Spenden
 »  »  »  »  » Christiane Samel und ihre Affen
Christiane Samel als "Mutter" eines Schimpansen. Foto: (c) Animal Public

Lesen Sie hier, wie Christiane Samel Menschenaffen zu Clowns degradiert

Sie haben sie alle benutzt und für ihre Zwecke missbraucht. Ob diverse Fernsehsender für ihre Einschaltquoten oder die Bekleidungsfirma Trigema für ihre Verkaufszahlen. Fast überall trat Christiane Samel mit ihren Schimpansen auf. Frau Samels besonderes Kennzeichen: Immer wieder trägt sie irgendeinen Schimpansen wie ihr eigenes Baby, auf dem Arm umher. Jahr für Jahr ein anderes Schimpansenkind. Warum?

„Ein Ritual, wie sie dem kleinen Affen so >>nebenbei<< die Mutter ersetzt.“ (3)

Schimpansen lassen sich viel besser für entwürdigende und besonders vermenschlichte Kunststücke abrichten, wenn sie von ihrem Halter und Dompteur per Hand aufgezogen werden. Die Prägung auf den Menschen macht sie umgänglicher für die ausgefallensten Dressurwünsche ihrer Halter. Nicht selten wird zusätzlich auch Hand angelegt und auf die Tiere eingeprügelt.
Fakt ist, in dieser Branche werden alle Schimpansenbabys entweder ihren Müttern entrissen oder die selbst handaufgezogene Mutter zeigt ein so gestörtes Aufzucht- und Sozialverhalten, dass sie schon absehbar ihr eigenes Baby vernachlässigen und ablehnen wird. Ein für die Halter also erwünschter und selbst inszenierter Teufelskreis. Für immer neuen Nachwuchs muss gesorgt sein.

Kein Wunder also, dass Frau Samels Schimpansenbestand von einst drei aus den USA selbst importierten Schimpansen, auf heute mittlerweile 14 selbst „gezüchteten“ Schimpansen angestiegen ist. Ein weiteres besonderes Merkmal, dass auch im Zusammenhang mit der großen Schimpansenanzahl steht, ist, dass Schimpansen bei Eintreten in die Pubertät (ca. 5 bis 8 Jahren), so aggressiv gegenüber ihren „Ersatzeltern“ und anderen Menschen werden, dass ein Auftreten aufgrund der Aggressionsgefahr unmöglich wird.

 

Christiane Samel bei einer ihrer "Schimpansenshows". Foto: (c) Animal Public
„Ein Teil der Affen ist geschlechtsreif und damit nicht mehr dressierbar.“ Christiane Samel (3)

Schnell muss also für jungen Schimpansenersatz gesorgt werden. Ständig neue Handaufzuchten und steigende Anzahl an Individuen der Schimpansenhalter sind typische Merkmale für so genannten Show- und Fernsehschimpansen. Auch bei der ZDF-Fernsehserie „Unser Charly“ ist es bezeichnend, dass mittlerweile mehr als 11 Charlys verwendet wurden. Und auch der Schwabenpark im schwäbischen Kaisersbach hat mittlerweile an die 40 Schimpansen, die alle mehr oder weniger in der parkeigenen Affenshow einst aufgetreten sind.

Lesen Sie auch:
Unser Charly muss wieder leiden
Unser Charly braucht ihre Hilfe
Das traurige Leben von sogenannten Studioschimpansen


Vermarktung der Babyschimpansen
Frau Samel macht in Zeitungsinterviews immer wieder deutlich, wie wichtig ihre neuen Schimpansenbabys sind. Sobald ein neuer „Showschimpanse“ aus dem Gröbsten ist, wird die Geldmaschinerie angekurbelt:

