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Schützen Sie Tiere in EU-Labors

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Stand Juli 2013
Im November 2008 veröffentlichte die europäische Kommission einen neuen Gesetzesvorschlag, der Tierversuche in den 27 Ländern der Europäischen Union regulieren soll. Dieser Vorschlag wird nun mehrere Monate lang von Mitgliedern des Europaparlaments und der EU Regierungen besprochen werden, bevor er fertig gestellt wird. Die Politiker können den Vorschlag zum Schlechten und zum Guten verändern; deshalb braucht PETA jetzt Ihre Hilfe, um das beste Ergebnis für die Tiere zu erzielen, bevor der Vorschlag zum Gesetz wird. Lesen Sie mehr und finden Sie heraus, wie Sie den Millionen von Tieren in Laboren helfen können, deren Leben auf dem Spiel stehen.



Warum ein neues Gesetz?

Derzeit werden Tierversuche in Europa von einem Gesetz reguliert, das als Richtlinie 86/609/EEC (eine Richtlinie legt Regulierungen fest, die EU-Länder in ihre eigenen Gesetze mit einbeziehen möchten) bekannt ist. Als dieses Gesetz 1986 in Kraft trat, waren sich Gesetzgeber und Entscheidungsträger noch wesentlich weniger über Tierschutzthemen und die Bedürfnisse von Tieren bewusst, als dies heute der Fall ist und von wissenschaftlichen Verfahren, wie genetischer Manipulation, die heute recht geläufig sind, hatte man damals noch kaum gehört. Deshalb begann die EU im Jahr 2002 den langwierigen Prozess, ein neues Gesetz aufzusetzen, dass die Richtlinie 86/609 ersetzen soll. Sechs Jahre lang hat dieser Prozess hauptsächlich hinter verschlossenen Türen in Brüssel stattgefunden. Mit der Veröffentlichung des Gesetzesentwurfs durch die Kommission können Kampagnenleiter und die Öffentlichkeit nun endlich sehen, was erarbeitet wurde und – was noch wichtiger ist – Politiker nun direkt darauf drängen, Verbesserungen vorzunehmen.

Was steht in dem neuen Gesetz und wie kann es verbessert werden?


PETA ist gegen alle Tierversuche. Wir sind der Ansicht, dass sie verboten und durch effektive, moderne und humane nicht-tierische Methoden ersetzt werden sollten. Leider wurde ein komplettes Verbot von Tierversuchen nicht vorgeschlagen und würde auch nicht genügend Unterstützung durch Politiker erfahren, um zum Gesetz zu werden, würde man es zu diesem Zeitpunkt einführen. Stattdessen wird das Gesetz die Umstände kontrollieren, unter denen Experimente erlaubt sind und die Art und Weise, wie sie genehmigt werden sowie die Bedingungen, unter denen Tiere gehalten werden und die Informationen darüber, was sie durchmachen. Das Gesetz kann das Leben und den Tod von Tieren in Laboratorien verbessern oder verschlechtern und da es den rechtlichen Vorgang festlegt, der entscheidet, ob ein Versuch genehmigt wird oder nicht, wird es auch die Anzahl der Tiere beeinflussen, die gezwungen sind, diese Tests zu ertragen.
Der Vorschlag ist eine Verbesserung der derzeitigen Gesetze in vielerlei Hinsicht, einschließlich:

- Das Verbot von Menschenaffen (Schimpansen, Bonobos, Orang-Utans und Gorillas) in Experimenten, außer unter besonderen Umständen.

- Es schließt einige Tiere – wie Hummer und Oktopoden – mit ein, die derzeit nicht abgedeckt sind und keinerlei rechtlichen Schutz erfahren.

- Es stellt sicher, dass kein Experiment durchgeführt wird, ohne dass vorher die rechtliche Erlaubnis bei einer Regierungsstelle eingeholt wurde.

- Es führt die Bedingung ein, dass die Beurteilung des Leids der Tiere mit in den Prozess der Genehmigung der Experimente mit einbezogen wird.

- Eine Verbesserung der derzeitigen Anordnung, nach Alternativen zum Tierversuch zu suchen.

- Ein höherer Minimalstandard für die Versorgung mit Tieren, der Laborunterbringung und Inspektionen der Laboratorien durch Behörden.

In einigen der 27 EU-Mitgliedsstaaten lag der rechtliche Schutz für Tiere in Labors viele Jahre lang nahezu bei Null und noch immer können Experimente ohne die ausreichende Überwachung von Behörden stattfinden. Diese neuen Anordnungen werden deshalb eine Menge dazu beitragen, die schlimmsten Vorgänge in einigen Ländern zu reduzieren. Jedoch werden sie die grundsätzlichen Praktiken in den größten Tiernutzungsländern der EU, wie Großbritannien und Deutschland, nicht verändern. In diesen und anderen Ländern gibt es bereits viele dieser Maßnahmen, einschließlich der „ethischen Bewertung“, leider tragen sie oft nichts dazu bei, Tierleid zu verhindern. Experimente zu niederen Zwecken, wie für Haushaltsprodukte, sind noch immer erlaubt; Behörden schlucken gutgläubig die Aussagen über die Wichtigkeit dieser Tests, Entscheidungen werden vor der Öffentlichkeit verborgen und die Anzahl an Experimenten steigt.

