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Jahr für Jahr werden für die Herstellung von Pelz, Leder, Wolle, Seide und Daunen Milliarden von Tieren misshandelt und getötet. Tiere, die ihres Pelzes oder ihrer Häute wegen gefangen oder in der Massentierhaltung gezüchtet werden, werden auf brutale Weise getötet und häufig bei vollem Bewusstsein gehäutet. Schafen, die zur Wollgewinnung gezüchtet werden, werden ganze Haut- und Fleischstücke von ihren Hinterteilen abgeschnitten. Zudem ist die Schur eine ausgesprochen grobe Prozedur, bei der die Schafe häufig schmerzhafte klaffende Wunden davontragen. Seidenraupen werden für die Seidenherstellung in ihren Kokons lebendig gekocht oder vergast. Zur Daunenherstellung werden Enten und Gänse in verdreckten Hallen eingepfercht und häufig ohne Schmerzmittel lebendig gerupft.

PELZ

 

Pelzzucht

Bis zu 85 Prozent aller Felle für die Pelzindustrie stammen von Tieren, die in Gefangenschaft und bisweilen zu Tausenden auf Pelzfarmen gehalten werden. 1

Obgleich China der weltweit größte Pelzexporteur ist und mehr als die Hälfte der für den europäischen Markt importierten Pelzbekleidung liefert, unterliegen die Pelzfarmen in diesem Land keinerlei Tierschutzbestimmungen oder Kontrollen.
Es spielt keine Rolle, ob Tiere zur Pelzgewinnung in Europa, Asien oder Nordamerika gezüchtet und getötet werden – sie leiden überall unter den gleichen furchtbaren Lebensbedingungen und brutalen Schlachtmethoden. Wie in anderen Massentierbetrieben, in denen die Tiere unter extrem beengten Verhältnissen gehalten werden, orientieren sich die Methoden auf Pelzfarmen ausschließlich an maximalem Profit, was immer zu Lasten des Wohlergehens der Tiere geht. Zu den Tieren, die am häufigsten auf Pelzfarmen gehalten werden, gehören Nerze, gefolgt von Füchsen. Doch auch Chinchillas, Luchse, Kaninchen, Hunde, Katzen und sogar Hamster werden für den Pelzhandel gezüchtet. 2

Um möglichst billig zu produzieren, werden die Tiere zu Abertausenden in winzige, karge und verdreckte Drahtgitterboxen gepfercht, in denen sie sich kaum bewegen können. Sie sind gezwungen, ihr ganzes trauriges Leben in ihren eigenen Exkrementen auf den gleichen Beton-, Draht- oder Gitterböden zu verbringen und haben keinerlei Möglichkeit, ihren natürlichen, instinktiven Verhaltensweisen nachzugehen. Das Leben in dieser beengten Gefangenschaft ist insbesondere für Nerze ausgesprochen qualvoll, denn Nerze sind Einzelgänger, die in der Wildnis Feuchtbiotope von bis zu 10 km² bewohnen. 3

In Studien mit in Gefangenschaft gehaltenen Nerzen haben Zoologen an der Universität von Oxford festgestellt, dass die Tiere auch nach Generationen der Gefangenschaft zur Pelzzucht nicht domestiziert sind und in Gefangenschaft extrem leiden – insbesondere, wenn sie keine Gelegenheit zum Schwimmen haben. 4

Die Qual und das Leiden, die das Leben im Käfig bei den Tieren auslöst, führen dazu, dass sich Füchse, Waschbären und andere Tiere selbst verstümmeln und sich Beißwunden an Haut, Schwänzen und Füßen zufügen. Sie werden zu Kannibalen, die ihre Artgenossen im Käfig und ihren Nachwuchs aufessen. Andere bewegen sich verzweifelt hin und her oder unaufhörlich im Kreis. Auch Kaninchen werden zu Abermillionen ihres Fleisches und Felles wegen auf Pelzfarmen gezüchtet und geschlachtet. Während Kaninchenpelz früher als „Abfallprodukt“ der Fleischproduktion galt, werden in der heutigen Pelzindustrie vorrangig die dickeren Felle älterer Tiere verarbeitet (Kaninchen, die zur Fleischproduktion gezüchtet werden, werden bereits im Alter von zwei bis drei Monaten getötet). 5

Laut Angaben der UN töten Länder wie Frankreich Jahr für Jahr bis zu 70 Millionen Kaninchen, um aus ihren Fellen Pelzbekleidung, Köder zum Fliegenfischen und Applikationen für Ziergegenstände zu fertigen. 6

Bevor ihnen das Fell abgezogen wird, werden die Tiere aus ihren Käfigen gezerrt, auf den Boden geworfen und mit Knüppeln erschlagen. Verdeckte Ermittlungen in China haben ergeben, dass zahllose Tiere noch am Leben sind und sich verzweifelt wehren, wenn die Arbeiter sie auf den Rücken werfen oder sie an den Beinen oder am Schwanz aufhängen, um ihnen das Fell abzuziehen.

