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Pferderipper in Meißner-Germerode: Ein Pferd tot, eines verletzt – PETA setzt je Tat 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

 
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Tierrechtsorganisation fordert bundesweites Register für Pferderipper-Fälle

Stand Juni 2017
Meißner / Stuttgart, 30. Juni 2017 – Fahndung nach Pferderipper: Einer Polizeimeldung zufolge verletzte ein unbekannter Tierquäler in der Nacht zu Mittwoch ein Pferd auf einer Koppel an der Straße „Neuer Weg“ in Meißner-Germerode tödlich. Das Tier starb, nachdem der Täter es mit einem spitzen Gegenstand auf der linken Flanke attackierte. In einem weiteren Fall, der sich Samstagnacht ereignete, führte ein Unbekannter einer Stute einen spitzen Gegenstand in ihr Geschlechtsteil ein, wodurch das Tier Schnitt- und Schürfwunden erlitt. Die Eschweger Kriminalpolizei ermittelt wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und bittet unter der Telefonnummer 05651 9250 um Zeugenhinweise. Um die Suche nach dem Tierquäler zu unterstützen, setzt die Tierrechtsorganisation PETA jetzt eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro je Fall, also hier insgesamt 2.000 Euro, für Hinweise, die den Täter überführen, aus. Zeugen, die Verdächtiges beobachtet haben, können sich ebenso telefonisch unter 01520 7373341 oder per E-Mail bei PETA melden – auch anonym. Möglicherweise waren mehrere Personen an den Taten beteiligt. Einen ähnlichen Fall gab es im Zeitraum zwischen Donnerstagmorgen und Freitagnachmittag vergangener Woche im rund 100 Kilometer entfernten Döbritschen im Weimarer Land. Auch hier verletzte ein Pferderipper eine Stute im Vaginalbereich und fügte einem weiteren Pferd Wunden am linken Vorderbein zu. Möglicherweise besteht ein Tatzusammenhang. Sollte der selbe Täter für die zwei Fälle in Meißner sowie in Döbritschen verantwortlich sein und aufgrund eines Zeugenhinweises in allen vier Fällen überführt werden, erhält der Hinweisgeber insgesamt 4.000 Euro. 
 
„Die Attacken von Pferderippern häufen sich derzeit immens, so dass wir die Fahndung nach diesen Tierquälern dringend unterstützen. Daher zahlen wir Hinweisgebern pro Tat, die einem Pferderipper aufgrund ihrer Aussage nachgewiesen werden kann, 1.000 Euro Belohnung“, so Judith Pein im Namen von PETA. „Außerdem fordert PETA ein bundesweites, behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler erfasst werden. So könnten regionale Häufungen und mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver überregional zusammenarbeiten.“
 
PETA registriert seit 2013 bundesweit Taten von Pferderippern und stellt diese Informationen gerne den ermittelnden Behörden zur Verfügung.
 
PETA rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.
 
Die Tierrechtsorganisation warnt, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere. Bereits in den 1990er Jahren erschütterte eine Serie von „Pferderipper“-Taten die Republik: Damals wurden über 100 Pferde, vorzugsweise in Niedersachsen, gepeinigt.

Kaltblütigen Handlungen gegenüber Tieren liegen oft schwerwiegende psychologische Störungen der Täter zugrunde. Sie können erstes Zeichen für eine gewalttätige Pathologie sein, die menschliche Opfer miteinschließt. PETA liegen zahlreiche Studien vor, die den Zusammenhang zwischen Delikten an Menschen und Tieren aufzeigen. Diese Studien haben mittlerweile Soziologen, Gesetzesgeber und Gerichte davon überzeugt, dass Gewalttaten an Tieren unsere Aufmerksamkeit verlangen. In der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ klärt PETA über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten an Menschen auf. Sie dient als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter.

Weitere Informationen:
PETA.de/Tierquälerei
PETA.de/ZeugeVonGrausamkeit
PETA.de/Staatsanwalt
VEGANBLOG.de/2015/01/Pferderipper-Norddeutschland-gefasst/

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de