„Uschi soll der lustige Star der Schimpansendressur werden, mit der die 56-Jährige ab Mai dieses Jahres (2001) wieder auftreten will. Gerade hat Frau Samel einen Stapel Briefe an Künstleragenturen, Seniorenheime und Kindereinrichtungen abgeschickt…Mit insgesamt vier Schimpansen will die 56-Jährige nun wieder auftreten“ (4)
„Ab Mai werde ich wieder auftreten. Mit meinen Schimpansen-Baby Uschi. Sie ist sehr Kinderlieb. Ich werde bei Geburtstagsfeiern und anderen Gelegenheiten den Leuten Spaß und Unterhaltung bringen.“ (7)

Und das gerade die süßen Affenbabys die Kasse klingeln lassen, dass ist es ja, was den Menschenaffen letztendlich immer wieder zum Verhängnis wird.

„Unsere Tiere sind es gewohnt, sich zum Affen zu machen.“ (13)
„Das Publikum erwartet lustige Streiche, über die es lachen kann.“ (4)
„Wenn einem das 1 ½ Schimpansenmädchen (USCHI) unvermittelt auf den Schoß hobst, kann man gar nicht anders, als das quirlige Tier zärtlich zu streicheln. Auf diese Publikums-Reaktion setzt die ehemalige Zirkuskünstlerin Christiane Samel, die den Wirbelwind in der Wohnung aufzieht, weil Affenmutter JAPI ihr Junges nach der Geburt verstoßen hat.“ (4)

„Nutzlose Fresser“
Doch wenn die Pubertät eintritt, wird fast jeder Schimpanse in diesem Geschäft nutzlos. Ältere Schimpansen werden durch Junge ersetzt. Doch was wird aus den ausgedienten Tieren?
Was aus den so genannten „nutzlosen Fressern“, so die Betitelung einer Schimpansenhalterin, später wird, zeigen PETA Deutschlands Recherchen um die Schimpansen der ZDF Fernsehserie „Unser Charly“.

Was wird aus Frau Samels Schimpansen, wenn sie älter werden?
Landen sie hier?
Die Abschiebung von Charly nach Amarillo
Das Abschieberefugium für „Unser Charly“ Schimpansen

 

Die ganze, ausführliche Geschichte um Frau Samels Schimpansen

In den 70er Jahren bringt Christiane Samel von einem Gastspiel aus Amerika beim Circus Ringling Bros. and Barnum & Baily, die ersten drei jungen Schimpansen, Jap, Bingo und Judith, in die ehemalige DDR mit (3). Obwohl der damalige DDR-Staatszirkus ihren Antrag auf Einfuhr ablehnte (7), brachte Frau Samel, ohne Genehmigung (7), dennoch die drei Schimpansen per Schiff in die DDR.

„Wissen Sie, ich hatte mir das in den Kopf gesetzt. Wir kamen mit unseren Tieren per Schiff. Wer hätte das verhindern wollen.“ (7)

Anders als der damalige Staatszirkuschef (3), wollte Frau Samel nun Schimpansen, statt Raubkatzen, bändigen. Ein Streit brach aus, den letztendlich Frau Samel und ihrem Mann die Kündigung 3 bescherte. Der „Auftakt eines zehn Jahre andauernden Affentheaters“ (3).

Ignoranz um die Gefährlichkeit von Schimpansen
Der „unbelehrbare Starrsinn“, so ein Journalist 3 1996, „hat Frau Samel oft an den Rand des Unterganges gebracht“ (3). Und so scheint Frau Samels starrsinnige Einstellung, so unsere Meinung, bis heute geblieben zu sein. Denn obwohl Frau Samel weiß, dass ihre Schimpansen auch gefährlich werden können, tingelt sie sich immer wieder durch Kindergärten, Seniorenheime oder tritt bei Geburtstagen auf. Immer wieder unverantwortliche Auftritte, trotz der Tatsache, dass einer ihrer Schimpansen ihrem eigenen Mann bereits zwei Finger abgebissen hat. Unverantwortlich.

