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Unkontrollierte Zucht mit kranken Pferden in Schleswig-Holstein

In einer Moorlandschaft im Kreis Rendsburg-Eckernförde fanden die PETA-Ermittlerinnen Bilder wie aus einem Horrorfilm vor

Stand August 2012

 

 

© PETA
November 2011

Erfolg

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat im November 2011 in vorbildlicher Weise alle Tiere (85 Pferde, 3 Ponys, 66 Schweine, 6 Kaninchen und 1 Kuh nebst Kalb) sichergestellt, eine Maßnahme, die wiederholt gerichtlich bestätigt worden ist (Az.: 43 Gs 3393/11 Amtsgericht Kiel). Ein Großaufgebot an Beamten war an dieser Aktion beteiligt, gegen die Familie Beil wurde ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet (Az.: 588 Js 58502/11 Staatsanwaltschaft Kiel). Die Tierquälereien wurden mittlerweile behördlicher- wie gutachterlicher Seite bestätigt.

25. Oktober 2011

Bilder wie aus einem Pferde-Zombie-Film
Abgemagerte, verwahrloste Pferde, eins mit einem großen Abszess im Gesicht, ein Fohlen, das auf dem Fesselgelenk läuft, eine Stute, die den Kopf nur schief halten kann – mit Fohlen und wahrscheinlich schon wieder schwanger. Ungepflegte Hufe, offene Wunden und hustende Fohlen.

Verletzungsgefahren und kein Wasser
Auch die Weide bietet zahlreiche Mängel und Verletzungsmöglichkeiten für die Stuten und ihre Fohlen: Die einzig funktionierende Tränke steht in tiefem Morast und ist für die Tiere unerreichbar. Es gibt Löcher im Boden, in denen sich die Pferde leicht ein Bein brechen können. Stacheldraht liegt auf der Wiese und dient als einzige Umzäunung. Manche Tiere – vielleicht auch das Fohlen- haben sich daran schon verletzt.

© PETA
Nicht umsonst sind „defekte oder unzureichende Einzäunungen (…) sowie die Verwendung von Stacheldraht und anderen Metalldrähten, ausgenommen gut sichtbare Elektrodrähte, (…) tierschutzrelevant", so die Leitlinien zur Pferdehaltung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) vom 9. Juni 2009. Als alleinige Einzäunung ist Stacheldraht oder Knotengitter bei Pferden sogar tierschutzwidrig. Pferde sind Fluchttiere und könnten in Panik durchaus in den Zaun hineingaloppieren. Dabei können sie sich die Brust aufreißen oder die Beine zerfetzen.
Und natürlich muss den Tieren stets ausreichend Nahrung und Wasser zur Verfügung stehen

Mitglied im Züchterverband
Nach PETAs Recherche ist der Halter der vernachlässigten Pferde ein Züchter und Mitglied im „Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes“. Seine Deckhengste werden sogar auf deren Homepage beworben. Scheinbar spielt hier Geld eine größere Rolle als ein tiergerechter Umgang mit Pferden, so dass der Halter unkontrolliert mit seinen abgemagerten und kranken Tieren züchten kann.

Keine Einsicht beim Pferdehalter
Bei der Konfrontation der PETA-Ermittlerinnen mit der Züchterfamilie zeigt diese nur wenig Einsicht. Ein Pferd sei von ihnen gerettet worden und werde aufgepäppelt. Das Fohlen mit der Beinfehlstellung werde demnächst zum Schlachter kommen. Die Weide sei optimal für die Tiere und der Stacheldraht hier nicht gefährlich. Offene Wunden gebe es nicht. Das Gesamtbild der circa 50 Stuten und Fohlen zeigt jedoch, dass hier auf eine optimale Pferdehaltung nur wenig Wert gelegt wird.

Veterinäramt sieht Handlungsbedarf
Auch das Kreisveterinäramt hält wie PETA ein behördliches Eingreifen in diese Pferdehaltung für notwendig und hat bereits erste Auflagen zur Verbesserung der Haltung erteilt. Da dem Amt nicht alle Mängel bekannt waren, hat PETA Fotos bereitgestellt, die sämtliche Mängel auf der Weide und beim gesundheitlichen Zustand der Tiere dokumentieren.
Nach dem Tierschutzgesetz und den Leitlinien zur Pferdehaltung ist ein Tierhalter dazu verpflichtet, „das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen [zu] ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unter[zu]bringen.“ PETA wird beobachten, ob und wie schnell der Halter diesem Anspruch gerecht wird, und wenn nötig, die Behörden daran erinnern, wann ein Einschreiten ihrerseits erforderlich ist.

 

Was Sie tun können

Leider greifen viele Veterinärämter bei Tierquälerei nicht hart genug durch. Aber Sie können helfen, die Ausbeutung und das Elend von Tieren zu beenden, in dem Sie Ihr Umfeld über die Missstände im Umgang mit Tieren auf, damit das Tierleid endlich ein Ende hat.

Immer wieder werden PETA Missstände in der Tierhaltung herangetragen. Helfen auch Sie dabei, diese Missstände an die Öffentlichkeit zu bringen und den Tieren ein besseres Leben zu ermöglichen.