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„Rassenwahn“ in Leipzig

 
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PETA kritisiert Tiermesse Hund & Heimtier

Stand August 2012
Leipzig / Gerlingen, 17. August 2012 – Rassenwahn? Falsch bei Menschen, falsch bei Hunden! Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. kritisiert die an diesem Wochenende in Leipzig im Rahmen der Messe „Hund & Heimtier“ stattfindende internationale „Rassehunde“-Ausstellung des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH). Obwohl tausende Vierbeiner in deutschen Tierheimen auf ein neues Zuhause warten, produziert die deutsche Zuchtindustrie aus Profitgier und als „Schöpfungsspielchen“ fortlaufend Nachschub, um angeblich „perfekte“ Tiere zu züchten.

„Dem Rassenwahn des Menschen, Hunde wegen eines ganz bestimmten Merkmals zu züchten und zum Verkauf anzubieten, muss endlich ein Ende gesetzt werden“, so Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Hunde sind keine Legosteine, die man nach Form und Farbe beliebig zusammenbauen kann. Die absurden Verformungen ihrer Körper nach Maßgaben der Verbände bedeuten für Hunde mitunter lebenslanges körperliches Leiden. Wer die Möglichkeit hat und bereit ist, einen tierischen Begleiter bei sich aufzunehmen, sollte das örtliche Tierheim besuchen.“

Mit alarmierenden Bildern konnte PETA schon mehrmals dokumentieren, wie es hinter den Kulissen der Zuchtindustrie zugeht. Hündinnen werden oftmals als „Zuchtmaschinen“ ausgebeutet. Zudem müssen viele Hunde in der Zuchtindustrie ein trauriges Dasein in Einzelhaft fristen. Doch auch Züchter, die ihre Hunde in das Familienleben integrieren und gut versorgen, handeln nicht im Sinne der Tiere. Zahlreiche „Rassen“ leiden unter Gesundheitsproblemen, die durch die völlig übertriebenen Zuchtmerkmale bedingt sind. So kommt es zum Beispiel bei Schäferhunden häufig zu gesundheitlichen Problemen wie Hüftgelenksdysplasie, Möpse leiden wegen der verkürzten Nasen an Schluck- und Atembeschwerden und Bernhardiner, Cocker Spaniel und Bluthunde an chronischer Bindehautentzündung.

PETA macht außerdem darauf aufmerksam, dass die ebenfalls bei der Messe ausgestellten Reptilien zur Gefahr für die Besucher werden können. Wie ein aktueller wissenschaftlicher Bericht bestätigt, übertragen Reptilien häufig Salmonellen. Geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die gefährlichen Salmonellenerreger in sich. Die Reptilien dürfen auf derartigen Messen oft auf die Hand genommen werden und können dadurch die Krankheitserreger schnell auf den Menschen übertragen; aber auch der indirekte Kontakt, z.B. durch das Anfassen eines Geländers genügt. Besonders Kinder, Immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Salmonellen können im Extremfall eine Hirnhautentzündung verursachen und sogar tödlich sein.

„Heimtierhaltung“ ist ein gewinnbringendes Geschäft: Nach Angaben des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) leben in deutschen Haushalten rund 31 Millionen „Heimtiere“ (Zierfische und Terrarientiere ausgenommen). Der wachsende Gesamtumsatz der Heimtierbranche in Deutschland belief sich nach Angaben des ZZF im Jahr 2010 auf 3,7 Milliarden Euro. Die Tiere bleiben bei der Massenvermarktung auf der Strecke. Jedes Jahr werden über 300.000 Tiere in deutschen Tierheimen abgegeben oder einfach ausgesetzt. Die Verweildauer von Hunden und Katzen hat sich seit 2005 dramatisch erhöht. 25-30 Prozent der Tiere bleiben ein Jahr oder länger im Tierheim.

© PETA