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SPD-Anfrage im bayerischen Landtag offenbart hohe Anzahl an Tierschutzverstößen in Zirkusbetrieben

Beanstandungen bei jeder zweiten Kontrolle: PETA betrachtet Daten als Beleg für systembedingte Tierquälerei

Stand Februar 2016
München / Stuttgart, 4. Februar 2016 – Chronische Tierschutzproblematik: Aus einer Stellungnahme des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz geht hervor, dass Amtstierärzte in Bayern durchschnittlich bei jeder zweiten Kontrolle in Zirkusbetrieben Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen festgestellt haben. Die Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld (SPD) hatte im vergangenen Dezember im Landtag zwei diesbezügliche Schriftliche Anfragen an die Bayerische Staatsregierung gestellt. PETA Deutschland e.V. wertet die Statistik als Beleg für systembedingte Tierschutzdefizite in der Zirkusbranche. Der Zwang zur Mobilität im reisenden Gewerbe macht es den Betrieben unmöglich, Tierarten wie Pferde, Elefanten, Kamele und Löwen tiergerecht zu halten. Die Tierrechtsorganisation zeigt immer wieder zu kleine Käfige und Gehege, kranke und vernachlässigte Tiere sowie Standzeiten von bis zu 20 Stunden auf den Lkws bei den Behörden an. PETA fordert die Bayerische Staatsregierung auf, die rechtliche Grundlage für ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus zu schaffen.
 
„Die Richtlinien für Tiere im Zirkus sind ohnehin völlig unzureichend und veraltet. Doch die Zirkusbetriebe können selbst dieses dürftige Regelwerk nicht einhalten. Das ist wirklich ein Armutszeugnis und beweist, dass Tiere nichts im Zirkus verloren haben“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsindustrie bei PETA Deutschland e.V.
 
Aus der PETA vorliegenden Antwort des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz geht hervor, dass von 2010 bis 2013 insgesamt 452 amtstierärztliche Kontrollen bei in Bayern gastierenden Zirkusbetrieben stattgefunden haben. Dabei registrierten die Behörden 226 Verstöße gegen geltende Tierschutzbestimmungen – genau 50 Prozent. Für 2014 und 2015 lagen noch keine vollständigen Daten vor.
 
Dass die chronischen Tierschutzdefizite im Zirkus keine Frage der finanziellen Ausstattung sind, zeigen die zahlreichen Missstände bei Deutschlands größtem Zirkusbetrieb: Bei Circus Krone aus München dokumentierten Amtstierärzte und Staatsanwaltschaften in den vergangenen Jahren „erhebliche Leiden“ der Pferde, „deutliche Haltungsmängel und Verhaltensstörungen“ bei den Elefanten sowie zahlreiche weitere Missstände, die PETA teilweise auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat.
 
Immer häufiger muss PETA die Veterinärämter dazu auffordern, die Tierschutzrichtlinien in Zirkusbetrieben durchzusetzen, die keine Wildtiere mitführen. Auch die Haltung domestizierter Tiere wie Pferde, Rinder oder Ponys ist in einem Wanderzirkus nicht tiergerecht möglich. Die Tierrechtsorganisation spricht sich grundsätzlich gegen die Ausbeutung der sensiblen Lebewesen zu Unterhaltungszwecken aus. Deutschland sollte in dieser Hinsicht dem Beispiel anderer Staaten folgen: In Ländern wie Griechenland, Malta und Bolivien ist die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben gänzlich untersagt.
 
 
Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus
PETA.de/CircusKrone
PETA.de/mediadb/20151229_ANTWORT_Schriftliche-Anfrage_Wildtierhaltung-in-Zirkussen.pdf
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de