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Mehr Mitgefühl für Tiere in Asien

Ein Gastbeitrag von Jason Baker von PETA Asia Pacific

Stand Januar 2013
Wir wissen mittlerweile, dass Walgesänge ganze Ozeane durchdringen und dass wir mit Menschenaffen 98 Prozent unserer DNA gemein haben. Wir wissen, dass Schafe bis zu 50 Gesichter erkennen können, auch wenn sie diese zwei Jahre lang nicht gesehen haben. Wir wissen auch, dass Schweine und Hühner in der Intensivtierhaltung je nach Belieben Schalter zur Regulierung von Licht und Wärme bedienen können und dass Hunde über 1000 menschliche Wörter lernen können, ohne dass wir auch nur ein einziges ihrer Wörter verstehen.

 

Jason Baker / PETA AsiaPacific
Und trotzdem behandeln wir Tiere größtenteils, als wären sie nichts weiter als Spielzeuge, Testobjekte für giftige Chemikalien, Materialien zur Herstellung von Kleidung oder eine kleine Vorspeise. Tierquälerei und die grobe Vernachlässigung von Tieren sind in Südostasien weit verbreitet. In vielen Bereichen sind sie sogar kulturell akzeptiert. Tierschutzgesetze sind praktisch nicht existent oder werden nur schwach durchgesetzt.

Verbrechen gegen die Natur

Die Tiere Südostasiens werden aufs Schlimmste ausgebeutet. Der Tierhandel, auch der Handel mit bedrohten Arten, floriert. Affen werden in Kambodscha, China, Indonesien, auf Mauritius und in Vietnam ihrem Zuhause und ihren Familien entrissen und an Labore verschickt. Dort missbraucht man die Tiere in grausamen Versuchen. Die Fluglinie Philippine Airlines ist eine der weltweit wenigen Fluglinien, die sich in diesem grausamen Handel noch immer mitschuldig machen, indem sie Primaten zu ihrem sicheren Tod im Labor fliegen.

Die Zoos in Südostasien sind berüchtigt. Im Zoo von Manila sind Tiere in rostige kahle Käfige gesperrt, die nichts gemein haben mit dem üppigen Dschungel, aus dem die Tiere eigentlich stammen. Die depressiven und neurotischen Tiere laufen ständig hin und her, weben mit ihrem Kopf und laufen im Kreis. Im indonesischen Surabaya Zoo starb eine Giraffe, nachdem sie fast 20 kg Plastik gegessen hatte.

Aber auch domestizierte Tiere leiden. Heimatlose Hunde und Katzen kämpfen täglich auf der Straße oder in grausamen Pseudo-Tierheimen ums Überleben. So werden Hunde in dem thailändischen Tierheim „Tony’s Shelter“ beispielsweise in völlig verdreckten Verschlägen gehalten und ihre gebrochenen Knochen, offenen Wunden, Räude und anderen Krankheiten werden nicht tierärztlich behandelt. Es gibt regelmäßig Kämpfe zwischen den Hunden und einige sind so ausgehungert, dass bereits Fälle von Kannibalismus auftraten.

Besserung in Sicht

Doch trotz der schrecklichen Lage für viele Tiere in Südostasien steht fest: Wir erleben einen Wandel. In der letzten Zeit gab es viele Erfolge – kleine und große – für die Tiere zu verzeichnen.

In Malaysia z.B. setzt sich PETA seit Jahren für strengere Tierschutzgesetze ein. Es wurden sechs Zoos geschlossen, nachdem das Department of Wildlife and National Parks festgestellt hatte, dass bestimmte Regelungen hinsichtlich Nahrung, Käfiggröße und tierärztlicher Versorgung nicht eingehalten wurden.

Vietnam wurde kürzlich in einer Studie als schlimmstes von 23 Ländern in Bezug auf Verbrechen an Wildtieren eingestuft. Nun allerdings gingen Regierungsmitarbeiter hart gegen Tierquälerei vor, indem sie mehrere Soldaten ihrer Einheit entließen, die bedrohte Affen gequält hatten. Auch die Dorfbewohner, die von den Soldaten bezahlt wurden, um die Affen illegal zu schlachten, wurden festgenommen.

Und auf den Philippinen wurde ein Paar festgenommen, weil es mehrere sogenannte Crush-Videos produziert hatte – Videos, in denen leicht bekleidete junge Mädchen Tiere quälen und töten. Das Paar ist wegen Kindesmissbrauch und Tierquälerei angeklagt und sitzt ohne Möglichkeit auf Kaution hinter Gittern.

Asien spielt eine immer größere Rolle in der globalen Wirtschaft und mehr und mehr Menschen haben Zugang zu einer freien Presse, weiterführender Bildung und dem Internet. Mit dieser Entwicklung bessert sich auch die Lage der Tiere in der Region. Speziesismus und Gleichgültigkeit werden nach und nach ersetzt durch Mitgefühl und Respekt. Es ist noch ein langer Weg, aber PETA wird so lange kämpfen, bis jedes Tier – von der kleinsten Maus bis hin zum majestätischsten Elefanten – frei von Leid und Qual leben kann.


Jason Baker ist Vizepräsident von PETA Asia Pacific. Weitere Informationen finden Sie unter PETAAsiaPacific.com.