Wenn sie beginnen, die Haut und das Fell vom Bein des Tieres zu schneiden, treten die Tiere wie wild um sich und winden sich vor Schmerz hin und her. Bei Tieren, die sich zu sehr wehren, stampfen die Arbeiter voller Wucht auf Hals und Kopf der Tiere, um sauber schneiden zu können.

Nachdem das Fell schließlich über den Kopf des Tieres gezogen wurde, werfen die Arbeiter den gehäuteten Körper auf einen Haufen. Einige der Tiere sind zu diesem Zeitpunkt noch am Leben; sie keuchen schwer, ihre Augen blinzeln langsam. Bei manchen Tieren schlägt das Herz noch 5 bis 10 Minuten, nachdem ihnen die Haut abgezogen wurde. Ein verdeckter Ermittler filmte einen gehäuteten Marderhund, der auf einem Berg von Tierleichen lag und mit letzter Kraft seinen blutigen Kopf hob und in die Kamera des Ermittlers blickte.

Erst seit November 2006 sind die so genannten Pelztiere in deutschen Betrieben mit einer Verordnung geschützt, aber bei weitem nicht ausreichend. Die Tötungsmethoden sind nach wie vor barbarisch, sie wirken häufig nicht schnell genug. Gerade Nerze werden häufig in Kisten gestopft und mit heißen, ungefilterten Auspuffgasen aus LKW-Motoren vergast. Da Auspuffgase jedoch nicht immer tödlich sind, kommen manche Tiere bereits wieder zu Bewusstsein, während sie gehäutet werden.

Deutsche Pelzfarmen unterliegen zwar eine Pelztierhaltungsverordnung, dennoch sind die Betreiber solcher Anlagen ausschließlich daran interessiert, die Qualität des Felles zu schützen. Dieses geschieht allerdings nicht – wie häufig von der Pelzbranche behauptet – indem die Tiere besonders gut gehalten und getötet werden. Winzige Drahtkäfige sind Standard. Auch kommen grausame Tötungsmethoden zum Einsatz, die häufig nicht schnell genug wirken bzw. zum Tode führen. Manche Tiere sind bereits wieder bei Bewusstsein, wenn sie gehäutet werden. In anderen Ländern gehört auch noch die Tötung per Elektroschock zu den gängigen Methoden. Hierbei wird den Tieren eine Elektrode in den Mund und eine in den After eingeführt und an Strom angeschlossen. Die Tiere verbrennen quasi innerlich. Dieser äußerst schmerzvolle Todeskampf kann bis zu einigen Minuten dauern. Darüber hinaus wird hier und da auch noch der Genickbruch, vor allem bei Chinchillas angewandt.
 

Pelz von Tieren aus freier Wildbahn

Weltweit werden Jahr für Jahr Millionen von Waschbären, Kojoten, Wölfe, Rotluchse, Opossums, Biberratten, Biber, Otter und andere so gennante Pelztiere durch aufgestellte Fallen für die Pelzbekleidungsindustrie getötet. Tieren, die in der Wildnis gefangen werden, ergeht es nicht besser als ihren Leidensgenossen auf Pelzfarmen.

Es gibt verschiedene Arten von Fallen wie Schlingen, Unterwasserfallen und Conibear- Fallen; am häufigsten jedoch werden Tellereisen verwendet, die von der US-amerikanischen Veterinärmedizinischen Vereinigung (AVMA) als „grausam“ bezeichnet werden. 7

Diese einfachen aber barbarischen Fallen wurden aus der EU bereits größtenteils verbannt, und auch innerhalb der USA wurde diese Fangmethode in vielen Staaten bereits abgeschafft. Zu ihnen gehören Kalifornien, Colorado, Florida, New Jersey, Massachusetts, Rhode Island und Washington. 8 & 9

