr Städte weltweit haben bereits ein Verbot von Touristenkutschen erlassen, darunter Peking, Delhi, London, Paris und Toronto.
 
In Ihrem Amt als Regierender Bürgermeister von Berlin haben Sie die Möglichkeit, eine tierfreundliche Entscheidung herbeizuführen und das Leid der Pferde zu beenden. Ich möchte Sie daher bitten, umgehend ein Pferdekutschenverbot zu erlassen.

 

Mit freundlichen Grüßen

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Im Juli 2014 brach ein Pferd vor einer Kutsche am Brandenburger Tor erschöpft zusammen. Das Tier konnte minutenlang nicht aufstehen, obwohl die Kutscher an ihm herumzerrten. Die Berliner Behörden berichten zudem immer wieder über zahlreiche Missstände und Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Schon im April 2008 brach hier die 17jährige Stute „Bess“ vor dem Hotel Adlon zusammen. Der Betreiber versprach daraufhin, nicht mehr mit "Bess" in der Stadt zu arbeiten, dennoch muss sie weiterhin Kutschen ziehen und ist vielleicht auch jetzt gerade wieder in Berlin unterwegs
 
Verletzungen sieht man eher selten, denn seit „Bess“ im April 2008 vor dem Hotel Adlon zusammenbrach, achten die Betreiber darauf, dass alles ordentlich aussieht, und die Pferde „gut“ aussehen. Aber auch gestriegelte Pferde müssen mit Scheuklappen, also fast blind, durch die Straßen laufen. In der Innenstadt sind sie aggressivem Verkehr ausgesetzt, werden ständig angehupt, geraten leicht in Panik. Das wiederum erhöht die Unfallgefahr für Pferd und Mensch. Im Dezember 2015 wurde am Pariser Platz ein Kind durch eine Pferdekutsche verletzt. Auch 2014 kam es zu mehreren Unfällen mit Pferdekutschen in Berlin.
 
Pferdekutschen sind lebensgefährlich, weil Pferde schreckhafte Fluchttiere sind: Deutschlandweit kommt es jedes Jahr zu Dutzenden Unfällen mit Pferdekutschen mit über 100 und Verletzten und auch Toten.
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Das ständige Einatmen der Abgase und das Laufen auf dem harten Zement macht die Tiere krank. Eine Berlinerin schrieb PETA Deutschland e.V.: „Es schnürt mir jedesmal das Herz zusammen, wenn ich diese armen Kreaturen noch bei rot über die Ampel traben sehe oder wenn sie von Autofahrern angehupt werden."
Die Pferde werden durch die Strapazen oft früh krank und werden von den vielen Kutschenbetrieben dann zum Metzger gebracht.

Pferde sind wundervolle Tiere, die bis zu 60 km/h schnell laufen können. In der Natur leben sie in der Herde. Immer hält ein Pferd Nachtwache. Sie passen aufeinander auf und immer bleibt ein Pferd in der Nähe eines geschwächten Tieres um dieses zu beschützen.
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Pferden, die Kutschen ziehen, wird jede natürliche Lebensweise abgesprochen. Unter schlimmsten Wetterbedingungen ziehen sie ein schweres Gewicht, laufen auf hartem Betonboden, haben Scheuklappen auf und inhalieren Abgase und Rauch. Eventuelle Wunden können unter diesen Umständen nur schwer heilen, so daß einige der Pferde bei genauem Hinsehen deutliche Blessuren aufweisen.

Für eine romantische Tour durch Berlin, können Sie sich mit den Velotaxis durch die Hauptstadt kutschieren lassen oder selbst aufs Rad steigen.

Ariane Sommer unterstützt die Forderung nach einem Verbot der Pferdekutschen

PETA Deutschland e.V. hat prominente Unterstützung für die Abschaffung von Pferdekutschen: Ariane Sommer setzt sich mit einem offenen Brief an den regierenden Bürgermeister von Berlin für ein sofortige Verbot der Tierquälerei ein.

In dem Brief schreibt Ariane: "Ich liebe Pferde und hasse die Vorstellung, sie nur als Lasttier zu betrachten. Ich glaube, dass Touristen diesen Fahrten fernbleiben, wenn sie von den Grausamkeiten erfahren würden, welche diesen armen Tieren angetan werden."

Da schon einige Städte weltweit Pferdekutsche verboten haben, bitte Ariane Herrn Wowereit diesem guten Beispiel zu folgen: "Es wäre schön, wenn auch Berlin, die Hauptstadt eines tierfreundlichen Landes und das Aushängeschild des modernen Deutschland, in dem Tierschutz im Grundgesetz verankert ist, Pferdekutschen ebenfalls verbieten würde."

Warum erlauben die Bürgermeister anderer europäischer Hauptstädte keine Pferdekutschen?

Eleni Mavrou, Bürgermeister von Nicosia, der Hauptstadt von Zypern schrieb PETA:

"The main reasons why Nicosia Municipality doesn’t have horse-drawn carriages, apart from animal welfare, are the high temperatures during Summer time, the very narrow roads of the city, and the fact that there is a lot of traffic in our streets, including the risk of accidents."

Das sagen Experten

Der Pferdeexperte Ingolf Bender, beratender Biologe, langjähriger Haltungspraktiker und KOSMOS-Pferdesachbuch-Autor (z. B. "Praxishandbuch Pferdegesundheit"), vertritt die Meinung, dass der Betrieb gewerblicher Pferdekutschen in Großstädten grundsätzlich im Verdacht steht, tierschutzwidrig zu sein.