„Sie vergöttert ihre Schimpansen, obwohl der kräftigste unter ihnen gerade ihrem Mann den zweiten Finger abgebissen hat.“ (3)
„Uschi (9 Jahre) darf nicht erschreckt werden. Wir würden sie jedoch ungern mit einem Schauspieler zusammen drehen lassen.“ (22)
„Fanny (6 Jahre) - Mit ihrer Durchtriebenheit ist sie für Menschen nur bedingt geeignet. Wenn sie etwas "missversteht", kann es zu entsprechenden Reaktionen kommen.“ (22)
„Nicky (3 Jahre) ist ein "Junge", er ist frech und verteidigt seinen "Harem". Menschen lässt er nur bedingt heran.“ (22)

Also ungeachtet des Wissens über die Gefährlichkeit und Unberechenbarkeit ihrer Schimpansen schleppt Frau Samel dennoch 2008 einen Schimpansen in eine Bäckerei (9). Als die Bäckerin dem Schimpansen ein Brötchen reicht, beißt der Affe zu. Zwei Finger mussten wieder angenäht werden.
Kurz darauf untersagte (20) der Landkreis Märkisch-Oderland, aufgrund der hohen Gefährlichkeit der Tiere, Frau Samel die Zurschaustellung und erteilte Auflagen.

„Diese Auflagen wurden seitens der Behörde erteilt, um einerseits die Bevölkerung, insbesondere Kinder, vor Verletzungen zu schützen…“ (20)
„Der Landkreis nimmt die Gelegenheit wahr, darauf hinzuweisen, dass von ausgewachsenen Schimpansen eine erhebliche Gefahr auch für Menschen ausgeht. Das gilt auch für Affen im jugendlichen Alter, die bereits über ein erhebliches Aggressionspotential verfügen.“ (2)

Obwohl das Tierschutzgesetz im §2 vorschreibt, dass der, der „ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat“ über die „erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen“ muss und im §11 sogar eine gewisse „Zuverlässigkeit“ aufzuweisen hat, was hier unserer Ansicht nach offensichtlich mehr als fraglich scheint, lässt sich Frau Samel nicht beirren und machen scheinbar weiter wie bisher.

Trotz des Zwischenfalles 2008, wirbt der „Verein zum Schutz der Schimpansen - Pro Dryopithecus“, Geschäftsführerin des Vereins ist Frau Samel selbst, auf dessen Hompepage weiter für die Möglichkeit einer Buchung von Schimpansen für diverse Events und Auftritte.
Obwohl mittlerweile bekannt ist, so unsere Recherchen, dass Frau Samel seit 2003 auch keine §11 Genehmigung zur Zurschaustellung ihrer Schimpansen besitzt, scheint der „Verein“ dennoch Möglichkeiten gefunden zu haben, Auftritte durchzuführen.
Wir fragen uns, wer darf also, trotz bewiesener Gefährlichkeit und selbst beschriebener Unberechenbarkeit, die Schimpansen dennoch nach entsprechender Buchung auf der Homepage des Vereines, auftreten lassen? Treten die Schimpansen womöglich illegal mit Frau Samel auf?

„Mit der Gründung unseres Vereins 2002 ist die Schimpansenhaltung in Hönow längst aus dem Status „privat“ herausgetreten, auch wenn sich aus Kompetenzgründen vorrangig die Samels um Unterkunft, Versorgung und Beschäftigung kümmern.“ (19)

Frau Samel kümmert sich aber nicht nur um die Affen, sondern ist auch um die Belange des Vereins, denn sie ist Geschäftsführerin, zuständig. Offenbar hat man also doch Lücken gefunden, mit Frau Samels Schimpansen aufzutreten. Und natürlich geht es, so der Verein, bei allen Auftritten nur um den Schutz von Schimpansen und nicht um Geld:
„Der Verein: Ein Buchungsboykott kommt einem Spendenverbot gleich.“ (19)

Interessant ist auch, dass auf derselben Vereinsinternetseite ein Gutschein für einen Auftritt mit Schimpansin Babsy beworben wird.
Man bedenke jedoch, dass Babsy heute 6 Jahre alt ist und Schimpansen schon im Alter von 5 bis 8 Jahren in die Pubertät eintreten. Das heißt, auch Babsy ist bereits jetzt eine tickende Zeitbombe und kann nun auch plötzlich aggressiv und gefährlich reagieren.