In Arizona ist das Aufstellen von Tellereisen auf öffentlichem Land verboten. 10

Tritt ein Tier auf die Feder eines Tellereisens, schnappen die Zacken der Falle am Bein des Tieres zu. Diese graben sich, oft bis zum Knochen, in das Fleisch des Tieres und verstümmeln den Fuß oder das Bein vollkommen. Das Tier durchlebt einen verzweifelten Kampf und unermessliche Schmerzen. Einige Tiere, vor allem Mütter, versuchen alles, um zu ihren Jungen zurückzukommen. In ihrem unerbittlichen Kampf beginnen sie bisweilen, sich das Bein abzukauen oder anderweitig abzutrennen. Dieser Überlebenskampf kann sich über mehrere Stunden hinziehen. Irgendwann erliegt das Tier jedoch seiner Erschöpfung, ist allen Eventualitäten schutzlos ausgeliefert und erleidet Frostbeulen und Schock. Opfer von Wasserfallen, z.B. Bieber und Bisamratten, erleiden oft einen qualvollen Tod durch Ertrinken, der bis zu 9 grausame Minuten dauern kann. 11

Conibear-Fallen zertrümmern das Genick der Tiere mit einem Druck von über 6 Bar. Es dauert drei bis acht Minuten, bis die Tiere in diesen Fallen ersticken. 12

Wenn ein Tier nicht schon an Blutverlust, Infektionen oder Wundbrand stirbt, wird es vermutlich von Raubtieren getötet, bevor der Fallenaufsteller zurückkommt. Häufig werden auch „Stangenfallen“ eingesetzt, eine Art Tellereisen, die in Bäumen oder an einem Gestänge befestigt werden. Tiere, die in diese Falle geraten, werden in die Luft gerissen und hängen dort, bis sie sterben oder der Fallensteller kommt und sie tötet.
 

„Versehentliche“ Opfer

Jedes Jahr werden Hunde, Katzen, Vögel und andere Tiere, unter ihnen auch gefährdete Arten, durch Fallen getötet oder verstümmelt. Fallenaufsteller nennen diese Tiere „Abfallprodukte“, da sie keinen Verkaufswert haben. Länderspezifische Regulierungen, die vorschreiben, wie oft die Fallen von den Aufstellern kontrolliert werden müssen, variieren von 24 Stunden bis hin zu einer Woche. In manchen US-Staaten gibt es auch gar keine Gesetze diesbezüglich, und so kann es passieren, dass gefangene Tiere ihr Leid tagelang ertragen müssen, bevor sie schließlich sterben oder zufällig doch gerettet werden.

In einem Fall war eine Hündin namens Delilah in Pennsylvania 48 Stunden lang in einem Tellereisen gefangen, das an ihrem Bein zugeschnappt war. Die Lokalzeitung schrieb, sie hätte „ihre freien Beine benutzt, um ein Loch zu graben, in dem sie schlafen konnte. In ihrem verzweifelten Versuch, Nahrung zu finden, kaute sie auf Baumrinde herum“. Delilahs Bein musste amputiert werden. 13 In einem anderen Fall war ein Hund mindestens fünf Tage lang in einer Falle im Bundesstaat Nebraska gefangen, einem der US-Staaten, in dem Fallenaufsteller verpflichtet sind, ihre Fallen täglich zu überprüfen. 14

Der geliebte große Pyrenäenhund eines Ehepaares in Montana wurde von einem Fallenaufsteller erschossen, nachdem dieser ihn in einer seiner Fallen gefunden hatte. 15
Ebenfalls in Montana musste eine Frau grausame Minuten durchstehen. Sie ging mit ihrem Hund auf öffentlichem Land spazieren, als dieser plötzlich furchtbar winselte und sich vor Schmerzen wandt, da plötzlich eine Conibear-Falle zugeschnappt war. Als ihr Hund schon langsam erstickte, schaffte es die Frau gerade noch rechtzeitig, ihren Gefährten zu befreien. „Nie zuvor habe ich etwas so Traumatisches gesehen wie diese Frau, die versuchte, ihren tierischen Begleiter aus den Klingen dieser Falle zu befreien“, so eine Zeugin, die die Hilferufe der Frau gehört hatte. Später stellte sich heraus, dass ein weiterer Hund nur sechs Tage zuvor auf der gleichen Route der Fallenaufsteller in eine Conibear-Falle geraten war. 16 In Middleboro, Massachusetts, wurde die Leiche eines gehäuteten Hundes ohne Vorderpfoten gefunden. Der ermittelnde Polizeibeamte kam zu dem Schluss, dass ein Fallenaufsteller den Hund in einer seiner Fallen gefunden haben muss, ihn dann wohl erschossen und gehäutet hat. 17

Eine Studie der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ ergab, dass rund 84% der befragten Deutschen Bedenken haben, Pelz zu tragen und auch keinen Pelz bei dem/r Partner/in akzeptieren.

