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Pläne zur Eisbärennachzucht im Tiergarten Nürnberg

PETA übt scharfe Kritik und fordert Nachzucht- und Importverbot

Stand November 2012
Nürnberg / Gerlingen, 8. November 2012 – Die in dieser Woche bekannt gewordenen Pläne des Tiergarten Nürnberg, wieder auf Eisbärennachwuchs zu setzen, stoßen bei PETA Deutschland e.V. auf heftige Kritik. Die Tierrechtsorganisation wirft den Zooverantwortlichen eine rein auf kommerzielle Interessen ausgerichtete Geschäftspolitik vor, bei der süße Tierbabys mit dem Ziel gezüchtet werden, als Kassenmagneten zu dienen. Mit zunehmendem Alter der Eisbären und aufgrund der fortschreitenden Verhaltensstörungen, die die Tiere in der Zoo-Gefangenschaft entwickeln, verlieren viele Zoobesucher das Interesse an den Tieren. In der Folge werden die „ausgedienten“ Tiere häufig abgeschoben. Dieser Weg soll auch den beiden heranwachsenden Eisbären Gregor und Aleut ereilen, für die der Tiergarten Nürnberg bislang aber noch keinen Abnehmer finden konnte. Der einstige Nürnberger „Kinderstar“ Flocke fristet nun als schwer verhaltensgestörte Eisbärdame in einem Zoo an der französischen Cote d’Azur ein tristes Leben. PETA fordert ein sofortiges Nachzucht- und Importverbot für Eisbären in Deutschland.

„Das System ‚Zoo‘ ist lebensverachtend, von Artenschutz keine Spur – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Eisbären niemals wieder ausgewildert werden können“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Zoobesucher sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie Geld dafür bezahlen, um verhaltensgestörte, leidende Tiere zu sehen.“

Eine umfangreiche Eisbären-Studie, die von PETA zwischen 2008 und 2010 erstellt wurde, belegt, dass über 85 Prozent der Eisbären in deutschen Zoos unter teilweise schweren Verhaltensstörungen leiden. Selbst namhafte Wissenschaftler und Zoodirektoren gehen mittlerweile davon aus, dass Eisbären nicht artgerecht in Gefangenschaft gehalten werden können, weil die Diskrepanz zwischen den Bedingungen in ihrem natürlichen Lebensraum und jenen in einem Zoo viel zu groß ist. Denn in freier Natur legen Eisbären jeden Tag bis zu 100 Kilometer zurück. Der Frankfurter Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch hatte bereits 2008 erklärt, dass Eisbären für die Haltung in Zoos nicht geeignet seien, da ihr natürlicher Lebensraum einfach viel zu groß sei.

PETA appelliert an alle Tierfreunde, sich mit einer Online-Petition an das zuständige Bundesministerium für ein Zucht- und Importverbot von Eisbären in Gefangenschaft zu beteiligen.

Verhaltensgestörter Eisbär im Tierpark Berlin / © PETA

Bild in druckfähiger Auflösung:
Fotos.peta.de/details.php?image_id=1619

Weitere Informationen:
PETA.de/Eisbaerlars
Freiheit-fuer-Eisbaeren.de
PETA.de/Zoo

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de