Spenden
 »  »  »  »  » Stereotypien Expertenaussagen

Expertenaussagen zum Thema Stereotypien von Tieren in Gefangenschaft

„Stereotypie bei in Gefangenschaft gehaltenen Tieren ist ein Symptom für schlechtes Wohlergehen und Wohlbefinden und weist darauf hin, dass das Tier psychisch und/oder physisch leidet.“ (1)

„Stereotypien – diese Verhaltensweisen sind Grund zur Besorgnis, da sie für ein abträgliches Gemeinwohl des Tieres stehen…sich negativ auf die Gesundheit des Tieres auswirken…“ (2)

„Entsprechend muss das Auftreten von Verhaltensstörungen als Ausdruck abnormer funktioneller Abweichungen mit Nicht-Wohlbefinden einhergehen.“ (3)

„Die so genannten Deprivationsstereotypien, die sich in jungen Tieren entwickeln, sind in der Regel sehr schwer zu stoppen und bleiben meist auch bei Änderung der Haltungsbedingungen (MASON 1993).“ (4)
(4) Komplexität und Reduzierbarkeit von Stereotypien bei ehemals depriviert gehaltenen Braunbären im Bärenpark Worbis; Ulrike Richter; 2004

„Laut MASON (1991) gibt es Anzeichen für Zusammenhänge zwischen dem Ausführen von Stereotypien und der Reduzierung von physiologischem Stress als auch von negativer Emotion wie
Verzweiflung, Angst oder Aggressivität.“ (4)

„Ein Tier leidet, wenn Soll- und Istwert nicht übereinstimmen und auch durch
Bewältigungssysteme nicht in Einklang gebracht werden können. Das Fehlen von
adäquaten Stimuli oder die übermäßige Stimulierung führen zu einer Überforderung
der Bewältigungssysteme und somit zu einem Leiden (SACHSER 2001).“ (4)

„Eine traumatische Belastung des Tieres führt zu einer Entkopplung der präfrontalen Kontrolle über viszerale, motorische, assoziative und/oder limbische Subfunktionen. Dies führt beim Tier zu vegetativen Störungen, Stereotypien, chronischen Ängsten, Depression, Apathie und/oder anderen
Zuständen des Verlustes der Kontrolle über natürliche Verhaltensweisen (TEUCHERT-NOOST 2003).“ (4)

„Vermeidungsstrategien können nicht adäquat ausgeführt werden, dadurch kommt es zur Entwicklung von Stereotypien (BUCHHOLTZ et al. 2000). Das heißt, Stereotypien entwickeln sich, weil sich das Tier in einem Leidenszustand befindet und normales Vermeidungsverhalten nicht ausgeführt werden
kann.“ (4)

„Das Auftreten von Stereotypien, Übersprungshandlungen und Leerlaufhandlungen werden oft als
Indikatoren für Leiden herangezogen (DAWKINS 1998). Die Entwicklung von Stereotypien ist ein Anzeichen für Leiden, das Tier führt wiederholt ein Verhalten aus, das es nicht normal oder komplett ausführen kann. Stereotypien entwickeln sich oftmals aus Verhaltensweisen, die einen inneren Konflikt oder eine Aversion anzeigen, wie z.B. Fluchtversuche oder Übersprungshandlungen. Etablierte Stereotypien werden oft in Stressituationen in kahler Umwelt ausgelöst oder verstärkt. (MASON 1991). (4)

„Stereotype Verhalten entstehen wenn das Tier in seinen Handlungsweisen und Ausübung seiner Triebe eingeschränkt wird.“ (5)


Quellenangaben:
(1) Swaisgood & Shepherdson 2005, Wechsler; 1991
(2) Understanding stereotypies in captive Bears: the First step towards treatment; Sophie Vickery & Georgia Mason 2004
(3) Das Handlungsbereitschaftsmodell – ein Konzept zur Beurteilung und Bewertung von Verhaltenstörungen; ChristianeBuchholtz; 1993
(4) Komplexität und Reduzierbarkeit von Stereotypien bei ehemals depriviert gehaltenen Braunbären im Bärenpark Worbis; Ulrike Richter; 2004
(5) Sophie Vickery; Konferenz zur Internatioanlen Eisbärenhaltung in San Diego; 2004