Man mag es kaum glauben: In Europa werden auch Hunde- und Katzenfelle verkauft (in China werden schätzungsweise zwei Millionen Tiere jährlich getötet, um die Nachfrage zu decken). Und das, obwohl PETA und andere Organisationen dank einer Undercover-Recherche im Jahre 2005 in China ein EU-weites Import- und Handelsverbot von Hunde- und Katzenfellen erreichen konnte. Viele Pelzprodukte werden von Verbrauchern unwissentlich gekauft, da sie falsch oder gar nicht etikettiert werden und die Herkunft nicht eindeutig angegeben wird. In Frankreich werden jährlich mehr als 20.000 Katzen für den Fellhandel gestohlen. Bei einem Polizeieinsatz in einer Gerberei in Deux-Sevres in Frankreich wurden 1.500 Katzenfelle gefunden, aus denen Babyschuhe angefertigt werden sollten. 30



 

WOLLE

 

Misshandlung von Schafen im Namen der australischen Wollindustrie

Mit der derzeitigen Ausbeutung von mehr als 100 Millionen Schafen pro Jahr produziert Australien 25 Prozent des weltweiten Wollaufkommens. 32
Die Bestände umfassen dabei Tausende von Schafen, was es faktisch unmöglich macht, einem Tier individuelle Aufmerksamkeit zu schenken oder ihm im Notfall medizinische Hilfe zu leisten. So gilt es in der australischen Wollindustrie als „normal“, dass jedes Jahr bis zu sechs Millionen Schafe verfrüht sterben. 33
Aufgrund der hohen Todes- und Krankheitsrate in der Wollindustrie sollte es naheliegen, weniger Schafe zur Wollgewinnung zu züchten und die Tiere so artgerechter halten zu können. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn Mutterschafe werden dazu gezwungen, noch mehr Lämmer zu gebären, um die hohe Todesrate auszugleichen.

Die in Australien am häufigsten gezüchtete Rasse sind Merinos, die darauf gezüchtet wurden, faltige Haut zu bekommen, damit die Wollausbeute pro Tier noch größer ist. Diese unnatürliche Übermenge an Wolle führt dazu, dass viele Schafe in den heißen Monaten unter der Hitze kollabieren und an Hitzschlag sterben. Außerdem sammeln sich in den Hautfalten Feuchtigkeit und Urin. Von der Feuchtigkeit angezogen legen Fliegen ihre Eier in den Falten ab; die ausgeschlüpften Larven können die Schafe bei lebendigem Leibe „aufessen“. Um den Fliegenbefall zu verhindern, nehmen die australischen Farmer einen barbarischen Eingriff an den Tieren vor – das sogenannte „Mulesing“. Beim Mulesing wird den Lämmern – ohne jedes Schmerzmittel- oder Betäubungsmittel – mit großen metallenen Scheren (ähnlich wie Gartenscheren) ein riesiges Haut- und Fleischstück vom Hinterteil und der Schwanzgegend herausgeschnitten. In einer anderen Vorgehensweise, dem so genannten „Clip-Mulesing“, werden Klammern so fest an der Haut des Tieres befestigt, dass diese stirbt und abfällt. Man will so erreichen, dass sich eine glatte, vernarbte Haut bildet, die keine Angriffsfläche mehr für Fliegeneier bietet. Ironischerweise aber entstehen gerade bei der Verstümmelung mit Gartenscheren großflächige blutige Wunden, die häufig von Fliegen befallen werden, noch bevor sie abheilen können.

Diese grausame Mulesing-Prozedur wird ausschließlich in Australien praktiziert, obgleich humane Methoden bereits existieren, wie z.B. die Zucht von Schafen mit freiem Hinterteil oder verbesserte Hygienebedingungen, wodurch die Haut der Lämmer weniger anfällig für den Fliegenbefall wird. Wenn australische Schafe alt werden und ihre Wollproduktion nachlässt, werden sie zur Schlachtbank geschickt. Jahr für Jahr müssen Millionen von Schafen hierzu die Qualen des Lebendexports in den Nahen Osten und nach Nordafrika erleiden. Im Januar 2006 führte PETA USA gemeinsam mit der Tierschutzorganisation „Animals Australia“ verdeckte Ermittlungen durch, die die Misshandlung der Tiere und die verheerenden Zustände in den Schlachthäusern dokumentierten, denen die australischen Schafe an ihrem Bestimmungsort ausgesetzt sind.

