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Der tierfreundliche Einkaufsführer

Stand Juli 2013
Es ist heute so einfach, tierische Kleidung durch natürliche und synthetische Materialien zu ersetzen. Aber nicht nur für Kleidung, auch für Accessoires, Möbel, Autointerieur und jeglichen Firlefanz müssen Tiere ihre Häute hergeben. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie paradox es doch ist, dem geliebten Hund daheim ein vermeintlich hochwertiges Halsband aus der Haut eines getöteten Kalbes umzubinden? Im Folgenden finden Sie hilfreiche Tipps, wie und wo Sie in Zukunft großartige Kleidung, etc. finden, für die keine Tiere ihr Leben lassen und unsagbares Leid über sich ergehen lassen mussten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum kein Leder?

Millionen von Kühen, Schweinen, Schafen und Ziegen werden Jahr für Jahr ihrer Häute wegen geschlachtet. Sie werden ohne jegliche Schmerzmittel kastriert, gebrandmarkt, ihnen werden die Hörner entfernt und die Schwänze gekürzt. Dann werden sie zum Schlachthof gekarrt, müssen ausbluten und werden gehäutet. Leder ist nicht nur ein Nebenprodukt der Schlachthäuser – es ist eine boomende Industrie. Die Fleischindustrie verlässt sich auf die Hautverkäufe, um im Geschäft bleiben zu können, da Leder das wirtschaftlich wichtigste „Nebenprodukt“ der Fleischverarbeitenden Industrie ist.
Tierhaut wird mit Hilfe von gefährlichen Mineralsalzen, Formaldehyd, Kohle-Teer-Derivaten, Ölen und Farben auf Zyanidbasis, Chrom und anderen Giftstoffen in fertiges Leder verwandelt. Eine Studie des National Environmental Management Action Plan (NEMAP) hat herausgefunden, dass die Lederindustrie schädlicher für die Umwelt ist, als die Textil-, Medikamenten-, Düngemittel- und Papierindustrien.
Menschen, die in Gerbereien gearbeitet haben oder in ihrer Nähe wohnen, starben bereits an Krebs, verursacht durch die giftigen Chemikalien, die eingesetzt werden, um Leder zu verarbeiten und zu färben.
Wenn Sie Lederprodukte kaufen, könnte das Leder genauso gut von asiatischen Hunden und Katzen stammen; die Auszeichnung von Produkten gibt nur selten an, wo das Produkt herkommt. Man kann sich also nie sicher sein, in wessen Haut man steckt.

Besuchen Sie lederinfo.peta.de, um mehr über die Lederindustrie zu erfahren.

 

Warum keine Wolle?

Das Scheren von Schafen ist mehr als nur ein Haarschnitt. Die Schafe produzieren die Wolle, um sich gegen Temperaturschwankungen zu schützen.
Da die meisten Schafscherer nicht nach Stunden, sondern nach geschorenen Schafen bezahlt werden, arbeiten sie häufig viel zu schnell und ohne das Wohl der Schafe in Betracht zu ziehen. Schafe werden routinemäßig getreten, geschlagen und beim Scheren geschnitten.
Ein Großteil der Wolle weltweit stammt von Schafen aus Australien und Neuseeland. Dort müssen 140 Millionen Schafe jährlich das grausame „Mulesing“ erleiden. Bei dieser Prozedur werden den Schafen ohne jegliche Betäubung mit Scheren tellergroße Fleischstücke vom Hinterteil geschnitten.
Millionen von Schafe, die in Australien und Neuseeland ihrer Wolle wegen gezüchtet werden, werden zur Schlachtung in den Nahen Osten verschifft. Die Tiere kommen auf überladene und von Krankheiten übersäte Schiffe, wo sie wochen- oder sogar monatelang kaum Zugang zu Futter oder Wasser haben. Während dieser grausamen Transporte, müssen sie alle Wetterextreme erleiden und die Temperaturen auf den Schiffen können bis zu 35 ° Celsius erreichen. Viele der Schafe werden krank, wenn sich die Ausscheidungen anhäufen und können sich nicht mehr bewegen. Andere ersticken oder werden von anderen Tieren zu Tode getrampelt.

Die intensive Schafzucht, vor allem in Australien, ist für die Degradierung unserer natürlichen Gewässer und Lebensräume, sowie für die Produktion von Treibhausgasen, wie Methan, die in die Atmosphäre gelangen, verantwortlich.

Wenn Sie Wollprodukte kaufen, stammen diese sehr wahrscheinlich von Schafen, die in Australien oder Neuseeland gezüchtet wurden und da ein Großteil der Wolle über China oder Italien zu uns gelangt, sagt die Auszeichnung auf einem Produkt selten aus, wo es eigentlich herstammt.

Für weitere Informationen über die Wollproduktion, besuchen Sie www.rettet-die-schafe.de

 

Warum keine Seide?

Seide ist eine Faser, die von Seidenraupen gesponnen wird, um ihre Kokons herzustellen. Um die Seide zu bekommen, kochen die Hersteller die Raupen bei lebendigem Leib in ihren Kokons.

Humane Alternativen sind zum Beispiel Nylon, Fasern aus den Samenschoten der Seidenpflanze, Baumwollseide, Fasern des Kapokbaums und Rayon.

 

Warum keine Daunen?

Daunen werden benutzt, um Decken, Kissen, Jacken und andere Produkte zu füllen. Sie sind das weiche Federkleid unter der normalen Federschicht von Gänsen.
Die Daunen werden den Gänsen entweder nach der Schlachtung oder während ihrer Aufzucht für Fleisch oder Gänsestopfleber („Fettleber“) ausgerissen. Bei der Produktion von Stopfleber, wird ein Trichter in den Hals der Tiere gerammt, mit dem sie zwangsernährt werden, bis sich ihre Leber auf das 12-fache ihrer normalen Größe aufgeblasen hat.
Das Entfernen der Federn, verursacht bei den Vögeln große Schmerzen und Stress. Eine Studie ergab, dass der Glucosewert im Blut – das Anzeichen für Stress – bei Gänsen, die gerade gerupft wurden, fast um das Doppelte anstieg.
Daunen sind teuer und verlieren ihre Dämmfähigkeit, sobald sie nass werden, während die Dämmung bei tierleidfreien, synthetischen Füllmaterialien bei allen Wetterlagen bestehen bleibt.