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Dreistöckiger Schweinetransporter bei Osnabrück über vier Stunden bei 30 Grad abgestellt: PETA erstattet Anzeige

 
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Stand Juni 2017
Osnabrück / Stuttgart, 13. Juni 2017 – Einem Medienbericht zufolge wurde vergangenen Sonntag ein Schweinetransporter bei 30 Grad ohne Lüftung oder Wasser für die Tiere über vier Stunden unbeaufsichtigt bei Osnabrück abgestellt – Anwohnern zufolge nicht ungewöhnlich für die Firma. Die Tiere hechelten und atmeten schwer, hatten weit aufgerissene Münder. Das zuständige Veterinäramt wurde verständigt. Wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutztransportverordnung hat die Tierrechtsorganisation PETA nun bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstattet. Für Tiere sind Transporte stets mit zahlreichen Risiken verbunden: Sie leiden unter Enge, Temperaturschwankungen, Hunger und Durst. Das Verletzungsrisiko in den vollbelegten Transportern ist enorm. Immer wieder ereignen sich tödliche Unfälle. PETA fordert ein ausnahmsloses Verbot von Tiertransporten.

„Schonende Tiertransporte gibt es nicht. Rücksichtslos werden die Tiere bei jeder Witterung transportiert und nicht selten bei Hitze oder Kälte sich selbst überlassen“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei PETA. „Jeder Verbraucher, der Fleisch isst, trägt Mitschuld. Nur eine pflanzliche Ernährung ist tierleidfrei.“
 
PETA dankt den aufmerksamen Anwohnern, die sich für die Rettung der Tiere eingesetzt haben.

Schweine dürfen laut der Tierschutztransportverordnung bis zu acht Stunden am Stück befördert werden. Allein dies ist extrem belastend für die empfindlichen Tiere. Durch Ausnahmegenehmigungen sind die Transportzeiten jedoch oft sehr viel länger. Auch ohne rücksichtslose Stopps während der leidvollen Transporte leiden die Tiere, die für Ernährungszwecke gehalten und gezüchtet werden. Ihr in der Regel kurzes Leben verbringen die meisten Schweine in riesigen Ställen auf Spaltenböden, ohne je frische Luft zu spüren. Dabei sind Schweine intelligente und äußerst sensible Lebewesen. Genau wie Hunde zeigen sie ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sind sehr reinliche Tiere.
 
Jedes Jahr werden fast 60 Millionen Schweine in deutschen Schlachthäusern getötet. Laut Bundesregierung sind dabei etwa sechs Millionen der Tiere nicht ausreichend betäubt und weisen teilweise noch Lebenszeichen auf, wenn sie in das über 100 Grad heiße Brühbad kommen [1].
 
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
 
[1] http://www.baerbel-hoehn.de/fileadmin/media/MdB/baerbelhoehn_de/www_baerbelhoehn_de/kleine_anfrage_tierschutz_bei_schlachtun.pdf.
 
Weitere Informationen:
Veganstart.de
PETA.de/Schweine

Kontakt:
Judith Stich, +49 (0)30 6832666-04, JudithS@peta.de