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REACH: Das weltweit größte Tierversuchsprogramm fordert Millionen von Tierleben

Unterstützen Sie PETA beim Kampf gegen Tierversuche!

Stand Oktober 2013
Im Jahr 2006 verabschiedete die EU ein neues Gesetz, welches unter dem Namen REACH bekannt wurde und Chemieunternehmen verpflichtet, Informationen über die gesundheitlichen und umwelttechnischen Gefahren beinahe jeder Chemikalie vorzulegen, die in Europa genutzt wird. Das Gesetz fordert die Ergebnisse von Tierversuchen; wenn das jeweilige Unternehmen diese Ergebnisse noch nicht vorweisen kann, müssen neue Versuche durchgeführt werden. Deshalb leiden Millionen von Tieren in den nächsten sieben Jahren unter schmerzhaften und tödlichen Tests, die ansonsten niemals durchgeführt worden wären. REACH ist das weltweit größte Tierversuchsprogramm und es findet direkt vor unserer Nase statt, hier in Europa.

 

Was bedeutet „REACH“?

Mäuse wie diese werden in tödlichen Versuchen mit giftigen Chemikalien gequält.
REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) trat 2007 in Kraft und offizielle Berichte zeigen, dass bis 2010 bereits über 200.000 Tiere Versuchen unterzogen wurden, um die Bedingungen des Programms zu erfüllen. Zu den Versuchen zählen unter anderem extrem schmerzhafte Tests auf Haut- und Augenreizung sowie Tests zu hochgiftigen Stoffen; dabei wird den Tieren eine hohe Dosis einer Chemikalie verabreicht, was zu unvorstellbarem Leid und sogar zum Tod der Tiere führt. Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Fische und Kaninchen wurden bereits zu Versuchszwecken eingesetzt – und es kommt noch schlimmer: Im Jahr 2010 musste lediglich eine relativ geringe Anzahl an Chemikalien und eine geringe Menge an Testdaten für REACH eingereicht werden. Über die nächsten sechs Jahre und darüber hinaus wird allerdings eine weitaus höhere Datenmenge benötigt – und damit Versuche, in denen möglicherweise tausende Tiere pro Chemikalie „verwendet“ werden, und das für hunderte, vielleicht sogar tausende Substanzen.

Die Tests können Monate andauern, manchmal sogar die gesamte Lebensdauer eines Tieres, das jeden Tag voll Chemikalien gepumpt wird. In Reproduktions-Toxizitätstests werden schwangere Tiere mit Chemikalien zwangsgefüttert, um zu sehen, ob dadurch die Jungen Anomalitäten aufweisen oder sterben. Für nur einen einzigen solchen Test für nur eine Chemikalie können über 2.500 Tiere verwendet werden.

 

Was unternimmt PETA?

PETA Deutschland e.V. und unsere internationalen Schwesterorganisationen haben schon zum Schutz der Tiere gegen REACH gekämpft, noch bevor das Gesetz überhaupt in Kraft trat. Unsere Lobbyisten haben hart und erfolgreich daran gearbeitet, Tierschutzmaßnahmen in die Gesetzgebung mit aufnehmen zu lassen. Darin steht nun, dass die Verwendung von Tieren nur als „letzte Möglichkeit“ gelten soll. Somit ist ausreichend Spielraum gegeben, um es Firmen zu ermöglichen, unter bestimmten Umständen keine Tierversuche durchführen zu müssen. Maßnahmen, um unterschiedliche Firmen davon abzuhalten, die gleichen Tests für die gleiche Chemikalie immer wieder durchzuführen, können Millionen von Tieren davor bewahren, in diesen gedoppelten Tests getötet zu werden; einige der schlimmsten Tests dürfen ohne die vorherige Beurteilung der Behörde überhaupt nicht durchgeführt werden.

 

Welche Chancen gibt es?

Seit das REACH-Programm im Jahr 2007 startete, haben Experten aus Wissenschaft und Politik von PETA und unseren Schwesterorganisationen unermüdlich mit Chemieunternehmen, Wissenschaftlern, EU-Beamten und Politikern zusammengearbeitet, um zu versuchen, die Anzahl an Tieren zu reduzieren. 2009 wurden neue Informationen von der für REACH zuständigen Behörde herausgegeben, um wiederholte Tests zu verhindern. Dies könnte potenziell über 4 Millionen Tieren das Leben retten. Unsere Schwesterorganisationen haben Artikel in der entsprechenden Presse veröffentlicht und mit den größten Medienanstalten gearbeitet, um die breite Öffentlichkeit auf die Gefahren von REACH aufmerksam zu machen. Sie haben sich außerdem regelmäßig mit einigen der weltweit größten Chemieunternehmen getroffen, um die Nutzung von Alternativmethoden zu Tierversuchen für REACH zu fördern. Unsere internationalen Büros haben auch die Entwicklung und wissenschaftliche Bewertung von tierfreien Alternativmethoden mitfinanziert, womit REACH-Versuche ersetzt werden könnten, um zehntausende Tiere zu retten.

 

Wie muss es weitergehen?

Trotzdem ist es leider so, dass viele Tierversuche, die hätten verhindert werden können, dennoch durchgeführt wurden. Die hochtrabenden Worte der REACH-Gesetzgebung über die Verwendung von Tieren als „letzte Möglichkeit“ wurden bisher in der Praxis nicht eingehalten und wir sind entschlossen, das zu korrigieren.

PETA steht hinter dem Prinzip, dass alle Chemikalien, denen wir täglich ausgesetzt sind, nachweislich weder unserer Gesundheit noch der Umwelt schaden dürfen. Solange sich REACH allerdings noch auf Tierversuche verlässt, ist dies nicht gewährleistet. Moderne Wissenschaftler und Gesetzgeber auf der ganzen Welt wissen, dass Tierversuche nicht nur unmoralisch sind, sondern dass sie schlichtweg nicht funktionieren. Für Europa, einst als führend im Tierschutz angesehen, bedeutet REACH, dass wir uns auf veraltete und grausame Testmethoden verlassen, die unbeschreibliches Tierleid verursachen. Es ist gut, dass schon einige Schritte getan wurden, um Alternativmethoden zu fördern und sinnlose doppelte Tests zu vermeiden. Wir werden jedoch solange weiterkämpfen, bis jede erdenkliche Möglichkeit, Alternativen zum Tierversuch unter REACH zu nutzen, ergriffen wird.

Bitte tragen Sie sich für den PETA-Newsletter ein, um weitere Informationen über unsere Arbeit im Bereich der Tierversuche und andere Themen zu erhalten und zu erfahren, wie Sie selbst aktiv werden können.


Weiterführende Informationen zum Thema REACH finden Sie auf der Seite der Europäischen Chemikalienagentur ECHA.