Entgegen den Behauptungen der australischen Regierung und der Lebendexport-Industrie, dass die Tiere human behandelt würden, zeigten die Ermittlungen auf, dass Schafe und Kühe an Ohren und Beinen von LKWs gezerrt und zum Sterben auf Mastparzellen liegen gelassen werden. Die Tiere werden gefesselt, im Kofferraum von Autos transportiert und schließlich in Hinterhöfen oder unkontrollierten Einrichtungen auf qualvolle Art und Weise, die in den USA, Europa und Australien rechtswidrig ist, geschlachtet.
 

Misshandlung von Schafen im Namen der weltweiten Wollindustrie

Obgleich die grausame Mulesing-Verstümmelung nur in Australien praktiziert wird, werden Schafe auf der ganzen Welt geschoren. In der Regel geschieht dies im Frühling, kurz bevor manche Rassen ihr Winterfell auf natürliche Weise abwerfen. Der genaue Zeitpunkt ist dabei ausschlaggebend, denn verspätetes Scheren bedeutet weniger Wolle. Aufgrund des hohen Arbeitstempos der Farmer sterben viele Schafe aufgrund der verfrühten Schur an Unterkühlung.

Schafscherer werden im Allgemeinen nicht nach Stunden sondern nach der Menge geschorener Tiere bezahlt. Das führt dazu, dass sie unter hohem Zeitdruck arbeiten und keine Rücksicht auf das Wohl der Tiere nehmen können. Erfahrene Schafscherer scheren pro Tag mehr als 350 Schafe und arbeiten in diesem Tempo bis zu vier Wochen am Stück. 34 & 35

Ältere Schafe müssen das so genannte „Zahnschleifen“ über sich ergehen lassen, eine Prozedur, bei der die Vorderzähne mit einem batteriebetriebenen Schleifgerät abgeschliffen werden oder direkt mit einem Scheibenschneider durch die mit Nerven gefüllte Pulpa bis zum Kiefer abgeschnitten werden. Auch diese für die Tiere schmerzhafte und entsetzliche Prozedur, bei der sie heftig bluten, geschieht wieder ohne Schmerzmittel und wird durchgeführt, damit die Schafe sich die Zähne nicht abbrechen oder weil sich so das produktive Leben der Tiere verlängern lassen soll.


 

LEDER


Jedes Jahr werden für die globale Lederindustrie mehr als eine Milliarde Tiere geschlachtet und ihre Haut zu Leder verabeitet.18 Laut Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (ARS) ist Leder heute das „wirtschaftlich wichtigste Nebenprodukt der Fleischgewinnung“. 20

Der Großteil des weltweit produzierten und verkauften Leders stammt von Kühen und Kälbern. Daneben wird auch die Haut von Pferden, Schafen, Lämmern, Ziegen und Schweinen, die ihres Fleisches wegen geschlachtet werden, zu Leder verarbeitet. Viele dieser Tiere müssen die ganze Palette der Grausamkeiten erleiden, die in der Intensivtierhaltung verbreitet sind. So werden sie in extrem beengten Verhältnissen in Gefangenschaft gehalten und jeglicher Bewegungsmöglichkeit beraubt. Hinzu kommen Kastrierung, Brandmarkung, das Kupieren der Schwänze und Enthornung – und zwar alles ohne Schmerz- oder Betäubungsmittel. Die Kälber, die des Kalbfleisches wegen aufgezogen werden, sind ihren Müttern nur wenige Tage nach der Geburt entrissen worden und werden 16 Wochen lang am Hals angekettet in kleinen Boxen gehalten, die nicht viel größer sind als sie selbst. Aus ihrer Haut wird teures Kalbsleder hergestellt. Auch der Transport zum Schlachthof ist für Kühe eine einzige Tortur; dort angekommen, werden viele von ihnen gehäutet und zerstückelt, während sie noch bei Bewusstsein sind.

In direktem Verstoß gegen die indische Verfassung, nach der Kühe in Indien heilig sind, werden Kühe in Indien oftmals tagelang auf einen „Todesmarsch“ in die wenigen Bezirke Indiens getrieben, in denen das Schlachten von Kühen erlaubt ist. Die Tiere werden gezwungen, tagelang ohne Nahrung und Wasser zu marschieren. Wenn sie vor Erschöpfung zusammenbrechen, werden ihnen Chilischoten und Tabak in die Augen gerieben, um sie weiter zu treiben. Andere Kühe werden auf völlig überladenen LKWs zusammengepfercht und auf illegalen Transporten zu Schlachthöfen gebracht; viele von ihnen werden während der Fahrt von ihren Artgenossen unbeabsichtigt totgetreten oder von deren Hörnern aufgespießt.

