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Das Pony-Elend von Hamm

 
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Wie das PETA-Einsatzteam einem Pony das Leben rettet

Stand Juni 2012
Unser Einsatzteam wurde auf eine Wiese in Hamm aufmerksam gemacht: Drei Ponys sollen unter schlimmen Bedingungen gehalten werden. Die Tiere werden nicht ausreichend ernährt, der Zaun ist defekt. Immer wieder versuchen sie die Stacheldrahtumzäunung zu überwinden, weil auf der anderen Seite frisches grünes Gras wächst.

 

 

Das Pony ist einem schlechten Zustand.
Ein Pony in Not
Die Wiese liegt eingekeilt zwischen Bahngleisen und einer Landstraße. Bis zur Straße sind es nur wenige Meter, die Gefahr ist offensichtlich. Kaum angekommen entdeckt das Einsatzteam ein kleines Pony, dass durch ein Loch im Stacheldrahtzaun gekrochen ist, mit dem Hinterbein hängen blieb und wahrscheinlich schon etliche Stunden mit verdrehten Extremitäten auf dem Boden liegt. Das Tier ist unter Schock, atmet schwer, kann nicht mal den Kopf aufrichten. Während die herbeigeeilte Tierhalterin hysterisch aufschreit und ins Haus rennt, befreit unser Team das Bein aus dem Zaun. Das kleine Pferd ist völlig durchnässt. Mit den Vorderläufen hat es bereits tiefe Kuhlen in den Boden gescharrt.

 

Kein Futter für die Tiere
Umgehend rufen wir die Polizei, die zusammen mit dem Ordnungsamt zu Hilfe eilen. Eine Überprüfung ergibt, dass der Stall viel zu klein für drei Tiere und die Wiese völlig abgegrast ist. Es gibt zwar ausreichend Trinkwasser, aber gar keine feste Nahrung. Dementsprechend abgemagert sind die Ponys. Sie haben auffällig große Wurmbäuche. Auch für sie besteht Lebensgefahr.

 

Das PETA-Einsatzteam hilft dem geschundenen Tier.
Im PETA-Einsatzwagen zum Veterinär
Ein Tierarzt kommt, untersucht das verunglückte Tier, dass mittlerweile doch wieder auf den Beinen steht und Gras zu sich nimmt, ohne Pause, selbst schon Gras gefressen hat, als es noch mehr tot als lebendig am Boden lag. Wie muss dieses Tier gehungert haben? Es muss sofort in die 22 km entfernte Tierklinik, doch eine Transportmöglichkeit würde erst in 1,5 Stunden zur Verfügung stehen. Die Tierhalter selbst haben nicht mal ein Auto mit Anhängerkupplung, geschweige denn einen Pferdehänger. So sind sie im Notfall grundsätzlich nicht in der Lage, die Ponys in eine Klinik zu fahren. Allein das sollte schon Grund genug sein, die Tiere nicht zu halten.

Am Ende ist es unser Einsatzteam, die das Pony transportieren. In Ermangelung eines Hängers, und zusammen mit einer Tierärztin und der Tierhalterin, bringen sie es in unserem Einsatzfahrzeug in die Tierklinik nach Beckum. Sicher nicht die beste, aber die schnellste Möglichkeit, es zu retten. Die Polizei hatte nichts einzuwenden.

 

Das Pony lebt!
Die Tierhalter bekommen eine Anzeige. Wie so oft ist nicht zu verstehen, warum die Behörden die Tiere nicht beschlagnahmen. Immerhin muss der Zaun umgehend repariert werden, der Stacheldraht muss auch weg. Alle Tiere müssen tierärztlich behandelt werden. Aber ein mulmiges Gefühl bleibt. Immerhin konnten wir diesmal ein Pony aus akuter Lebensgefahr retten.