Spenden
 »  »  » Tierqualprodukt auf Eisenacher Weihnachtsmarkt: PETA kritisiert Verkauf von Froschschenkeln

Tierqualprodukt auf Eisenacher Weihnachtsmarkt: PETA kritisiert Verkauf von Froschschenkeln

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge

Organisation appelliert an Bürger, künftig tierfreundlich zu genießen

Stand Dezember 2015
Eisenach / Stuttgart, 21. Dezember 2015 – Auf dem Weihnachtsmarkt im historischen Zentrum von Eisenach wurden in diesem Jahr vom 23. November bis 20. Dezember Froschschenkel verkauft. Hinter der vermeintlichen „Delikatesse“ steckt großes Leid für die sensiblen Tiere: Die Frösche werden bei vollem Bewusstsein durch Abtrennen oder Abreißen der Beine getötet. Der Großteil der in Europa erhältlichen Froschschenkel stammt aus Wildfängen asiatischer Entwicklungs- und Schwellenländer – mit gravierenden ökologischen Folgen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. appelliert an die Eisenacher Bürger, bei den zukünftigen Weihnachtsmärkten in ihrer Stadt auf tier- und umweltfreundliche Leckereien zu setzen – auch, um dem Titel Eisenachs als „Fairtrade-Stadt“ gerecht zu werden.
 
„Der Verkauf eines Qualproduktes wie Froschschenkel passt aus ökologischer und tierrechtlicher Sicht weder in die besinnliche Adventszeit noch auf den Weihnachtsmarkt einer Fairtrade-Stadt“, so Felicitas Kitali, Ernährungswissenschaftlerin und Fachreferentin bei PETA Deutschland e.V. „Wir appellieren an die Eisenacher Bürger, Froschschenkel in Zukunft zu meiden und sich stattdessen für die zahlreichen tierleidfreien Köstlichkeiten zu entscheiden.“
 
Die vermeintliche „Delikatesse“ Froschschenkel ist – ganz gleich welcher Herkunft – immer mit großem Leid für die Frösche verbunden. Der Fang wilder Tiere bedeutet Stress und resultiert oft in starken Verletzungen und Quetschungen. Der Lebendtransport erfolgt in engen, dunklen Kisten in gesalzenem, kaltem Wasser. Die Frösche werden mit Messern, Scheren oder auch per Hand in der Regel bei vollem Bewusstsein durch Abtrennen oder Abreißen der Beine qualvoll getötet. Die Tiere verbluten in der Regel und zappeln meist im Todeskampf bis zur vollkommenen Erschöpfung. Das Nervensystem eines Amphibiums ist dem von Säugetieren ähnlich – somit sind auch die extremen Schmerzen vergleichbar. [1]
 
Europa ist einer der Hauptimporteure von Froschschenkeln und bezieht die Tiere überwiegend aus Indonesien. Dabei handelt es sich, laut einer Studie [2] von Defenders of Wildlife, dem Animal Welfare Institute und Pro Wildlife nahezu ausschließlich um Wildfänge. In Ländern wie Bangladesch und Indien hat dies bereits zu einer erheblichen Dezimierung bzw. zum Zusammenbruch der Froschpopulationen geführt – mit gravierenden ökologischen Konsequenzen, da Frösche als natürliche Fressfeinde fehlen und Insekten wie Stechmücken und sogenannte landwirtschaftliche Schädlinge sich uneingeschränkt vermehren können. Dies zieht meist einen unkontrollierten Einsatz von Pestiziden mit sich. Der Handel und Fang von Fröschen wurde in Indien und Bangladesch zwischenzeitlich gesetzlich verboten und der internationale Handel mancher Froscharten unter den Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommen gestellt. Waren es zunächst also Indien und Bangladesch, die unter der unhaltbaren Ausbeutung von Amphibien und den ökologischen Folgen leiden mussten, so ist es nun Indonesien. Auch vereinzelte Froschfarmen stellen weder aus tierrechtlicher noch aus ökologischer Sicht eine Alternative dar. Wildfänge sind kontinuierlich für eine Aufstockung notwendig, da Kaulquappen durch Kannibalismus eine hohe Mortalität aufweisen. Zudem können exotische Arten Krankheiten einschleppen und entflohene Tiere eine Gefahr für heimische Arten darstellen.
 
[1] Machin, K. (1999). Amphibian pain and analgesia. J. Zoo Wildl. Med. 30 (1): 2-10.
[2] Altherr, S., Goyenechea, A. and Schubert, D. (2011): Canapés to extinction – the international trade in frogs’ legs and its ecological impact. A report by Pro Wildlife, Defenders of Wildlife and Animal Welfare Institute (eds.), Munich (Germany), Washington, D.C. (USA).

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de