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TERROR-RISTIKA HAMM: PETA informiert Öffentlichkeit mit provokanter Plakatwerbung über Tierquälerei auf weltgrößter Terrarienmesse

 
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Stand September 2014
Hamm / Stuttgart, 12. September 2014 – Plakate gegen Exotenqual: Trotz wachsender Kritik an sogenannten Exotenbörsen findet in den Zentralhallen in Hamm morgen mit der „Terraristika“ erneut die weltgrößte Reptilienausstellung statt. PETA Deutschland e.V. hat deshalb seit Mittwoch eine Reihe großflächiger Plakatwände mit einer Größe von 2,5 Meter x 3,5 Meter im Umfeld des Veranstaltungsortes angemietet und mit einem provokanten Motiv bestücken lassen: Die Plakate zeigen eine auf dem Rücken liegende, tote Schildkröte und die Aufschrift „TERROR-RISTIKA HAMM – weltweit größte Börse für Exotenqual“. Damit nimmt die Tierrechtsorganisation Bezug auf das offizielle Logo der Terraristika, das eine auf allen Vieren stehende Schildkröte zeigt. Mit der Plakat-Aktion will PETA die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass die Veranstalter den Tod unzähliger Tiere billigend in Kauf nehmen: Viele der empfindlichen Exoten versterben bereits, bevor sie überhaupt in den Handel kommen. Verlustraten von 70 Prozent gelten in der Branche als normal (1). Für die überlebenden Reptilien bedeutet die Ausstellung auf den Börsen großen Stress, da sie meist tierschutzwidrig in kleinen Plastikboxen präsentiert werden. Die Tierrechtsorganisation fordert die Bundesregierung daher auf, das im aktuellen Koalitionsvertrag festgehaltene Verbot von gewerblichen Tierbörsen sofort umzusetzen.

„Reptilienmessen stehen für Tod und Qual – dies gilt insbesondere für die größte Börse, die Terraristika in Hamm“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA Deutschland e.V. „Unsere Plakat-Aktion soll Politiker und Bürger endlich wachrütteln: Die Tierquälerei darf nicht länger toleriert werden.“
Bei einem erheblichen Teil der auf solchen Veranstaltungen angebotenen Wildtiere handelt es sich um Naturentnahmen. Im Auftrag profitorientierter Händler und gedankenloser Endabnehmer werden die letzten artenreichen Naturgebiete regelrecht geplündert. PETA kritisiert zudem, dass Reptilien teilweise zu Schleuderpreisen an jeden Interessenten verkauft werden – unabhängig davon, ob der zukünftige Halter über das nötige Fachwissen zur Haltung der Exoten verfügt. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten (2).

Studien zufolge übertragen die meisten Reptilien gefährliche exotische Salmonellenarten – geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die gefährlichen Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können im Extremfall zur Hirnhautentzündung oder zum Tod des Menschen führen – vor allem Kinder sowie immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren her (3).
 
PETA appelliert an die Öffentlichkeit, Terraristikbörsen, Reptilienausstellungen und Exotenmessen zu meiden. Wer über die nötigen Fachkenntnisse verfügt, kann ein Tier aus einem Tierheim bei sich aufnehmen und so dazu beitragen, den Tierhandel einzudämmen. Wissenswertes über die faszinierenden Reptilien und Exoten erlernen Kinder mühelos mithilfe von entsprechenden Dokumentationen.

(1) Toland, Elaine/Warwick, Clifford/ Arena, Phillip: Pet Hate, in: The Biologist, Vol. 59 No. 3, 2012.
(2) Schmidt, Volker: Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress, 2008.
(3) Robert-Koch-Institut: Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien, in: Epidemiologisches Bulletin, 4. März 2013, Nr. 9.


Weitere Informationen:
Terraristika-Info.de
PETA.de/Reptilien
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 - 860 591 529, JanaF@peta.de