Da Indiens Gesetze zu Tiertransporten und -schlachtung nicht durchgesetzt werden, sind viele der Tiere, die der Lederproduktion dienen, bei ihrer Ankunft am Schlachthof bereits so krank oder so schwer verletzt, dass sie sich nicht mehr aus eigener Kraft zur Schlachtbank schleppen können, sondern hineingeschleift werden müssen. Dort wird ihnen vor den Augen ihrer Artgenossen die Kehle durchgeschnitten – oftmals mit schmutzigen, stumpfen Messern. Der Boden ist bedeckt mit Exkrementen, Blut, Eingeweiden und Urin. So mancher Kuh werden bei lebendigem Leib die Füße abgehackt oder sie wird bei vollem Bewusstsein gehäutet.

Auch „exotische“ Tiere wie Alligatoren werden ihrer Häute und ihres Fleisches wegen in Massenbetrieben gezüchtet. Junge Alligatoren werden meist in aufgestellten Becken gehalten, während größere Tiere in Behältnissen leben müssen, die in den Betonboden eingearbeitet sind. 21 Laut der für Florida gültigen Vorschriften können bis zu 350 fast ausgewachsene Alligatoren ganz legal auf einer Fläche, die einem normalen Einfamilienhaus entspricht, gehalten werden. 22
Im Bundesstaat Georgia hielt ein Farmer in insgesamt vier Gebäuden 10.000 Alligatoren. Laut der „Los Angeles Times“ „… füllten Hunderte von Alligatoren jeden Zentimeter der Räume aus“. 23
Alligatoren, die auf diesen Farmen leben müssen, werden oft mit Hämmern und Äxten zu Tode geprügelt. Leider geschieht es immer wieder, dass die Tiere noch bis zu zwei Stunden, nachdem sie gehäutet wurden, bei vollem Bewusstsein sind und langsam und qualvoll sterben. 26

In Australien werden Kängurus Jahr für Jahr millionenfach abgeschlachtet, denn ihre Haut gilt als erstklassiges Material für Fußballschuhe. 27 & 28
Obwohl die australische Regierung von Jägern verlangt, nur gesunde, ausgewachsene Tiere zu erschießen, sollen verwaiste Junge und verletzte Tiere enthauptet oder ihnen hart auf den Kopf geschlagen werden, um „das Gehirn zu zerstören“. 29
Zahlreiche weitere Tierarten auf der ganzen Welt werden ihrer Häute wegen in Massentierhaltung gezüchtet oder in der Natur gejagt und getötet. So fallen diesem grausamen Geschäft auch Zebras, Bisons, Wasserbüffel, Wildschweine, Kängurus, Elefanten, Aale, Haie, Delfine, Seehunde, Walrosse, Frösche, Schildkröten, Krokodile, Eidechsen und Schlangen zum Opfer.


 

ANGORA


Obwohl Angorakaninchen ihrer Wolle wegen nicht getötet werden, so werden sie doch regelmäßig geschoren und müssen ihr gesamtes achtjähriges Leben eingesperrt in engen Käfigen fristen. Da die männlichen Angorakaninchen nur etwa 75 bis 80 Prozent der Wollausbeute von weiblichen haben, werden sie auf vielen Farmen gleich nach der Geburt getötet. Die überlebenden weiblichen Angorakaninchen erleiden das gleiche schreckliche Schicksal wie andere Kaninchen, die ihres Fleisches wegen gezüchtet werden; ein Leben geprägt von Einsamkeit und Monotonie in Gefangenschaft. Da Kaninchen regelmäßig Bewegung brauchen, können in Käfigen eingesperrte Angorakaninchen schmerzhafte Knochenverformungen entwickeln.

Angorakaninchen werden zum Scheren auf ein Brett gespannt. Aus Angst und Panik treten sie wild um sich. So schneiden ihnen die Messer unausweichlich ins Fleisch, was zu blutigen Wunden führt. Angoras haben sehr empfindliche Fußsohlen, was ein Leben in Käfigen auf Maschendraht zur absoluten Qual macht und oft zu Geschwüren an den Füßen führt. Aufgrund des hohen Arbeitstempos bei der Schur tragen die Tiere häufig schmerzhafte Schnitte und klaffende Wunden davon. Wird das Fell zu kurz geschoren, fehlt den Tieren jeder Schutz vor Kälte und sie leiden furchtbar. Kaninchen, die zu kurz geschoren werden, sind besonders anfällig für Infektionen der Atemwege, wie Pasteurellose und Schnupfen.


