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Schlachtfest in Hafenpreppach: PETA spendiert 500 vegane Würstchen bei Namensänderung in „Veggie-Fest“ unter dem Motto „Tiere achten, statt schlachten“

Stand Februar 2016
Maroldsweisach / Stuttgart, 25. Februar 2016 – Töten kann nie ein Fest sein: Am kommenden Samstag findet das Schlachtfest des SV 1930 Hafenpreppach im Sportheim des Maroldsweisacher Gemeindeteils Hafenpreppach statt. Gerade in ländlichen Gegenden Deutschlands haben die sogenannten Schlachtfeste eine lange Tradition. Heute sind die Zusammenkünfte häufig eine Verknüpfung verschiedener Hausschlachtungen oder lediglich Dorf- und Stadtfeste, bei denen große Mengen Fleisch verzehrt werden. Im Sinne des Tierschutzes, der Nachhaltigkeit und einer gesunden rein pflanzlichen Ernährung kontaktierte PETA die Veranstalter des Schlachtfests und schlug ein neues Konzept vor: Feiern die Bürgerinnen und Bürger aus Maroldsweisach künftig ein Veggie-Fest unter dem Motto „Tiere achten, statt schlachten“, spendiert die Tierrechtsorganisation 500 vegane Würstchen und unterstützt den Verein außerdem mit zahlreichen tierfreundlichen veganen Rezeptvorschlägen.
 
„Tradition rechtfertigt niemals Tierquälerei – sogenannte Schlachtfeste sind völlig veraltet und nicht mit der heutigen aufgeklärten Gesellschaft zu vereinbaren“, so Felicitas Kitali, Ernährungswissenschaftlerin und Fachreferentin bei PETA. „Mit dem neuen tierleidfreien, rein pflanzlichen Verpflegungskonzept könnten die Bürgerinnen und Bürger aus Maroldsweisach ein klares Zeichen für einen Wertewandel hin zu mehr Mitgefühl für alle Lebewesen setzen.“
 
Ein Stadt- und Dorffest mit einer großen Vielfalt pflanzlicher Köstlichkeiten wäre zudem nachhaltiger und umweltfreundlicher: Einem Bericht der Welternährungsorganisation (FAO) von 2006 zufolge gilt die Tierwirtschaft als Hauptverursacher der Umweltprobleme unserer Zeit [1]. Das UN-Umweltprogramm 2010 bestätigte, dass ein globaler Wandel hin zu einer veganen Ernährung notwendig ist, um den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels entgegenzutreten [2]. Auch das deutsche Landwirtschaftsministerium (BMEL) stellt dar, dass eine pflanzliche Ernährung über 40 Prozent der Treibhausgasemissionen einsparen könnte [3].
 
Allein in deutschen Schlachthäusern werden jedes Jahr über 800 Millionen fühlende Lebewesen für die Fleischproduktion getötet. Diese Tiere haben meist ein entbehrungsreiches Leben und stressvolle Transporte hinter sich, bevor sie qualvoll sterben – denn keine Betäubungsmethode ist schmerz- und stressfrei für das Tier. Aufgrund von Fehlbetäubungen werden Rinder, Schweine und Hühner häufig bei teilweise vollem Bewusstsein getötet. Laut Angaben der Bundesregierung sind je nach Betäubungsart 3,3 bis 12,5 Prozent der Schweine und vier bis über neun Prozent der Rinder nicht ausreichend betäubt, wenn Arbeiter sie an einem Bein aufhängen und ihnen kopfüber die Kehle durchtrennen. In absoluten Zahlen sind dies jährlich weit über 300.000 Rinder und bis zu 7,5 Millionen Schweine – die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. Für Hühner und Puten wurde noch keine Fehlbetäubungsrate ermittelt, was unter anderem damit zusammenhängen könnte, dass diese Tiere im Schlachthof nur in Tonnen und nicht als einzelne Individuen angegeben werden.
 
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
[1] Food and Agriculture Organization (2006): Lifestock’s Long Shadow: Environmental Issues and Options. United Nations (UN).
[2] United Nations Environment Programme (2010): Assessing the Environmental Impacts of Consumption and Production. Priority Products and Materials.
[3] BMELV (2008): Bericht des BMELV für einen aktiven Klimaschutz der Agrar-, Forst- und Ernährungswirtschaft und zur Anpassung der Agrar- und Forstwirtschaft an den Klimawandel. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
 
Weitere Informationen:
Veganstart.de
PETA.de/Ernährung
PETA.de/Fleisch
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de