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Schafe sind keine Sportgeräte: PETA übt scharfe Kritik an Deutscher Schafschurmeisterschaft in Salem

 
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Stand August 2017
Salem / Stuttgart, 17. August 2017 – Blutiger Wettkampf: Bei der Deutschen Schafschurmeisterschaft in Salem werden am kommenden Wochenende erneut hunderte Schafe geschoren. PETA übt scharfe Kritik an der Veranstaltung, da die Tiere durch den enormen Zeitdruck beim Wettbewerb zwangsläufig Schnittwunden erleiden und beim groben Scheren misshandelt und extremem Stress ausgesetzt werden. Die Tierrechtsorganisation appelliert daher an Menschen aus der Bodenseeregion, die Schafschurmeisterschaft nicht zu besuchen, um die Misshandlung der Tiere nicht zu unterstützen.
 
„Schafe sind keine Sportgeräte – derartige Wettbewerbe sind lediglich ein blutiges Kräftemessen auf Kosten der Tiere“, so Frank Schmidt, Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei PETA. „Aufgrund des Zeitdrucks fügen selbst professionelle Schafscherer den sensiblen Tieren blutige Schnittwunden zu. Wir hoffen, dass Familien am Bodensee dieses traurige Spektakel nicht unterstützen und sich stattdessen für tierfreundliche Wochenendaktivitäten entscheiden.“
 
Bereits 2016 hatten Videoaufnahmen von der Schafschurmeisterschaft in Nattheim Schnittverletzungen der Schafe aufgedeckt. Wegen des Verdachts auf mehrfache Verstöße gegen das Tierschutzgesetz erstattete die Tierrechtsorganisation daraufhin Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Ellwangen gegen den Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg e.V. als Veranstalter des Wettbewerbs sowie gegen die Schäferei. Die PETA vorliegenden Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft sprechen von 15 verletzten Schafen. Ein Schaf trug eine 12-15 Zentimeter lange Schnittwunde davon, die „mit 10 Klammern verschlossen wurde“. In den Finalläufen in Nattheim führte die Wettkampfsituation zu den von PETA angeprangerten Anstieg von Verletzungen bei den Tieren.

PETA wird bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart Beschwerde gegen die Einstellung des strafrechtlichen Verfahrens einlegen. Aktuell wurde der Fall von Nattheim zur Prüfung von Ordnungswidrigkeiten an die Verwaltungsbehörden abgegeben. PETA fordert den Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg dazu auf, Schafschurmeisterschaften einzustellen und die offenkundigen Verletzungen bei der Schur nicht zu verheimlichen.

In den vergangenen drei Jahren hat PETA insgesamt sieben Enthüllungsberichte aus 40 Betrieben auf drei Kontinenten veröffentlicht. Sie alle haben gezeigt, dass Schafe für Wolle verstümmelt, misshandelt und sogar lebendig gehäutet werden – auch für vermeintlich „nachhaltig produzierte“ Wolle. In Australien, dem Hauptexporteur von Wolle, werden Lämmer zudem nach wie vor durch das grausame Mulesing verstümmelt. Hierbei werden den Tieren ohne die Gabe von Betäubungsmitteln tellergroße Fleischstücke um den Schwanz herum herausgeschnitten.

Aufgrund dieser routinemäßigen Gewalt gegen Schafe bei der systematisch auftretenden Schurverletzungen empfiehlt PETA allen Verbrauchern, auf tierfreundliche Materialien wie Lyocell, Baumwolle, Viskose, Polyester und Polyacryl zurückzugreifen.
 
Weitere Informationen
PETA.de/Wolle-Deutschland
PETA.de/Wolle
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de