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Tierquälerei auf dem Prickingshof

Tote und kranke Tiere auf einem Schau-Bauernhof in Nordrhein-Westfalen

Stand: März 2011

Der Prickingshof in Haltern am See (NRW) ist ein beliebtes Ausflugsziel und soll als „Schau-Bauernhof“ fungieren, um den Besuchern das Landleben nahezubringen. Was man jedoch vorfand, sind kranke und tote Tiere sowie grobe Missstände in der Tierhaltung.


Update Juni 2012: Nachdem PETA Strafanzeige gegen die Verantwortlichen des Prickingshofes erstattet hatte, ergaben Untersuchungen der NRW-Landesbehörde LANUV teilweise noch gravierendere tierschutzrechtliche Missstände. Dennoch stellte die Staatsanwaltschaft Essen das Ermittlungsverfahren ein – doch nicht lange: auf Beschwerde von PETA wies die Generalstaatsanwaltschaft Hamm Ende Mai 2012 die Staatsanwaltschaft Essen an, die Ermittlungen wieder aufzunehmen (Az.: 28 Js 88/121).





Schweine auf dem Prickingshof

Schweine auf dem Prickingshof

Das Konzept des Prickingshofes ist unterteilt in die Themengebiete „Streichelzoo und bäuerliche Tierhaltung“ und „Massentierhaltung“. Gravierende Tierschutzprobleme herrschen in beiden Teilen. Hier nur ein kleiner Einblick, was unsere Ermittler vorfanden:

  • Schweine in den strukturlosen Gehegen der Massentierhaltung zeigen teils grobe Verhaltensstörungen. Tote Ferkel liegen neben sterbenden und noch lebenden Tieren. Ein Ferkel hat einen Enddarm-Vorfall.
  • Ein abgemagertes und schwaches Eselfohlen, das vermutlich verkürzte Sehnen an den Hinterläufen hat, kann nicht laufen oder auch nur aufstehen. Trotz seines Zustandes wurde es allem Anschein nach eine Woche lang auf der Wiese liegen gelassen.
  • Esel mit sogenannten Schnabelhufen – diese entstehen oft durch eine Stoffwechselerkrankung der Hufe, ausgelöst u.a. durch falsche Fütterung. Sie verursacht den Tieren große Schmerzen und kann bis zum Tod führen.
  • Hühner werden in kahlen Betonboxen gehalten, ohne jegliche Rückzugsmöglichkeit. Natürliches Verhalten wie Scharren, Picken oder Staubbaden ist unmöglich.
  • In einem Gehege werden Störche gehalten. Die Tiere sind stark verschmutzt, die Anlage stinkt. Die Storchenpaare haben bereits mit dem Nestbau begonnen, doch finden sie kaum Nistmaterial. Fliegen können sie in ihrem Gefängnis nur stark begrenzt.
  • Rinder mit schlimmen, offenbar ansteckenden Hautkrankheiten. Die Tiere versuchen, sich zu kratzen und wunde Stellen zu lecken, oft vergeblich. Die Anlage ist voller Schlamm und die trockene Liegefläche reicht nicht für alle Tiere aus. Ein Liegeplatz ist jedoch für die Gesundheit der Tiere essenziell, da sie sich hierhin zurückziehen, um ca. zehn Stunden am Tag wiederzukäuen. Viele wirkten abgemagert und durch fehlende Rückzugsmöglichkeiten gestresst.
  • Auch die Schafe in der benachbarten Anlage haben eine Hautkrankheit. Es ist nicht auszuschließen, dass diese bereits von einer Tierart auf die andere übertragen wurde. Hygienemängel könnten der Auslöser sein. Auch besteht hier die Gefahr eine Zoonose, d.h. die Krankheiten könnten unter Umständen auf den Menschen übertragbar sein. Dies hat somit auch seuchenhygienische Relevanz.
  • Die Ställe sind teils heruntergekommen und bieten z.B. durch lose, spitz abstehende Drahtgeflechte eine hohe Verletzungsgefahr.
  • Mehrere Ziegen schienen eine einseitige Gesichtslähmung zu haben, möglicherweise zurückzuführen auf eine frühere Erkrankung. Der behandelnde Tierarzt sagte auf Nachfrage, die Tiere litten unter einer toxikologischen Reaktion, zwei seien bereits euthanasiert worden.



Eine Kuh auf dem Prickingshof

Eine Kuh auf dem Prickingshof

Was auf dem Prickingshof gezeigt wird, spiegelt nicht nur das tägliche Grauen der Massentierhaltung wider, sondern verstößt zudem vielfach gegen Tierschutzbestimmungen. Das Veterinäramt wurde umgehend eingeschaltet.



Helfen Sie mit!

Erzählen Sie Ihren Freunden von den Missständen auf dem Prickingshof. Wenn Sie jemanden kennen, der eine Fahrt dorthin plant, machen Sie der Person klar, welches Tierleid sie damit unterstützt.

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