 

DAUNEN


Daunen wachsen unter dem äußeren Gefieder und befinden sich am häufigsten an der Brust der Tiere. Da sie keinen Federkiel besitzen, sind Daunen sehr geschätzt. Die meisten Produkte, die als „Daunen“ verkauft werden, bestehen aus einer Mischung aus echten Daunen und anderen Federn oder Füllmaterialien. Obgleich die meisten Daunen und Federn von Vögeln nach der Schlachtung gerupft werden, wird bei Gänsen aus Zuchtbeständen und Masthaltungen oder Gänsen, die zur Produktion von Foiegras gezüchtet werden (die Zwangsernährung von Vögeln mit unnatürlich hohen Mengen von Getreide und Fett, die dazu führt, dass sich die Leber der Tiere krankhaft vergrößert), bisweilen das Lebendrupfen angewandt. In Ländern, in denen diese grausame Quälerei bis heute praktiziert wird, werden jedem Tier ab einem Alter von zehn Wochen bis zu vier Jahren im Abstand von sechs Wochen jeweils bis zu 150 Gramm Federn und Daunen gerupft. 36

Das Rupfen der Federn bedeutet für die Vögel entsetzliche Schmerzen und Stress. Eine Studie über die Herzschläge von Hühnern und ihr Verhalten hat bewiesen, dass das Herausreißen von Federn für die Vögel schmerzhaft ist. Eine andere Studie ergab, dass der Blutzuckerspiegel einiger Gänse während des Rupfens fast auf das Doppelte anstieg, was als Zeichen eines hohen Stresszustands gilt. 37 & 38

Obgleich Eiderenten eine geschützte Tierart sind, sind ihre Federn heißbegehrt für die Verarbeitung in Federbetten und Bekleidung. In Island bedecken die weiblichen Tiere ihre im Nest liegenden Eier mit ihren Daunen, die sie sich hierzu aus der Brust rupfen. Farmer sammeln jedes Jahr 6.500 Pfund dieser Daunen aus den Nestern der Tiere. 39

Die weichen Federn einzusammeln kann die noch nicht geschlüpften kleinen Entenküken töten, da ihnen so die entscheidende Wärmeisolierung fehlt. Dies gefährdet die unter Naturschutz stehenden Eiderenten zusätzlich. Zur Herstellung einer einzigen Daunendecke müssen Federn aus mindestens 80 Nestern gesammelt werden. 40


 

SEIDE


Die so genannte „Seidenraupe“ ist im Grunde ein domestizierter Falter, der heute in Intensivhaltung gezüchtet wird. In der Natur durchläuft die Seidenraupe die gleichen Entwicklungsphasen – vom Ei, über die Larve zur Puppe – wie alle Falterarten. 41
Die Seide wird aus dem Kokon der Larven „gewonnen“. Die meisten Seidenraupen aus der Raupen-Aufzucht überleben die Puppenphase nicht, denn sie werden bei lebendigem Leibe gekocht oder in ihrem Kokon vergast. 42

Für ein halbes Kilo Seide sterben etwa 3.000 Seidenraupen einen qualvollen Tod. 43


 


