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Protestaktion bei Sparkassen-Renntag in Düsseldorf: PETA übt scharfe Kritik und fordert Veranstalter auf, Einsatz von Peitschen bei Pferderennen zu untersagen

 
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Stand August 2017
Düsseldorf / Stuttgart, 16. August 2017 – Protest gegen Tierquälerei: Am Sonntag finden auf der Galopprennbahn in Düsseldorf-Grafenberg im Rahmen des Sparkassen-Renntags „31. Großer Preis der Stadtsparkasse Düsseldorf“ mehrere Pferderennen statt. Die Pferde werden mit Peitschenschlägen zu unnatürlichen Höchstleistungen gezwungen – schwere und tödliche Verletzungen werden dabei billigend in Kauf genommen. PETA übt scharfe Kritik an den kommenden Rennveranstaltungen. Die Tierrechtsorganisation appellierte in einem Schreiben an den Düsseldorfer Rennverein, die Peitschenschläge auf der Galoppanlage zu untersagen, da diese gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Bei Pferderennen führt vor allem die Überforderung der Tiere bei hohen Geschwindigkeiten immer wieder zu schwerwiegenden Unfällen. Das freiwillige PETA ZWEI Streetteam aus Düsseldorf wird die Besucher am kommenden Sonntag von 12:00 bis 14:30 Uhr vor der Galopprennbahn mit Plakaten und Flugblättern über die Tierquälerei bei derartigen Veranstaltungen informieren.

„Tödliche oder schwere Verletzungen sind bei Pferderennen an der Tagesordnung, weil die Tiere oftmals über ihre Leistungsgrenze hinaus angetrieben werden. Das ist laut Tierschutzgesetz verboten“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Auf Rennbahnen laufen die Pferde, angetrieben durch Peitschenschläge, regelrecht aus Schmerz und Furcht um ihr Leben. Keines der Tiere würde diese unnatürlichen Höchstleistungen freiwillig vollbringen.“

PETA fordert ein Verbot des Peitscheneinsatzes bei Pferderennen, da dieser klar gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Laut offiziellen Rennordnungen sind bei Galopp- [1] sowie bei Trabrennen [2] fünf Peitschenschläge zugelassen, wenngleich wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass der Peitscheneinsatz der Jockeys – anders als von den Verbänden dargestellt – oft mit erheblichen Schmerzen für die Pferde einhergeht [3]. Dr. Maximilian Pick, ehemaliger Rennbahntierarzt und Fachtierarzt für Pferde, unterstützt PETAs Forderung in einer Stellungnahme: „Der Gebrauch der Peitsche ist eine tierquälerische Maßnahme, mit der dem Pferd ohne vernünftigen Grund Schmerzen zugefügt werden. Gerade Pferde haben eine hochsensible Haut: Schon einzelne Insektenstiche können beim Pferd zu panischen Abwehrreaktionen führen. Bei dem in solchen Rennen zu beobachtenden Gebrauch der Peitsche kann also keinesfalls von einer ‚Berührungshilfe‘ gesprochen werden, wie es die Verbände behaupten. Neben dem körperlichen Schmerz erzeugt die Peitsche auch noch so etwas wie ‚Psychoterror‘. So leiden Rennpferde häufig unter einer Art ‚Rennbahnneurose‘, also unter Angst, Schreckhaftigkeit oder Panikattacken.“

Die Tierrechtsorganisation setzt sich für ein konsequentes Ende von Pferderennen in Deutschland ein und appelliert an alle Tierfreunde, keine derartigen Veranstaltungen zu besuchen. Der Alltag sogenannter Rennpferde ist von Schmerzen geprägt: Die Trainer schlagen wiederholt mit der Peitsche auf sie ein und machen sie – vor allem bei Trabrennen – durch den Einsatz von scharfen Gebissen und tierquälerischen Hilfsmitteln wie Ausbinder, Seitenstangen, Ketten, Zungenbändern, Ohrenstöpseln und Scheuklappen gefügig. Oftmals werden Pferde im Alter von etwa drei Jahren für Pferderennen eingesetzt; ihr Bewegungsapparat ist jedoch noch nicht richtig ausgebildet, sodass Sehnenschäden und Knochenbrüche eine häufige Folge sind. Zudem leiden die Tiere unter der überwiegenden Boxenhaltung ohne Weidegang oder ausreichenden Kontakt zu Artgenossen.

[1] Direktorium für Vollblutzucht und Rennen, Rennordnung vom 1. März 1960, In der Neufassung vom 1. Januar 1991 mit Änderungen bis Dezember 2015. Vorschriften für die Leistungsprüfungen der Vollblutzucht, R 9.4.
[2] Satzung und Ordnungen des Hauptverbands für Traber-Zucht e.V. (HTV); § 84.2 g; Stand 1.05.2016.
[3] McGreevy PD, Corken RA, Salvin H, Black CM (2012) Whip Use by Jockeys in a Sample of Australian Thoroughbred Races—An Observational Study. PLoS ONE 7(3): e33398. doi:10.1371/journal.pone.0033398.
Online abrufbar unter: http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0033398.
(letzter Zugriff 27.03.2016).
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fakten_Pferdesport
PETA.de/Pferderennen
PETA.de/Duhner-Wattrennen
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de