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Schneckenlohe: 73-Jähriger schießt Jagdkollegen an – PETA fordert Verbot der Hobbyjagd in Deutschland

Stand Dezember 2015
Schneckenlohe / Stuttgart, 28. Dezember 2015 – Gefährliche Schüsse bei der Jagd: Medienberichten zufolge wollte ein 73-Jähriger bei der Jagd in Schneckenlohe im Kreis Kronach Schüsse auf einen Hasen abgeben – der Weidmann wurde von der Sonne geblendet, verfehlte sein Ziel und schoss stattdessen seinen Kollegen an. Der 20-Jährige musste im Krankenhaus behandelt werden. Im Hinblick auf diesen und ähnliche Jagdunfälle fordert PETA Deutschland e.V. das längst überfällige Verbot der sogenannten Hobbyjagd in Deutschland. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass jedes Jahr neben hunderttausenden Tieren, denen erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird, im deutschsprachigen Raum auch mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern getötet und verletzt werden.
„Der aktuelle Fall in Schneckenlohe zeigt wieder einmal: Bei der Jagd besteht Gefahr für jedes Lebewesen, das sich in der Nähe aufhält – ob Mensch oder Tier“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Jährlich ereignen sich dutzende Vorfälle, bei denen Fehlschüsse oder Querschläger Menschen verletzen oder gar töten, Gewehrkugeln in Häuser einschlagen oder Spaziergänger plötzlich unter Beschuss geraten. Die Hobbyjagd muss verboten werden.“
Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für die Jagd von Privatpersonen in deutschen Wäldern. Im Gegenteil, die Hobbyjagd geht mit einer Störung des Rechtsfriedens sowie der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einher. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass in bejagten Wildschweinpopulationen die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt. [1] Demnach hat ein hoher Jagddruck zur Folge, dass sich in dem betreffenden Gebiet die Population der Wildschweine erhöht. Auch der namhafte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.
 
PETA weist darauf hin, dass den rund 350.000 Hobbyjägern in Deutschland nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüberstehen.
[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.
 
PETA bietet den Bewohnern des Kreises Kronach den neuen PETA-Jagdsticker „Lebensgefahr! Sie betreten gerade ein Jagdgebiet“ in einer limitierten Auflage kostenfrei an, um auf die Gefahr durch Jäger in deutschen Wäldern hinzuweisen. Der Sticker kann unter info@peta.de angefordert werden.
 
PETA-Jagdsticker / © PETA
Das Motiv kann hier heruntergeladen werden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Jagd
PETA.de/Jagdunfälle
 
Kontakt:
Kristin Graf, +49 (0)711 860591-529, KristinG@peta.de