Er nimmt wie folgt Stellung:

Es sind z. B. Pferdegespanne als "Touristen-Sightseeing-Vehikel" in der Großstadt Berlin latent durch viele unnatürliche Umgebungsreize sowie duch die typische Gebrauchspraktik gesundheitlich gefährdet. Durch die örtlichen Verhältnisse bedingt, sind (theoretisch denkbare) wirksame artgerechte Gegenmaßnahmen zum Schutz der Pferde einschl. einer behördlichen Überwachung solcher Maßnahmen m. E. durch finanzielle, personelle und örtlich-räumliche Blockaden lediglich realitätsferne Denkansätze. Ich befürworte deshalb aus Tierschutzgründen ein Verbot solcher Betriebe in Berlin.

Denn: Hinter der vermeintlichen (historisch gesehen aber unhaltbaren) "Romantik" oder "Tradition" verbirgt sich m. E. ein heutzutage nicht vertretbares Geschäft mit den sensiblen Vierbeinern. Schon die heutigen Verkehrs- und Atemluftverhältnisse einer Großstadt wie Berlin unterscheiden sich gravierend von historischen Verhältnissen. Wobei, das sei ergänzt, in geschichtlicher Zeit Pferdegespanne im eigentlichen Sinne des Wortes "notwendig" waren, um die Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Das ist heute im Zeitalter motorgetriebener Kraftfahrzeuge nicht mehr der Fall.

Man kennt inzwischen die teils verheerenden Tierschutzverstöße, die innerhalb moderner Großstädte beim Pferdekutschenbetrieb zwangsläufig bei dauerhaft verwendeten Pferden vorprogrammiert sind (u. a. Unfälle, Ohnmachten, Gelenkschäden, Magengeschwüre, Hufrehe).

Bereithaltung und Einsatz von Pferdekutschen in Berlin verbieten sich aus Vernunftgründen angesichts der für Pferde extrem unnatürlichen Verhältnisse dort, weil hiermit in der Regel für die Vierbeiner die zitierten vermeidbaren Leiden verbunden sein können.

Man muss dazu wissen: Pferde sind hochorganisierte Säugetiere, zudem sehr empfindliche "Lungentiere", die körperlich und psychisch durch Nutzung in einer verkehrsreichen Großstadt permanent gestresst werden - alleine schon durch die städtischen Umwelt- und Verkehrsverhältnisse (u. a. extreme Geräusche, Luftverpestung), aber auch durch die typischen, häufig nicht am Lebewesen Pferd orientierten, weil primär umsatzorientierten Gebrauchspraktiken vieler gewerbsmäßig tätigen Kutscher.

Pferde sollen aber nach dem Sinn des Tierschutzgesetzes respektvoll und insgesamt artgerecht behandelt und nicht gezwungen werden, z. B. lange Zeit ungeschützt in praller Sonne zu stehen, mit Scheuklappen versehen, fast blind, schwere Kutschen durch die Stadt zu ziehen, unvertretbar lange Zeit auf hartem Zement/Asphalt zu laufen und gesundheitsschädliche Abgase einzuatmen. Pferde sind soziale Gruppentiere, die tagsüber wenigstens stundenweise freien Auslauf unter Naturbedingungen ohne Geschirr und sonstiges Lederzeug sowie immer frische, saubere Luft brauchen, sich auch turnusmäßig entspannt ausruhen müssen, und die sich manchmal - abhängig vom Alter und der Leistung - auch hinlegen möchten. Zudem sind sie (anders als der Mensch oder der Hund) vegetarische Dauerfresser, die zwischendurch (auch bei der Arbeit) immer wieder Raufutter wie Heu benötigen (damit sich keine Magengeschwüre bilden) sowie ausreichend trinken müssen - mit anschließenden Verdauungspausen. Die ständige Gespann-Nutzung im modernen Großstadtbetrieb lässt eine solche artgerechte Versorgung schon mangels sog. Pferdetränk-, Umspann- und Versorgungsstationen (wie sie in der historischen Vor-Kraftfahrzeug-Zeit in Städten für Fuhrwerksgespanne vorhanden waren) nicht zu. Somit ist die heutige Goßstadt-Nutzung auch aus diesen räumlich-organisatorischen Gründen gegen die Pferdenatur gerichtet.

Pferde unter den in der Großstadt Berlin vorherrschenden speziellen Bedingungen dauernd vor Kutschen einzuspannen, zieht für das einzelne Individuum u. U. akute und chronisch fortschreitende, vermeidbare Leiden nach sich (u. a. Schwächung der Immunabwehr durch Duerstress und damit vermehrte Anfälligkeit für Infekte, Atemwegsprobleme, Gelenkerkrankungen, u. U. Hufreheerkrankung durch längeres Stehen durch mögliche Störung der Blutzirkulation im Huf) - und dies verstößt m. E. gegen geltendes Recht.

Zudem sind Pferdekutschen - mit zumeist apathisch-abgestumpft aussehenden/dreinblickenden Vierbeinern - ein trauriger Anblick für nachdenkliche Touristen und selbstverständlich auch für kritische Einheimische. Pferdekutschen in Großstädten sind demnach durchweg auch keine Werbung, sondern können auf Dauer das Image der Stadt möglicherweise empfindlich schädigen.

Zum Wohle der Pferde und aus Gründen der Förderung der Tierschutzkultur in Berlin plädiere ich für ein Verbot des gewerbsmäßigen Kutschbetriebs in der Großstadt Berlin.