Spenden
 »  »  » Schlange im Wappen: PETA appelliert an Städte und Gemeinden, sich für Reptilien einzusetzen

Schlange im Wappen: PETA appelliert an Städte und Gemeinden,
sich für Reptilien einzusetzen

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge
Stand Mai 2013
Gerlingen, 29. April 2013 – Eine Schlange im Wappen hilft Reptilien? Möglich wäre es, denn die Wappen zahlreicher Städte und Gemeinden in Deutschland werden von einer Schlange geziert. Gute Voraussetzungen für den Reptilienschutz findet PETA Deutschland e.V. Die Tierrechtsorganisation hat nun die Bürgermeister angeschrieben und sie gebeten, sich in besonderem Maße für Schlangen und alle anderen Reptilien einzusetzen. In dem Brief wird um ein Verbot von Reptilienbörsen in städtischen Gebäuden sowie von Reptilien-Shows in Kindergärten und Schulen gebeten. Reptilienausstellungen widersprechen dem Tierschutz und sind eine Gefahr für die Gesundheit: Die tierschutzwidrige Unterbringung bedeutet permanenten Stress für die Tiere. Zudem können Reptilien exotische Salmonellenarten übertragen, eine Infektion kann für den Menschen sogar tödlich enden. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommen aktuelle Studien.

„Wir hoffen, dass die Städte und Gemeinden eine tierfreundliche Entscheidung treffen und sich für die sensiblen Tiere engagieren – nicht nur aus Gründen des Tierschutzes, sondern auch zum Schutz der menschlichen Gesundheit“, so Nadja Kutscher, Kampagnenleiterin bei PETA.

Etwa 90 Prozent der in Gefangenschaft gehaltenen Reptilien tragen gefährliche Salmonellenerreger in sich. Die übertragenen Keime können im Extremfall eine Hirnhautentzündung verursachen und sogar tödlich enden. Diese Gefahr ist für Kinder, Immungeschwächte und ältere Menschen besonders hoch. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren herrührt. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin resümiert, dass sich die Infektionen beim Menschen am häufigsten als Magen-Darm-Infektionen manifestieren.

Reptilienausstellungen sind tierschutzwidrig. Die Exoten werden in viel zu kleinen Boxen, oft ohne ausreichende Versteckmöglichkeiten ausgestellt, meist ohne den für das Wohlbefinden der Tiere so wichtigen Temperaturgradienten zur Regelung der Körpertemperatur. Ein großer Teil aller in Deutschland gehaltenen Tiere kommt als Wildfang oder aus Massenzuchtanlagen nach Europa. Die Wildfänge sind oftmals in einem katastrophalen Zustand: Krankheiten, Verletzungen sowie Nahrungsverweigerung lassen über 90 Prozent der Tiere noch im ersten Jahr sterben. Aber auch in Deutschland nachgezüchtete Tiere sind nicht domestiziert – sie leiden gleichermaßen unter den Bedingungen und sind nicht an ein Leben in Gefangenschaft angepasst. Nicht selten werden Reptilien zu Schleuderpreisen an Jedermann verkauft – unabhängig davon, ob der zukünftige Halter über das nötige Fachwissen verfügt.

PETA appelliert an die Bevölkerung, einschlägige Ausstellungen zu meiden. Wer das nötige Fachwissen besitzt, sollte ein Tier aus einer Auffangstation bei sich aufnehmen – so wird der Handel nicht weiter angekurbelt.

PETA hat sich an die folgenden Städte und Gemeinden gewandt:

Gemeinde Schlangen
Kreisstadt Dachau
Gemeinde Gars am Inn
Gemeinde Karlsburg
Gemeinde Dagersheim
Gemeinde Oftersheim
Gemeinde Burg (Spreewald)
Gemeinde Elzerath
Gemeinde Hettenshausen
Landkreis Börde
Heilbad Schlangenbad
Gemeinde Koxhausen
Gemeinde Untermerzbach
Gemeinde Reinholterode
Gemeinde Hedwigenkoog
Gemeinde Plein
Kreisfreue Stadt Oberhausen

Das Schreiben an die Bürgermeister ist auf Anfrage erhältlich.

Exotische Tiere (hier eine Bartagame auf der „Terraristika“ in Hamm) werden auf einschlägigen Börsen wie Ware gehandelt / © PETA