Aber der Verein spielt jegliche Gefahr und die bereits erwähnten Unfälle herunter: „Und Angstmache vor dem gefährlichen ausgewachsenen Schimpansen ist lächerlich. Wozu haben wir denn ein gesichertes Gehege gebaut?“ 19


Die Schimpansenhaltung Frau Samel in der Kritik

Bereits bei Betrachtung einiger Vorfälle und Unfälle in ihrem eigenen Zirkus Aeros, könnte man ein erstes Bild über die Zuverlässigkeit von Frau Samel, damals noch Zirkuschefin, erstellen.
So büxten im Dezember 1993 in der Nacht drei Löwen aus. Während zwei Löwen schnell wieder eingefangen werden konnten, wurde Löwin ELSA erst am Morgen, 8 Stunden später, auf einem Leipziger Hinterhof wieder gefunden. Im Juli 1996 stürzten zwei Reiter von einem Pferd und wurden verletzt. Ein Tag später fällt ein weiterer Reiter vom Pferd und wird ebenfalls verletzt. Wieder ein Tag später wird Annette-Heinrich-Samel fast von einer Netzpython erwürgt.

Aber auch die Haltung ihrer Schimpansen stand bereits 1995 in der Kritik. So erstattete ein Tierschutzverein wegen des Verdachtes des Verstoßes gegen Tier- und Artenschutzbestimmungen Anzeige gegen Frau Samel. In dieser Anzeige heißt es, dass die „gutachterlichen Stellungnahme von Professor Niemitz zufolge eine weitere Genehmigung für die Vermarktung der Schimpansenkinder nicht erteilt werden kann.“
Und weiter heißt es im Schreiben: „Aus Erfahrung ist damit zu rechnen, dass Frau Samel damit drohen wird, die Schimpansen den Behörden zu übergeben, wenn sie ihre Interessen nicht durchsetzt. Tatsächlich sind die Tiere für sie nutzlose Fresser, wenn sie die Jungtiere nicht mehr zur Schau stellen kann.“

Im Juni 1998 bittet erneut ein Tierschutzverein um Hilfe, für „Schimpansen in Not“. Wieder geht es um Frau Samels Schimpansen. „Gesucht wird eine oder mehrere Einrichtungen die Schimpansen aufnehmen“. Damals ging es um 5 Jungschimpansen in einer Gruppe, 2-9 Jahre alt und 7 Altschimpansen in 2 Gruppen von Frau Samel.

Die Unterbringung der Schimpansen wird vom Tierschutzverein folgendermaßen beschrieben:
„Die Schimpansen werden im Untergeschoß in einem Einfamilienhaus bzw. Zirkuswagen gehalten. Die Jungen sind beschlagnahmt. Auch die Alttiere müssen dringend untergebracht werden, weil die Haltung viel zu eng ist und weil Frau Samel Konkurs anmelden musste. Die Jungen wurden von Frau Samel für Zirkuszwecke und als Reklame missbraucht.“

2007 finden sich folgende Aussagen über die Unterbringung der Schimpansen in diversen Printmedien:
„Die Kreisverwaltung wolle die Haltung trotzdem untersagen, weil die Gehege nicht genug Raum bieten. Scheffler räumte ein, dass Frau Samel das anders sieht.“ (12)
Thomas Scheffer, Sprecher des Veterinäramtes Märkisch-Oderland: „Der einzige Mangel war das nicht ausreichende Platzangebot.“ (11)
Ein Experte aus dem Landwirtschaftsministerium Brandenburg zu BILD: „Es ist auf diesen Grundstück unmöglich, so viele Tiere zu halten. Man kann das als Tierquälerei bezeichnen.“ (11)
„Frank Plücken: Es sei offensichtlich, dass die Haltung der Schimpansen nicht tierschutzgerecht sei.“ (14)

