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Tierretter im Einsatz: Verheerende Zustände in großer Pferdehaltung

 
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In der Region Meppen fanden PETA-Ermittler verwahrloste Pferde

Stand Oktober 2013
Im der Region Meppen lebt eine Pferdehalterin mit etwa 30 Pferden plus Fohlen. Einige der Tiere sind, behördlich bestätigt, tierquälerisch gehalten worden.

 

 


Das PETA-Rechercheteam fand im Frühjahr 2012 auf dem Hof der Pferdehalterin erschreckende und tierschutzwidrige Zustände vor. Nachbarn hatten den Anblick der teils extrem vernachlässigten Tiere nicht mehr ertragen und sich an die Tierrechtsorganisation gewandt.

Verheerende Zustände im Stall
Die Hygiene-Zustände im Pferdestall waren katastrophal. Die Tränken der Pferde waren teilweise völlig voller Kot. Ganz bewusst verzichtete die Halterin auf jegliche Einstreu wie Stroh oder Späne. Als Einlage dienten lediglich Gummimatten, die komplett verdreckt waren – die Pferde lebten in ihren eigenen Exkrementen. Ein zwingend vorgeschriebener trockener Liegebereich fehlte.
Einige der Pferde wurden offensichtlich nur selten herausgelassen – sie mussten wohl dauerhaft ein fürchterliches Dasein in diesen tierschutzwidrigen Zuständen führen.

Verdreckte und unterernährte Pferde
Das Fell der Pferde zeigte sich verschmutzt und sogar verklumpt. Auch die Jungpferde, die kaum älter als ein Jahr waren, sahen aus, als wären sie in ihrem Leben noch nie geputzt worden.
Der Ernährungszustand der Pferde war erschreckend – teilweise fand das Rechercheteam stark abgemagerte Tiere vor. Trotz ihres schlechten Zustands hatten die Tiere kein Kraftfutter, sondern lediglich ein wenig Heu zur Verfügung.
Einige Pferde hatten ganz offensichtlich gesundheitliche Probleme: Ein Pferd, das in der Hüfte sehr eingefallen war, konnte mit seinem Hinterbein kaum auftreten. Ein anderes Tier schien kaum aufstehen zu können.

Kaum Nahrung, kaum Auslauf
Im Außenbereich der Anlage wurde ebenso deutlich: Die Halterin scheint ihre Tiere weder ausreichend ernähren noch die Pflege der Anlage gewährleisten zu können. Auf einem verdreckten, für die Pferde viel zu kleinen Auslauf entdeckte das PETA-Team etwa ein Dutzend Pferde, die in reiner Offenhaltung lebten. Die Grasmenge dieses Auslaufs, der einmal eine Weide gewesen sein mag, reichte als Nahrungsgrundlage für die Pferde nicht annähernd aus. Zudem entsprach der völlig verkotete Unterstand nicht den Hygiene- Ansprüchen an eine tiergerechte Pferdehaltung.

Wenig Hilfe vom Veterinäramt
Nach den erschreckenden Eindrücken zog das PETA-Team sofort Polizei und Veterinäramt hinzu, um gegen diese offensichtlichen Missstände vorzugehen. Nur wenige Tage später waren beide Behörden vor Ort. Doch der Vertreter des Veterinäramtes schien von der Anwesenheit der PETA-Aktivisten nicht erfreut. Die Entscheidung des Amtes entspricht dieser ersten Reaktion: Die Behörde erließ einige wenige Auflagen, um wenigstens die schwersten Missstände in den Griff zu bekommen. Immerhin bestätigt der Landkreis Emsland in wesentlichen Punkten die ungenügende und in Teilen tierquälerische Haltung einiger Pferde gegenüber der ermittelnden Polizeibehörde in Meppen. Dennoch hat PETA zwischenzeitlich auch das Veterinäramt wegen des Vorwurfs der Verletzung seiner Garantenpflicht angezeigt.

Staatsanwaltschaft Osnabrück bestätigt Tierquälerei
In einem aktuellen Bescheid an PETA Deutschland e.V. führt die Staatsanwaltschaft Osnabrück, die auf PETA-Beschwerde hin von der Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg erst angewiesen werden musste, ordnungsgemäß zu ermitteln, folgendes aus: „Die Nachermittlungen haben ergeben, dass hinsichtlich der vier Pferde, bei welchen bei einer Kontrolle durch den Landkreis Emsland am 11.4.2012 ein nur mäßiger bis schlechter Ernährungszustand festgestellt worden war, ein hinreichender Tatverdacht wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vorliegen dürfte.“ (Az.: NZS 807 Js 18761/12).

 

Sie kennen einen ähnlichen Fall in Ihrer Umgebung?

Anhand dieses traurigen Beispiels möchten wir alle animieren, Vernachlässigung, Misshandlung und Quälerei von Tieren den zuständigen Behörden oder PETA zu melden. Oft kann den Tieren geholfen werden.

Sollten auch Sie Zeuge von Grausamkeiten an Tieren werden, gilt Folgendes zu beachten: Finden Sie zunächst die Adresse und Telefonnummer der in Ihrer Stadt für den Tierschutz zuständigen Vereine und Behörden heraus und bitten Sie diese um Mithilfe. Legen Sie den Zuständigen eine präzise, schriftliche Aussage darüber vor, was Sie gesehen haben – falls möglich, legen Sie auch Fotos bei. Machen Sie sich immer genaue Notizen zu den Kontaktpersonen und zum Gesprächsverlauf. Geben Sie niemals ein Schreiben oder Dokument weiter, ohne eine Kopie für die eigenen Akten angefertigt zu haben. Bringen Sie immer zum Ausdruck, dass Sie auf die konsequente Verfolgung des Falls bestehen. Bleiben alle eventuellen Bemühungen der Zuständigen ohne zufriedenstellendes Ergebnis, wenden Sie sich mit dem Anliegen an deren Vorgesetzte.

Falls Sie persönlich Zeuge eines Aktes von Grausamkeit an Tieren werden, können Sie sich auch an Ihre örtliche Polizeistation wenden und direkt Anzeige gegen die betreffenden Tierquäler erstatten.

Wir bieten Ihnen zusätzlich die Möglichkeit, entsprechende Fälle anonym zu melden.

In vielen Fällen können wir den Tieren helfen, dank Ihrer Unterstützung.