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Skandal-Zirkus „Universal Renz“ in Bochum – PETA drängt bei Behörden auf Entzug der Lizenz für Zirkusdirektor

Stand Februar 2013
Bochum / Gerlingen, 6. Februar 2013 – Körperverletzungen, Nötigung einer Amtstierärztin und Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen – trotz zahlreicher Delikte darf Daniel Renz den von dieser Woche an in Bochum gastierenden Zirkus „Universal Renz“ betreiben. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat nun dem Bochumer Veterinäramt in einem Schreiben dargelegt, warum dem Zirkusdirektor die Genehmigung für die Zurschaustellung von Tieren nach §11 des Tierschutzgesetzes umgehend entzogen werden muss. Denn diese Erlaubnis ist eng an die Zuverlässigkeit des Schaustellers gebunden. Bei Daniel Renz hingegen kann davon angesichts einer mehrseitigen „Sünden-Chronik“ keine Rede sein. Zuletzt wurde 2012 ein Auftritt kranker Tiger erst unterbunden, nachdem PETA die Behörden auf den bedenklichen Zustand der Tiere hingewiesen hatte. PETA beschwerte sich zudem bei Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz sowie den Ratsfraktionen über die Bochumer Stadtverwaltung für die Platzvergabe an diesen Skandalzirkus. Weiterhin bat PETA die Kommunalpolitiker, Wildtiere im Zirkus auf kommunalen Flächen zu verbieten. In gut zwei Dutzend Städten ist ein solches Verbot bereits umgesetzt, darunter in Bonn, Darmstadt und Potsdam.

„Bei Universal Renz sind die Tiere der Willkür des vorbestraften Zirkusdirektors schutzlos ausgeliefert“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Wenn die Behörden das Tierschutzgesetz ernstnehmen, muss Daniel Renz seine Genehmigung verlieren.“

Ein Blick in das von Veterinärämtern geführte Zirkusregister verrät: Allein zwischen Januar 2011 und März 2012 erhielt „Universal Renz“ über 20 amtstierärztliche Ordnungsverfügungen und Verwarnungen aufgrund mangelhafter Tierhaltung. Im Dezember 2011 wurde für die Elefantendame Maya erst ein Manegenverbot erlassen, nachdem PETA das Duisburger Veterinäramt über ihren besorgniserregenden Zustand informiert hatte. Viel zu spät, denn Maya verstarb kurz darauf im Februar 2012. Ein Bußgeldbescheid der Kreisverwaltung Kleve gegen den Zirkus Universal Renz wegen mangelhafter Tierhaltung wurde im Dezember 2010 rechtskräftig. Im April 2009 erfolgte die Verurteilung des Zirkusdirektors durch das Amtsgericht Bocholt aufgrund versuchter Nötigung. Daniel Renz hatte einer Amtstierärztin bei einer Kontrolle gedroht, weil sie gravierende Tierschutz- und Sicherheitsmängel beanstandet hatte. Bereits im Jahr 2000 wurde Renz vom Amtsgericht Wuppertal wegen Körperverletzung verurteilt.

Die Bundestierärztekammer spricht sich ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß.

Schwer kranke Maya kurz vor ihrem Tod / © PETA
Foto in druckfähiger Auflösung:
Fotos.peta.de/details.php?image_id=2998

Weitere Informationen:
PETA.de/Renz
PETA.de/Maya

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de