Und man bedenke, dass die Haltungsbedingungen für Schimpansen nach dem so genannten Säugetiergutachten bemessen werden. Jedoch waren diese so genannten „Leitlinien“ bei ihrer Erstellung 1995 bereits so veraltet, dass sie weder den damaligen noch den heutigen internationalen Standard entsprach.
Das heißt, dass jeder Käfig bei Frau Samel, der vielleicht noch gerade so diesem ungenügenden Gutachten entspricht, nicht wirklich als ausreichend bezeichnet werden oder dem wirklichen Verhaltensbedürfnis eines Schimpansen entsprechen muss. Das Wort „artgerecht“ ist hier also völlig fehl am Platze. Bis heute hat man dieses so genannte Säugetiergutachten nicht verbessert.
Bis heute sind es „Leidlinien“ statt „Leitlinien.“

Nach unseren, noch unbestätigten Informationen zufolge, soll Frau Samel bereits 2003 die Auflage erhalten haben, die Gruppe zu verkleinern und die Tiere zu sterilisieren.


Boykott für eine bessere Zukunft ihrer Schimpansen
Der erste Versuch von Tierschützer 1997, Frau Samels Affen in die europaweit anerkannte und professionelle Primaten-Auffangstation von „Stichting AAP“ (Niederlande) unterzubringen scheiterte.
Frau Samel weigert sich offensichtlich, ihren Schimpansen ein artgerechteres Leben zu bieten.
Eine brandenburgische Behörde schreibt „Stichting AAP“ schließlich: „Frau Samel vom Zirkus Aeros wird ihre 12 Schimpansen wahrscheinlich nicht abgeben.“

Lesen Sie hier, was uns David van Gennep von weltweit anerkannten niederländischen Primatenauffangstation Stichting AAP (Niederlande) zu Frau Samel im Interview verriet.

2008 bot die niederländische Primatenauffangstation „Stichting AAP“ zum wiederholten Male die Möglichkeit an, einigen Schimpansen von Frau Samel, die in beengten Bedingungen leben müssen, in viel bewegungsfreiere und damit würdigere Unterbringung unterzubringen. Wieder schlug, wie zuvor 1997, Frau Samel das Angebot aus. Die Gegenargumente von Frau Samel hierzu waren mehr als absurd und zeigen zum wiederholten Male, wie skandalös und realitätsfremd Frau Samels Verantwortungsbewusstsein tatsächlich ist.

Frau Samel:
„Dorthin gebe ich die Tiere nicht“, sagt sie, [/i]„Die Anlage in den Niederlanden gefällt uns einfach nicht. Auf unserem Grundstück geht´s den Affen gut, sie bleiben hier.“[/i] (10)
„Sie würden dort in der Nähe von verseuchten Versuchsaffen leben!“ (11)
„Die Tiere sind dort Zeit ihres Lebens eingesperrt.“ (12)
„Wir geben unsere Tiere nicht in eine Gemeinschaft von infizierten ehemaligen Laborschimpansen, die, von Menschen abgeschottet, in rattenbefallenen Ghettos untergebracht sind, welche die Pharmaindustrie finanziert hat.“ (19)

Was Frau Samel in den vielen Jahren selbst dafür getan hat, um für ihre geliebten Schimpansen bessere Lebensbedingungen zu schaffen, zeigen Frau Samels Aussagen gegenüber den Medien.
1996 lässt Frau Samel verlauten, „dass sie mit ihren 12 Schimpansen und Elefantin Daisy nach Kenia (Afrika) auswandern will.“ (1)
1997 verkündet Frau Samel dann, „Amerikaner hätten den Zirkus Aeros übernommen“ (6). Im selben Jahr heißt es aber wieder, „ich nehme meine 12 Schimpansen und wandere nach Kenia aus“ (15). Und einem Journalisten gegenüber träumt sie „von der Gründung eines Freizeitparks in Kenia.“ (15)
2007 dann sei „Ihre große Hoffnung: der Zoo Arche Noah Grömitz. Dort wird im Frühjahr ein Gehege fertig, in dem alle 13 Schimpansen Platz haben.“ (11)
Und auf der Internetseite ihres Vereins wird 2009 erzählt: „Wir initiieren die Einrichtung einer internationalen Auffangstation für Primaten, insbesondere Schimpansen.“ (19)

