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Ratten und Mäuse

Stand Dezember 2013
Ratten und Mäuse sind hochsoziale Tiere, die Freundschaften schließen, sich um ihre Familie kümmern, miteinander spielen, sich gegenseitig putzen und oft zusammengekuschelt schlafen. Ein Leben ohne Artgenossen ist deshalb die schlimmste Strafe für sie!

Hätten Sie’s gewusst?
  • Mäuse und Ratten sind geradezu peinlich reinliche Tiere, die sich täglich mehrmals putzen.
  • Mäuse und Ratten verfügen über ein komplexes Sprachensystem. Sie verständigen sich durch Berührung, Geruch und Geräusche in Frequenzbereichen, die für uns nicht wahrnehmbar sind.
  • Weibliche Mäuse und Ratten verteidigen ihren Nachwuchs und ihr Nest mit aller Macht.
  • Werden sie nicht gezwungen, in einem dreckigen Käfig zu leben, strahlt die Haut einer Ratte einen angenehmen, parfümartigen Geruch aus.

Zucht und Zoohandel
Wie andere Kleintiere werden auch Mäuse und Ratten von Massenzüchtern an Zoohandlungen verkauft – obgleich bereits unzählige Tiere in Tierheimen und Pflegestellen auf ein neues Zuhause warten. Die Zuchtanlagen werden den Bedürfnissen der Tiere in keinster Weise gerecht, denn es wird auf Masse gezüchtet, und Verluste sind einkalkuliert. Immer wieder sind im Zoohandel verhaltensgestörte, kranke und verletzte Tiere in teils völlig überbesetzten Käfigen zu beobachten.
Folgende Anzeichen weisen auf eine mögliche Erkrankung von Mäusen und Ratten in Zoohandlungen hin: Ausfluss aus Augen oder Nase; trockener, schuppiger Schwanz; schuppiges, zerrauftes Fell; Apathie, Blähbauch und dreckiges, nasses Fell um Mund und Geschlechtsorgane, verklebte Augen, keuchender Atem, Blut oder Schleim im Stuhl, Durchfall, Niesen usw. Sollten Sie diese Anzeichen an Tieren in einer Zoohandlung feststellen, kontaktieren Sie bitte das zuständige Veterinäramt.

Bevor Sie ein Tier bei sich aufnehmen
Wenn Sie eine Maus oder eine Ratte bei sich aufnehmen möchten, wenden Sie sich bitte zuerst an das örtliche Tierheim. Oftmals warten Ratten und Mäuse dort bereits auf ein neues Zuhause – junge wie auch ältere Tiere. Sollten Sie im Tierheim kein Glück haben, dann informieren Sie sich über ortsnahe Vermittlungsstellen. Die Pfleger informieren Sie im Vorfeld über alle notwendigen Maßnahmen und bringen die Tiere normalerweise zur Platzkontrolle zu Ihnen nach Hause (zum Beispiel www.rattenhilfe.de und www.vdrd.de für Ratten).

Bevor Sie Tiere aufnehmen, sollten Sie sich jedoch darüber bewusst sein, dass mögliche Tierarztkosten denen für Hunde und Katzen gleichen können. Viele domestizierte Ratten tragen beispielsweise den Erreger der Mykoplasmose in sich, was zu Atemwegserkrankungen und Lungenentzündung, ausgelöst durch Stress oder Krankheit, führen kann.(1) Auch Tumorerkrankungen treten häufig auf.
Ratten und Mäuse sind soziale aber gleichzeitig territoriale Tiere. In jedem Fall müssen sie in Gruppen gehalten werden, allerdings muss ihnen dabei ausreichend Platz zur Verfügung stehen. Angaben zu der Mindestgröße von Käfigen für Ratten ebenso wie für Mäuse sind in den Merkblättern der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) aufgeführt. Diese Angaben sind jedoch absolute Mindestmaße – je größer, desto besser. Stellen Sie in jedem Fall eine Geschlechtertrennung sicher; viele Tierheime geben ihre Tiere mittlerweile schon kastriert ab. Ratten und auch einige Mäusearten fühlen sich in einer größeren Gruppe noch wohler als nur zu zweit. Informieren Sie sich im Vorfeld umfassend im Tierheim/bei der Pflegestelle, im Internet und in einschlägiger Literatur.

Folgendes sollten Sie bei der Einrichtung eines Käfigs bedenken:
- Wählen Sie eine staubarme oder staubfreie Einstreu. Ratten fühlen sich auch in einem mit Zeitungen und Zeitungsschnipseln ausgelegten Zuhause wohl.
- Setzen Sie den Käfig nie direkter Sonneneinstrahlung oder Zugluft aus.
- Informieren Sie sich, wie ein tiergerechtes Gehege aussehen sollte. Auch Eigenbauten bieten sich an – Bauanleitungen finden Sie im Internet.
- Den Tieren muss stets frisches Wasser zur Verfügung stehen; reinigen Sie den Futter- und den Wassernapf sowie die Tränke regelmäßig.
- Nicht im gleichen Zimmer rauchen.
- Ratten benötigen tägliche mehrere Stunden Auslauf in der Wohnung oder in einem abgetrennten Bereich. Achten Sie auf Gefahrenquellen wie Zimmerpflanzen, Kabel, Steckdosen etc. Wenn Mäuse in einem artgerecht eingerichteten Gehege gehalten werden, das mit Tunneln, Röhren usw. ausgestattet ist, ist ein Auslauf nicht unbedingt nötig. Wird ein Auslauf gestellt, sollte Mäuse die Möglichkeit haben, diesen eigenständig zu erreichen – so bleibt eine wilde Verfolgungsjagd erspart. ACHTUNG: Der Auslauf in einem „Hamsterball“ ist absolut ungeeignet! (2)
- Richten Sie das Zuhause der Vierbeiner angemessen ein. Mäuse und Ratten mögen zwar keinen dauernden Wechsel, brauchen aber viele Dinge zum Erkunden, z. B. ungiftige Äste, Toilettenrollen, alte Socken/Handtücher, Spielzeug usw.

Viele weitere Infos zur Pflege und Haltung von Ratten und Mäusen finden Sie unter www.diebrain.de.


(1) Rat Lovers’ Association of Southern California, „What Is ‘Myco’?“ 2000.
(2) TVT (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.) – Tierschutzwidriges Zubehör in der Heimtierhaltung, Merkblatt Nr. 62, S. 3.