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Wolle: Verstrickt in Tierquälerei

 
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Stand November 2013
Es handwerkelt in deutschen Cafés und Stuben. Kreatives Stricken ist seit einigen Jahren wieder im Kommen und immer mehr junge Menschen nehmen selbst die Maschen auf, um reihenweise Schals, Socken oder ganze Pullover herzustellen. Warum jedoch für Schafe und andere Tiere der Spaß bei der Wollgewinnung aufhört, erklärt PETA bei einer Reise um den Globus.

Grausames Mulesing in Australien © Patty Mark ALV
Die Tiere hinter dem Wollknäuel
Weltweit produziert Australien die meiste Schafwolle, noch vor China und Neuseeland. Deutsche Wolle wird hingegen meist nach der Schur entsorgt, weil sich für die wenig qualitative Wolle von Schafen aus der hiesigen fleischproduzierenden Agrarindustrie keine Abnehmer finden lassen.

In Australien werden speziell für die Wollproduktion Millionen von Merinoschafen mit sehr faltiger Haut gezüchtet, damit ihnen noch mehr Haare wachsen. In warmen Regionen werden die Merinos häufig von Fliegen befallen, deren geschlüpfte Larven die Schafe anschließend qualvoll von innen auffressen. Doch anstatt weniger faltige Schafe zu züchten, schneiden australische Farmer den Lämmern beim sogenannten „Mulesing“ tellergroße Hautstücke von ihrem Hintern – meist ohne Betäubung.

Bei der stressigen Schur im Akkord werden jedoch nicht nur Schafe häufig geschnitten und verletzt; auch Alpakas, Angora-Kaninchen oder Cashmere- und Mohair-Ziegen werden schmerzhaft fixiert und ihrer Wolle beraubt. Bei nachlassender Wollproduktion werden die Tiere an Schlachtereien in aller Welt verkauft, wo ihnen die Kehle durchgeschnitten wird. Besonders rücksichtlos ist hierbei der wochenlange Lebendexport von australischen Merinoschafen in die Türkei und den Nahen Osten, den Tausende Tiere aufgrund von ansteckenden Viruserkrankungen, eitrigen Infektionen oder Erschöpfung und sengender Hitze an Bord nicht überleben.

Achtung: gesundheitsschädliche oder reizende Stoffe! © DrTorstenHenning/Wikipedia.org
Gefährliche Rückstände im Wollschal?
Riesige Schafherden sind aufgrund der benötigten Flächen, der Wasserverschmutzung und des Futterbedarfs nicht nur ein Problem für Umwelt und Klima, sondern auch ein idealer Lebensraum für viele Insekten, weshalb ganze Herden mit Pestiziden eingesprüht werden. Im Nachhinein wird die gelagerte Wolle mit Mottenschutzmitteln, wie dem Pestizid Permethrin, behandelt. Besonders kritisch bewertete die Zeitschrift Öko-Test im November 2012 die fast in jeder Wolle enthaltenen halogenorganischen Verbindungen, die als allergieauslösend, eiweißverändernd oder gar krebserregend gelten. Diese chemischen Konservierungsmittel sollen die Wolle vermutlich „maschinenwaschbar“ machen. Wer möchte ernsthaft einen Babystrampler aus solcher Merinowolle stricken?

 

Was Sie tun können

Wer sich nicht in Tierquälerei verstricken möchte, kann sich für Garne aus pflanzlichen und synthetischen Materialien entscheiden. Baumwolle, Leinen, Soyaseide, Hanf oder Viskose aus Bambus gibt es in großer farblicher Auswahl. Oft werden diese Materialien auch mit Polyacryl oder Polyamid verwoben*. Fragen Sie einfach im Handarbeitsladen Ihres Vertrauens nach und geben Sie die Informationen in Ihrem Freundeskreis oder bei der nächsten Strickparty weiter. Mehr Tipps zu veganer Kleidung finden Sie im PETA-Shopping-Guide.



*Eine Autofahrt oder die Zucht eines Schafes verursachen weitaus mehr CO₂-Emissionen und Umweltschäden als synthetische Materialien auf der Grundlage von Erdöl. Bio-Baumwolle oder Bio-Viskose sind in der Ökobilanz und beim Tierschutz top!