»  »  »  » Skandal-Zirkus „Universal Renz“ in Dortmund – PETA kritisiert Stadtverwaltung wegen Platzvergabe an skrupelloses Zirkusunternehmen

Skandal-Zirkus „Universal Renz“ in Dortmund – PETA kritisiert Stadtverwaltung wegen Platzvergabe an skrupelloses Zirkusunternehmen

Stand November 2012
Dortmund / Gerlingen, 13. November 2012 – Zirkus „Universal Renz“ gastiert von Donnerstag an in Dortmund. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. kritisiert nun die Stadt aufgrund der mangelnden Sorgfalt, die zu der Platzvergabe für den Zirkus führte. Denn „Universal Renz“ ist bundesweit für Vergehen und Verstöße gegen bestehende Gesetze und Tierschutzbestimmungen bekannt. PETA hat Oberbürgermeister Ullrich Sierau eine zehnseitige Dokumentation darüber zukommen lassen, die bis ins Jahr 1994 zurückreicht. Diese „Sünden-Chronik“ beinhaltet unter anderem Delikte wie Körperverletzung, Nötigung einer Amtstierärztin, Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen sowie gegen das Artenschutzgesetz. Zuletzt handelte sich der Zirkus allein in diesem und letzten Jahr über 20 amtstierärztliche Ordnungsverfügungen und Verwarnungen aufgrund der katastrophalen Tierhaltung ein, wie ein Blick in das von den Veterinärämtern geführte Zirkusregister verrät. Zudem verstarb Anfang dieses Jahres, trotz Appelle von PETA, die Elefantendame Maya unter tragischen Umständen. Im März 2012 wurde der Auftritt mehrerer kranker Tiger erst unterbunden, nachdem PETA bei den Veterinärbehörden auf den bedenklichen Zustand der Tiere hingewiesen hatte. Die Organisation hat Oberbürgermeister Sierau gebeten, künftig nur noch Zirkusbetrieben ohne Wildtiere und mit blütenweißer Weste eine Platzvergabe zu gewähren.

„,Universal Renz‘ ist ein Horror-Zirkus für die Tiere, denn sie sind der Willkür des wegen Prügelattacken vorbestraften Zirkusdirektors Daniel Renz ausgeliefert“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Da die Vergehen des Unternehmens bekannt sind, ist es absolut unverständlich und verantwortungslos, dass die Stadt das Gastspiel zulässt.“

Hier ein Auszug einiger Verstöße des Zirkus Universal Renz: Im Dezember 2011 wurde für die Elefantendame Maya erst ein Manegenverbot erlassen, nachdem PETA das Duisburger Veterinäramt über ihren besorgniserregenden Zustand informiert hatte. Viel zu spät, denn Maya verstarb kurz darauf im Februar 2012. Ein Bußgeldbescheid der Kreisverwaltung Kleve gegen den Zirkus Universal Renz wegen mangelhafter Tierhaltung wurde im Dezember 2010 rechtskräftig. Im April 2009 erfolgte die Verurteilung des Zirkusdirektors durch das Amtsgericht Bocholt aufgrund versuchter Nötigung. Zirkusdirektor Daniel Renz hatte einer Amtstierärztin bei einer Kontrolle gedroht, da die Tierärztin massive Tierschutz- und Sicherheitsmängel beanstandet hatte. 2007 wurde Daniel Renz durch das Amtsgericht Aachen wegen Beleidigung verurteilt, 2000 wurde er bereits vom Amtsgericht Wuppertal wegen Körperverletzung verurteilt.

Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 14 anderen europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Zuletzt hat Griechenland 2012 ein Verbot von Tieren in Zirkusbetrieben beschlossen.

Schwer kranke Maya kurz vor ihrem Tod / © PETA

Foto in druckfähiger Auflösung:
Fotos.peta.de/details.php?image_id=2998

Weitere Informationen:
PETA.de/Renz
PETA.de/Maya

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de