Spenden
 »  »  »  »  » Tierquälerei in Bremer Kleingarten-Parzelle

 

Tierquälerei in Bremer Kleingarten-Parzelle

PETA-Ermittler in Gröpelingen

Stand August 2013
Bremen-Gröpelingen im September 2011. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit betreten mehrere PETA-Aktivisten ein Grundstück, auf dem seit Jahren Hunde, Katzen, Frettchen, Meerschweinchen, Kaninchen, Hühner, Enten, Ponys und Tauben gehalten werden. Vorausgegangen war ein anonymer Hinweis mit einigen aussagekräftigen Fotos, die die Tierschutz-Ermittler zu ihrem nächtlichen Besuch veranlassen. Was sie vorfinden ist weit schlimmer als das, was sie befürchtet hatten.

 

 

Katze in Bremen / Klicken Sie auf das Bild für eine Vergößerung
Katzen vegetieren im Holzschuppen
In einem kleinen Holzschuppen mit einer Fläche von 1,8 m x 1,8 m vegetiert ein Kater vor sich hin. Es riecht entsetzlich, das Tier ist völlig vereinsamt. Im Trinkwasser befinden sich bereits Mückenlarven. Man kann davon ausgehen, dass der Kater den Schuppen nie verlässt. Hinter einer weiteren Holztür befinden sich noch mehr Katzen. Drei große und fünf heranwachsende Tiere. Auf nicht einmal drei Quadratmetern. Der Kot wurde seit Wochen nicht mehr weggeräumt. Dementsprechend beißend ist der Gestank. Ein junges Kätzchen gräbt sich im alten Kot ein Loch, um seine Notdurft in diesem zu verrichten. Das Kätzchen hat Durchfall, so wie etliche andere Tiere in diesem Schuppen auch.

 

Kaninchen in Bremen / Klicken Sie auf das Bild für eine Vergößerung
Enten, Kaninchen, Meerschweinchen & Frettchen leiden
In einem anderen Holzschuppen zieht eine Warzenentenmutter ihre drei Küken groß. Der Boden ist völlig verkotet. Auch hier riecht es entsetzlich. Als Nahrung dient unter anderem auch altes Brot. Die hygienischen Verhältnisse sind – ebenso wie bei den Katzen – katastrophal.

Mindestens 10 Kaninchen gibt es hier und keines bekommt Trinkwasser. Dafür aber altes, trockenes Brot als Nahrung. Für Kaninchen ist Brot völlig ungeeignet und gesundheitsschädlich.

Etliche Frettchen fristen ihr Dasein in drei Holzkisten. Altes Fleisch vergammelt auf dem Boden, der mit Fäkalien übersät ist. Auf jeder Pelzfarm haben es die Nerze besser.

Acht Meerschweinchen befinden sich unter einem winzigen Gitterkäfig. Sie haben keine Rückzugsmöglichkeit und – wie sollte es anders sein – kein Trinkwasser.

 

 

Hund in Bremen / Klicken Sie auf das Bild für eine Vergößerung
Auch Hunde leiden auf dem Grundstück
Drei große Hunde befinden sich ebenfalls auf dem Grundstück. Einer lebt an einer Laufleine, deren gesamte Länge durch absichtliche Verknotungen stark begrenzt wurde. Die Anbindevorrichtung ist somit nicht mehr im Rahmen des Gesetzes. Die Kette der Laufleine eines weiteren Tieres reicht unter der Tür durch bis in den Schuppen, in dem dieses die Nächte verbringen muss. Somit ist es im Schuppen angekettet, was ebenfalls unzulässig ist. Die dritte Hündin lebt in einer zwingerähnlichen Einrichtung aus Holzresten und alten Europaletten. Nägel bergen Verletzungsrisken. Der Boden ist dreckig, schimmeliges Brot dient unter anderem als Futter.

Das Gesetz lässt nur Zwinger zu, deren kürzeste Seite zwei Meter nicht unterschreitet. Hier ist die schmalste Seite gerade mal einen Meter sechzig. Alle diese Aspekte hätten diesen Zwinger bei jeder amtstierärztlichen Kontrolle als unzulässig entlarven müssen. Doch das ist nie geschehen. Überflüssig zu erwähnen, dass es dem Hund nicht besser erginge, wenn der Zwinger um 40 cm verbreitert würde.
Aber hier werden nicht mal die ohnehin schon tierquälerischen Mindestanforderungen eingehalten.

 

Außenansicht Kleingarten Bremen / Klicken Sie auf das Bild für eine Vergößerung
Die zweite Kontrolle der PETA-Ermittler
Elf Nächte später. In der großen Katzengruppe wurde zwischendurch wohl der Kot entfernt. Aber auch der jetzige Zustand ist unterirdisch. Noch schlimmer ist es bei dem einzeln gehaltenen Kater. Er ist in einer winzigen Transportbox eingesperrt. Das verschlossene Gitter zeigt Richtung Holzwand. Er hat weder Futter noch Wasser und liegt in seinen eigenen Ausscheidungen.

Bei den Hunden hat sich nichts verändert.

Die Frettchenbehältnisse wurden gereinigt, sind aber weit entfernt von dem, was Frettchen sich wünschen würden.

Die Meerschweinchen sitzen mittlerweile in einer Holzkiste in den eigenen Fäkalien. Die Tiere sind klatschnass, haben weder Einstreu noch Futter oder Wasser.

Und wieder haben die Kaninchen nichts zu trinken.

 

PETA-Ermittler in Bremen / Klicken Sie auf das Bild für eine Vergößerung
Mit Beweisen werden Polizei & Veterinäramt aktiv
Warum wir nicht gleich beim ersten Mal handelten, ist leicht zu erklären: Immer wieder kommen Tierhalter mit Ausreden daher, reden sich mit einem „schlechten Tag“ oder ähnlichem heraus. Wir wollten beweisen, dass es den Tieren hier immer schlecht geht. Und genau diesen Beweis haben wir erbracht.

Wir informieren die Polizei, die ihrerseits das Veterinäramt hinzuzieht. Der vom Amt abgestellte Arzt beschlagnahmt einen Teil der Katzen und einen weiteren Teil der Frettchen. Am Donnerstag sollen die Meerschweinchen folgen. Alle anderen Tiere bleiben erst einmal in der Obhut des Tierhalters.

Wir haben mehr erreicht, als wir zu hoffen wagten. Immerhin kamen einige Tiere dort raus. Trotzdem sind wir traurig, als wir Bremen verlassen. Denn alle anderen Tiere verbleiben in der Obhut dieser Menschen, die nicht in der Lage zu sein scheinen, ihren grundsätzlichsten Bedürfnissen nachzukommen.

Update 29.09.2011: Mittlerweile wurden insgesamt 22 Tiere beschlagnahmt: 4 Katzen, 4 Kaninchen, 7 Meerschweinchen und 7 Frettchen.