Wir sind der Ansicht, dass es vier Hauptthemen in dem Gesetzesvorschlag gibt, die verbessert werden können und müssen:

- Trotz eine überwältigenden Unterstützung durch die Europäische Öffentlichkeit und den vormals zu Wort gebrachten Wünschen des Europaparlaments, enthält der Entwurf keine Maßnahmen zur Beendung der Verwendung aller Primaten (wie auch Affen und Menschenaffen).
Das Schlupfloch, das die Möglichkeit bietet, einige Experimente an Menschenaffen durchzuführen, muss unbedingt geschlossen werden.

- Einzelheiten dazu, was mit den Tieren dort geschieht und – was noch wichtiger ist – wie die Entscheidungen getroffen werden, Experimente zuzulassen, bleiben geheim, da der Entwurf Maßnahmen ablehnt, die es der Öffentlichkeit ermöglichen würden, Zugang zu den Informationen zu haben. Das bedeutet, dass Tierschutzorganisationen, wie PETA, sowie die Öffentlichkeit und sogar Wissenschaftler und Politiker nicht in der Lage sein werden, für sich selbst zu urteilen, ob Entscheidungen fair, objektiv und mit den besten wissenschaftlichen Mitteln getroffen wurden.

- Der Entwurf erlaubt noch immer Vorgänge, die Tieren erheblichem Leid aussetzen.

- Maßnahmen zur Entwicklung von Alternativmethoden zum Tierversuch sind unzureichend.

Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass PETA und andere Tierschutzorganisationen zwar versuchen, den Schutz für die Tiere zu stärken, viele der Tiernutzer sich jedoch unseren Änderungen entgegenstellen und Lobbyarbeit bei Politikern betreiben, um zu versuchen, die derzeitigen Vorschläge abzuschwächen. Unsere Gegner haben Geld und Einfluss und wir müssen dem entgegentreten, um sicherzustellen, dass die Politiker wissen, dass ihre Wähler einen wahren Wandel zum Schutz der Tiere sehen möchten.

Was passiert derzeit und wie können wir das beeinflussen?


Der Prozess, in dem ein Vorschlag wie dieser in der EU zum Gesetz wird, ist kompliziert. Der Entwurf der Europäischen Kommission muss nun überprüft werden, dann muss das Europaparlament sowie alle 27 EU-Mitgliedsstaaten zustimmen. Als erstes überprüfen innerhalb des Parlaments Komitees aus Parlamentsmitgliedern den Vorschlag und schlagen dann Zusätze vor und wählen dafür (d.h. Änderungen). Sobald dies geschehen ist, werden der Entwurf und die Zusätze dem Parlament als Ganzes vorgelegt und alle Abgeordneten haben Gelegenheit, weitere Änderungen vorzuschlagen und für eine „Endversion“ zu stimmen. Diese Version kommt dann an den Ministerrat (der alle Regierungen repräsentiert), der gleichermaßen Diskussionen geführt hat. Wenn der Rat mit dem Parlament übereinstimmt, wird der Text zum Gesetz. Wenn nicht, kommt der Entwurf zurück ins Parlament für weitere Änderungen, bis ein Übereinkommen geschaffen werden kann. Der ganze Prozess dauert normalerweise Monate nachdem der erste Entwurf vorgelegt wurde – es kann sogar Jahre dauern.

Dieser lange Prozess bedeutet, dass wir zwei Möglichkeiten haben, das Gesetz zu beeinflussen und verschiedene Gelegenheiten. Das wichtigste st, sich an die Abgeordneten zu wenden, um sie zu bitten, für die Zusätze zu stimmen, die am besten für die Tiere sind. Der zweite Schritt ist die Lobbyarbeit in den Regierungen, die die positiven Änderungen akzeptieren sollen, die die Abgeordneten vorschlagen, wenn der Rat sich mit dem Entwurf befasst. Politiker reagieren auf öffentlichen Druck und die Europawahlen im Juni beschäftigen die Abgeordneten stark. Wenn wir sie wissen lassen, wie wichtig dieses Thema ist, können wir das Gesetz verbessern und Tieren helfen.

Da der Prozess so kompliziert ist und verschiedene Stellen zu verschiedenen Zeitpunkten an ihm arbeiten, ist es schwer, die richtigen Leute zur richtigen Zeit zu kontaktieren. PETA wird den Prozess, die Zusätze und Politiker genau beobachten und wir werden bekannt geben, was zu einer bestimmen Zeit die beste Möglichkeit zu helfen ist. Das bedeutet, dass sich unsere Anschreiben mit der Zeit ändern werden – deshalb: besuchen Sie bitte regelmäßig unsere Website, um die Aktionsaufrufe einzusehen.

12 Millionen Tiere werden Jahr für Jahr in europäischen Laboratorien benutzt und getötet und dieses Gesetz wird hauptsächlich darüber entscheiden, was mit den Millionen von Tieren in der Zeit nach der Einführung passieren wird. PETA wird sich weiterhin für eine Beendung aller Tierversuche einsetzen, doch in den nächsten paar Monaten haben wir alle Gelegenheit, einen wichtigen Unterschied im Leben all derer voranzubringen, die jedes Jahr in Laboratorien eingesperrt sind, Angst haben und leiden.

 


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