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PROHOGA verpackt lebende Hummer in Plastiktüten – PETA erstattet Anzeige beim Veterinäramt Ortenaukreis

 
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Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz

Stand Oktober 2016
Hohberg (Niederschopfheim) / Stuttgart, 24. Oktober 2016 – Sensible Tiere wie leblose Ware behandelt: In der Hohberger Filiale der PROHOGA GmbH & Co. KG werden ohne Wasser in Plastiktüten verpackte lebende Hummer verkauft. Dies wurde PETA von Whistleblowern gemeldet, nachdem diese sich bei den zuständigen Mitarbeitern vor Ort vergeblich beschwert hatten. Hummer sind Meerestiere und brauchen Wasser, um atmen zu können. Der Transport in Plastiktüten löst Angst und Atemnot bei ihnen aus und kann zum Erstickungstod führen. Wegen Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutzschlachtverordnung hat die Tierrechtsorganisation nun Anzeige beim Veterinäramt Ortenaukreis erstattet. Zudem hat PETA PROHOGA schriftlich dazu aufgefordert, den Verkauf von Hummern und anderen Krebstieren umgehend einzustellen.
 
„Der Transport in Plastiktüten bedeutet großes Leid für die Hummer und kann zu einem qualvollen Tod führen“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Meerestiere bei PETA. „PROHOGA nimmt dies billigend in Kauf und missachtet dabei die gesetzlichen Bestimmungen.“
 
Laut Tierschutzschlachtverordnung dürfen lebende Krebstiere nur im Wasser oder vorübergehend während des Transports auf einer feuchten Unterlage aufbewahrt werden. Des Weiteren schreibt das Tierschutzgesetz vor, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf (§ 1). Tiere müssen ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten und untergebracht werden (§ 2). 
Studien zeigen, dass Krebstiere Schmerz empfinden und sich später daran zurückerinnern [1]. Forscher gehen außerdem davon aus, dass sie über ein ähnliches Angstempfinden wie Menschen verfügen [2]. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam bereits 2005 in ihrem Bericht zu dem Schluss, dass Hummer und andere Krebstiere höhere kognitive Fähigkeiten aufweisen und über ein komplexes Verhaltensrepertoire, ein Bewusstsein, ein Gedächtnis und komplexe neurale Strukturen verfügen („perhaps analogous to human cerebral cortex“). Krebstiere werden von der EFSA in die Kategorie 1 eingestuft – das bedeutet, dass sie eindeutig Schmerz und Stress empfinden können und deshalb unseren Schutz verdienen [3].
 
[1] Magee, B. & Elwood, R. W. (2013): Shock avoidance by discrimination learning in the shore crab (Carcinus maenas) is consistent with a key criterion for pain. In: The Journal of Experimental Biology 216. S. 353-358.
[2] Fossat, P., Bacqué-Cazenave, J., De Deurwaerdère, P., Delbecque, J. P., Cattaert, D. (2014): Anxiety-like behavior in crayfish is controlled by serotonin.
[3] The EFSA Journal (2005): Opinion of the Scientific Panel on Animal Health and Welfare (AHAW) on a request from the Commission related to the aspects of the biology and welfare of animals used for experimental and other scientific purposes. 292, 1-46. S. 16. Online abrufbar unter http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/doc/292.pdf. (21.10.2016).
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Hummer

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de