QUELLENANGABEN

1 International Fur Trade Federation,
“Fur Farming,” 2006.
2 Nick Foulkes, “To Make 1 of These … You Need 183 of These,”
ES Magazine 27 Oct. 2000.
3 The Nebraska Game & Parks Commission, “Mink,” 30 Dec. 2003.
4 Reuters, “What Captive Minks Miss Most—Swimming,” 28 Feb. 2001.
5 Louisiana Veterinary Medical Association, “Biology of the Rabbit,” 2000.
6 United Nations, Food and Agriculture Organization, The Rabbit: Husbandry,
Health and Production (Rome: United Nations, 1997).
7 American Veterinary Medical Association, “AVMA Positions Address Animal
Welfare Concerns,” Journal of the American Veterinary Medical Association
15 Jul. 2001, 7 Nov. 2008
8 Aileen McCabe, “Canada, Europe Reach Trapping Accord,”
The Gazette 23 Jul. 1997.
9 Louisiana Fur and Alligator Advisory Council,
“2003-2004 Annual Report,” 2004.
10 Louisiana Fur and Alligator Advisory Council.
11 John W. Ludders et al., “Drowning Is Not Euthanasia,”
Wildlife Society Bulletin 27.3 (1999): 666-70.
12 Tom Reed, “Is Trapping Doomed?”
High Country News 12 Apr. 1999.
13 David Reynolds, “Dog’s Sweet Spirit Still Intact After Surviving Trap,
Losing Leg,” Daily News-Record 10 Feb.2005.
14 Connie Jo Discoe, “Negligent Trapper Puts Dog Through Ordeal,”
McCook Daily Gazette 11 Dec. 2003.
15 Ginny Merriam, “Victor Couple Go on the Offensive After Tragic
Trapping Death of Their Dog,” Missoulian.com 9 Feb. 2005.
16 Reed.
17 Franci Richardson, “MSPCA Probes Dog’s Death,”
Boston Herald 26 Jan. 2003.
18 United Nations, Food and Agriculture Organization,
“Slaughtered/Production Animals 2005,” FAO Statistical Database,
15 Mar. 2006, 7 Nov. 2008 .
19 Mark A. Suckow, Fred A. Douglas, and Robert H. Weichbrod, eds., Management
of Laboratory Animal Care and Use Programs (New York: CRC Press/Taylor &
Francis Group, 2001) 102.
20 David G. Bailey, “Gamma Radiation Preservation of Cattle Hides: A New Twist on
an Old Story,” American Leather Chemists Association
Journal 94.7 (1999): 259-67.
21 Michael P. Masser, “Alligator Production,” Southern Regional Aquaculture Center,
May 1993.
22 Masser.
23 Edith Stanley, “Chicken Again? These Gators Get a Steady Diet of Dead Fowl,”
Los Angeles Times 10 Jun.2001.
24 Zoological Society of San Diego, “Alligator & Crocodile,” Animal Bytes,
24 Mar. 2006
25 Masser.
26 Sue Reid, “Getting Under Their Skin,” The Sunday Times (London) 16 Feb. 1997.
27 Australian Government, Department of the Environment and Heritage,
“Commercial Kangaroo Harvest Quotas in 2006,” 15 Mar. 2006, 7 Nov. 2008
html>.
28 Radio National, “Tie Me Kangaroo Down, Sport,” The Sports Factor, narr. Amanda
Smith, 31 May 2002.
29 Australian Government, Department of the Environment and Heritage,
The Macropod Conservation and Management Plan for South Australia
(Canberra: Australian Government, Nov. 2002) 49.
30 BBC News, “Cats ‘Farmed for Skins in EU,’” 8 May 2003.
31 Parents, Oct. 1989
32 Australian Bureau of Statistics, “Year Book Australia, 2006,” 25 Jan. 2006.
33 Australian Wool Innovation Production Forecasting Committee, “Australian Wool
Production Forecast Report” (Australian Wool Innovation Ltd., 2003).
34 Country-Wide Northern, “Shearing Alternatives Under the Spotlight,”
1 Nov. 2004.
35 Veterinary Education and Information Network, “Wool: The Major Sheep-Farm
Product,” Sheep Health & Production (Sydney: University of Sydney, 2003).
36 Andrzej Rosinski, “Goose Production in Poland and Eastern Europe,”
Department of Poultry Science, Agricultural University of Poznan, 1999.
37 M.J. Gentle and L.N. Hunter, “Physiological and Behavioural Responses
Associated With Feather Removal in Gallus Gallus Var Domesticus,”
Research in Veterinary Science 50 (1991): 95-101.
38 J. Janan et al., “Effect of Feather Plucking in Geese’s Blood Glucose Level,”
Hungarian Veterinary Journal (Jun.2001).
39 Árni Snæbjörnsson, “Eiderduck Farming in Iceland,” Fourth Circumpolar
Agricultu ral Conference: Legacy and Vision in Northern Agriculture,
Akureyri, Iceland, Aug. 2001.
40 BBC Radio, “Cuddy’s Duck,” The Living World, narr. Brett Westwood,
3 Mar. 2002.
41 Kate Dalke, “Silkworms Spin Medicinal Gold,” Genome News Network,
10 Jan. 2003.
42 Ron Cherry, “Sericulture,” Bulletin of the Entomological Society of America
35 (1993): 83-4.
43 University of Illinois at Urbana-Champagne, “Silkworm (Bombyx Mori),
” Insects and People, 6 Jan. 2006.