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„Rassenwahn“ in Dortmund

 
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PETA kritisiert internationale Hundeschau

Stand Mai 2012
Dortmund / Gerlingen, 10. Mai 2012 – Rassenwahn? Falsch bei Menschen, falsch bei Hunden – die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. kritisiert die am kommenden Wochenende stattfindende internationale Rassehunde-Ausstellung „Hund & Heimtier“ im Dortmunder Westfalenstadion. Obwohl tausende Vierbeiner in deutschen Tierheimen leben müssen, sorgt die deutsche Zuchtindustrie aus Profitgier fortlaufend für Nachschub an angeblich „perfekten“ Tieren. Weiterhin macht PETA darauf aufmerksam, dass die bei der Messe ausgestellten Reptilien auch zur Gefahr für Menschen werden können. Denn bei Berührung der Tiere können Salmonellen übertragen werden.

„Dem Rassenwahn des Menschen, Hunde wegen eines ganz bestimmten Merkmals zu züchten und zum Verkauf anzubieten, muss endlich ein Ende gesetzt werden“, so Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Hunde sind keine Legosteine, die man nach Form und Farbe beliebig zusammenbauen kann. Wer die Möglichkeit hat und bereit ist, einen tierischen Begleiter bei sich aufzunehmen, sollte das örtliche Tierheim besuchen.“

Mit alarmierenden Bildern konnte PETA schon mehrmals dokumentieren, wie es hinter den Kulissen der Zuchtindustrie zugeht. Hündinnen werden oftmals als „Zuchtmaschinen“ ausgebeutet. Zudem müssen viele Hunde in der Zuchtindustrie ein trauriges Dasein in Einzelhaft fristen. Immer wieder ist innerhalb von Züchterkreisen die Rede davon, wie wichtig es sei, einen „guten Züchter“ zu finden: Doch auch Züchter, die ihre Hunde in das Familienleben integrieren und gut versorgen, handeln nicht verantwortungsbewusst und dem Tierschutz entsprechend. Hinzu kommt, dass zahlreiche „Rassen“ unter angezüchteten Gesundheitsproblemen leiden. So kommt es bei Schäferhunden aufgrund einer Hüftdysplasie häufig zu gesundheitlichen Problemen, Möpse leiden an Schluck- und Atembeschwerden und Bernhardiner, Cocker Spaniel und Bluthunde an einer chronischen Bindehautentzündung.

PETA macht außerdem darauf aufmerksam, dass die ebenfalls bei der Messe ausgestellten Reptilien zur Gefahr für die Besucher werden können. Wie ein aktueller wissenschaftlicher Bericht bestätigt, übertragen Reptilien häufig Salmonellen. Geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die gefährlichen Salmonellenerreger in sich. Die Reptilien dürfen auf derartigen Messen oft auf die Hand genommen werden und können dadurch die Krankheitserreger schnell auf den Menschen übertragen. Besonders Kinder, Immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Salmonellen können im Extremfall eine Hirnhautentzündung verursachen und sogar tödlich sein.

„Heimtierhaltung“ ist ein gewinnbringendes Geschäft: Nach Angaben des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) leben in deutschen Haushalten rund 22,3 Millionen „Heimtiere“ (Zierfische und Terrarientiere ausgenommen). Der wachsende Gesamtumsatz der Heimtierbranche in Deutschland belief sich nach Angaben des ZZF im Jahr 2010 auf 3,7 Milliarden Euro. Bei der Massenvermarktung bleiben Tiere auf der Strecke. Jedes Jahr werden über 300.000 Tiere in deutschen Tierheimen abgegeben. Die Verweildauer von Hunden und Katzen hat sich seit 2005 dramatisch erhöht. 25-30 Prozent der Tiere bleiben ein Jahr oder länger im Tierheim.

 

© PETA