Abgedroschen und wie blanker Hohn erscheinen dann folgende Aussagen Frau Samels oder ihres Vereins über ihre angebliche Fürsorge und Sorgen um die Zukunft ihrer ach so geliebten Schimpansen.


Zitate:
„Dabei sind die Schimpansen ihre einzige wirkliche Sorge, weil der Tag näher rückt, wo sie ein neues Zuhause brauchen.“ (3)
„Wir haben die Verpflichtung, ihnen eine würdige Zukunft zu bieten.“ (4)
„Die eigenen Gehege seien zu eng, ein Auseinanderreißen der tierischen Familie möchten Samels vermeiden.“ (4)
„Zweck unseres Vereins ist der Schutz und die Hilfe für Schimpansen in ihrer natürlichen Umwelt sowie in menschlicher Haltung. Schimpansen aus Zirkus und darstellendem Gewerbe wollen wir einen weitestgehend artgerechten Lebensabend geben.“ (13)
„Unsere staatlich anerkannte gemeinnützige Tätigkeit gilt der Förderung des Tierschutzes.“ (13)
„Unsere Schimpansen bekommen genügend Futter und Zuneigung. Sie gehören zur Familie.“ (10)

Fakt ist auch, dass aufgrund dieser fürsorglichen, guten, geschützten, gesunden und natürlich artgerechten Tierhaltung nachweislich drei ihrer Familienmitglieder, vor erreichen ihres Höchstalters, was bei 50-75 Jahren liegt, gestorben sind. Ein männlicher Schimpanse starb sogar mit 4 Jahren, die anderen zwei mit 18 und 19 Jahren. Obwohl Frau Samel heute 13 Schimpansen haben müsste, wird aktuell immer von nur 12 Schimpansen berichtet. Gab es mittlerweile sogar den vierten Todesfall? Warum Frau Samel und ihr Verein auf ihrer Internetseite nicht über den Tod und vor allem nicht über die Ursachen des Todes ihrer Schimpansen berichten, erübrigt sich wohl nachzufragen. Aber rauchende Schimpansen für Filmaufnahmen anzubieten, dafür hat Frau Samel natürlich dann doch ein paar Textzeilen auf der Internetseite übrig.



Quellennachweis
(1) Sächsische Zeitung vom 07.01.1996
(2) Sächsische Zeitung vom 07.02.1997
(3) Wirtschaft & Markt vom Januar 1996
(4) Berliner Morgenpost vom 31.01.2001
(5) Lausitzer Rundschau 11.01.1997
(6) Sächsische Zeitung vom 05.05.1997
(7) Märkische Oderzeitung vom 26.12.2000
(8) www.aapn.org/ Juni 2007
(9) Welt vom 15.02.2008
(10) BZ vom 10.10.2007
(11) BILD Berlin vom 11.10.2007
(12) Neues Deutschland vom 14.10.2007
(13) „Pro Dryopithecus“ Verein zum Schutz der Schimpansen
(14) Berliner Zeitung vom 12.01.2008
(15) Welt vom 06.01.1997
(16) Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) vom 13.02.2008
(17) Sächsische Zeitung vom 08.06.1996
(18) Animal Public
(19) Pressemitteilung des Vereins „Pro Dryopitheus e.V.“ 2009
(20) Pressemitteilung des Landkreis Märkisch-Oderland vom 14.02.2008
(21) Frau Samel in einer Email an Frank Albrecht vom 18.03.2008
(22) www.filmschimpansen.de