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Kopi Luwak

Das Leiden der Schleichkatzen für die Kaffeeproduktion

Stand Oktober 2013
Schleichkatzen sind katzenartige kleine Raubtiere, die vorwiegend in Asien, Afrika und Madagaskar leben und sich neben kleineren Tieren, Insekten oder Würmern auch von Nüssen oder den reifen, roten Kaffeefrüchten ernähren - und das ist ihr Verhängnis.

PETA Asien hat 2013 eine Recherche bei mehreren Kopi Luwak-Produzenten in Indonesien und auf den Philippinen durchgeführt. Das dabei erstellte Videomaterial zeigt die tierquälerischen Bedingungen, unter denen die Schleichkatzen für die Kaffee-Produktion leiden müssen. Die Tiere – oftmals Wildfänge – werden in kleinen verdreckten Käfigen gefangen gehalten und bekommen oft nichts anderes als Kaffee-Kirschen zu essen. Viele Tiere leiden unter Mangelerscheinungen wie Haarausfall sowie an deutlich sichtbaren Verhaltensstörungen. Einige dieser Farmen täuschen die Konsumenten und bewerben die ausgeschiedenen Kaffeebohnen der eingesperrten Schleichkatzen als Wildsammlung. Unverhohlen gaben einige Farmer zu, dass die Industrie wissentlich Kaffee von eingesperrten Schleichkarten als Wildsammlung deklariert. Die Nachfrage nur durch das Sammeln von Schleichkatzen-Exkrementen im Wald zu decken ist nahezu unmöglich, so einige der Produzenten.


 

Schleichkatzenkot für die Kaffeeproduktion

Wenn der Fleckenmusang die roten Kaffeefrüchte isst, verdaut er nur das Fruchtfleisch, nicht die Bohne. Diese kann im Magen fermentiert werden. Die ausgeschiedenen fermentierten Kaffeebohnen werden von einigen als Kaffeespezialität für mehrere hundert Euro pro Kilo gehandelt. Daraus hat sich für die Menschen, zum Beispiel in Indonesien, ein lukratives Geschäft entwickelt. Denn die Hinterlassenschaften des Fleckenmusang werden längst nicht mehr nur von Hand im Wald aufgesammelt.
Die Tiere sitzen verängstigt in ihren Volieren. © PETA Asia-Pacific
Ein Leben hinter Gittern
Bilder aus Asien belegen immer wieder, dass die Menschen vor Ort die Schleichkatzen inzwischen in engen Käfigen einsperren und ihnen die roten Kaffeekirschen zu essen geben. Insbesondere in Indonesien, beispielsweise auf Bali oder Sumatra, verdienen mittlerweile viele Menschen Geld mit dem Kot des Fleckenmusang. Für die wildlebenden Tiere ist das die Hölle. In den Verschlägen aus Holz und Metallgittern können sie sich kaum bewegen. Ein Video zeigt sogar, wie eine wildlebende Schleichkatze von einem Kaffeeproduzenten eingefangen und in einen Sack gesteckt wird. Für ihr restliches Leben wird die Schleichkatze in einen winzigen Käfig eingesperrt. Ab und zu müssen die Tiere für das Urlaubsfoto eines Touristen herhalten, doch die Freiheit wird ihnen ein für alle Mal genommen. Auf ihrer Homepage oder auf Facebook posieren die Kaffeeproduzenten direkt neben den kleinen Käfigen aus Metall und Holz.

Die Schleichkatzen sind Wildfänge und leiden in Gefangenschaft. © PETA Asia-Pacific
Das große Geld mit dem Tierleid
Die Menschen in Indonesien zeigen offen, wie die Kaffeebohnen produziert werden, doch noch fehlt die nötige Aufklärung der Käufer in Deutschland. Diese werden im Glauben gelassen, dass einheimische Menschen den Kot des Fleckenmusangs in mühevoller Handarbeit aufsammeln, während das Tier vergnügt auf Bäumen klettert. Ein Kilo des Schleichkatzenkaffees, auch Civet-Kaffee oder Kopi Luwak genannt, kostet um die 300 Euro. Und genau das macht das Geschäft für die Menschen im asiatischen Raum sehr lukrativ, und auch für die Händler und Feinkostläden in Deutschland. Die ausgeschiedenen Bohnen werden gewaschen und getrocknet und an die zahlende Kundschaft verkauft. Deutschland scheint ein großes Abnehmerland für dieses tierquälerische Produkt zu sein. Laut Informationen eines Händlers steht Deutschland an der Spitze seiner Abnehmer.

Tierquälerei ist geschmacklos
Kaffeekenner und Lebensmittelwissenschaftler sind sich einig: Der Kopi-Luwak-Kaffee hebt sich geschmacklich nicht von anderen Kaffeesorten ab. Die Bitterstoffe, Säuren und Aromastoffe sind fast gleich und geschmacklich sind keine Unterschiede zu verzeichnen. Einige Verkoster nennen den Geschmack sogar „muffig“ oder „bitter“. Genaugenommen gibt es mit dem Kaffee aus Schleichkatzenkot einfach viel Geld zu verdienen.

 

Helfen Sie den gefangenen Schleichkatzen

PETA fordert Verbraucher und Händler dazu auf, sich nicht an dem Geschäft mit Civet-Kaffee (auch Kopi Luwak genannt) zu beteiligen und weder Schleichkatzenkaffe zu kaufen noch zu handeln.
Insbesondere internationale Handelsunternehmen und Einzelhändler sollten sich der Verantwortung gegenüber diesen intelligenten Wildtieren bewusst sein und sich gegen Tierquälerei aussprechen.

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