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Tipps für aktive Tierfreunde

Was jeder für Tiere tun kann

Stand April 2016
Der Frühling naht – und das bedeutet leider nicht nur Blumen, Sonne und deutlich länger werdende Tage, sondern auch, dass wieder unzählige ungewollte Katzenbabys geboren werden. Vielen Menschen in Deutschland ist nicht bewusst, dass auch hierzulande geschätzte 2 Millionen Katzen ein entbehrungsreiches Leben auf der Straße führen müssen.
Deshalb möchten wir dich bitten, dich im Frühjahr speziell für die Katzen zu engagieren:
 

1. Mach dich über die möglichen Vorteile einer Kastration schlau

Millionen heimatloser Katzen führen ein entbehrungsreiches Leben auf deutschen Straßen. Es handelt es sich dabei um ausgesetzte Tiere und deren Nachkommen. Eine unkastrierte Katze kann im Normalfall zweimal im Jahr vier bis sechs Nachkommen zeugen. Rein rechnerisch kann eine einzige Katze zusammen mit ihren Nachkommen in nur sieben Jahren 420.000 weitere Katzen in die Welt setzen. Die einzig nachhaltige Lösung gegen die Katzenüberpopulation ist eine flächendeckende Kastrationspflicht für alle Freigänger-Katzen. Hier findest du eine hilfreiche Zusammenfassung: Veganblog.de/2016/02/kastration-6-gute-gruende


2. Wie sieht es in deiner Stadt aus?

Die heimatlosen Katzen leben oft ungesehen in Industriegebieten, Parkanlagen oder ländlichen Gegenden. Sie leiden häufig unter Hunger, unbehandelten Verletzungen und Krankheiten; viele fallen dem Verkehr oder Tierquälern zum Opfer. Im Gegensatz zu heimischen Wildtieren, wie Wildschweinen oder Rehen, reguliert sich die Population der Katzen nicht selbst; Katzen vermehren sich auch dann weiter, wenn es ihnen schlecht geht. Tierschützer geben ihr Bestes, die Tiere zu finden und zu versorgen, doch das Problem ist nicht lösbar, solange verantwortungslose Tierhalter ihre Katzen und Kater noch unkastriert ins Freie lassen.
Die einzige nachhaltige Lösung ist deshalb eine flächendeckende Registrierungs- und Kastrationspflicht von Freigängern. Hunderte deutsche Städte und Gemeinden haben bereits ein sogenanntes Kastrationsgebot erlassen. Dieses legt fest, dass alle Katzenhalter, die ihren Tieren Zugang zum Freien gewähren, die Tiere auch kastrieren lassen müssen. Mithilfe dieser Maßnahme verringert sich langfristig die Population der heimatlosen Katzen.
Wie ist die aktuelle Lage in deiner Stadt zum Thema Kastrationsgebot? Informier dich auf PETA.de/Kastrationspflicht oder frag beim örtlichen Tierschutzverein oder dem Ordnungsamt nach. Bitte deine Lokalpolitiker, sich für notleidende, heimatlose Katzen einzusetzen.
 

3. Erzähl uns deine Geschichte

Hast du dich schon einmal konkret für eine oder mehrere heimatlose Katzen eingesetzt – z.B. eine Katze gerettet, im Tierheim geholfen oder versorgst du eine Gruppe heimatloser Katzen? Dann schick mir eine kurze Geschichte über deine Erlebnisse und ein Foto an ChristianeS@peta.de. Deine Story können wir auf unserem Blog Veganblog.de veröffentlichen und so auch anderen den Anreiz geben, Tieren zu helfen!
 

4. Klär dein Umfeld auf!

Kennst du jemanden, der Katzen hält und dessen Tiere noch nicht kastriert sind? Dann klär die Person bitte darüber auf, welches enorme Tierleid dadurch verursacht wird. Auch wenn eine Katze Babys bekommt, die dann vermittelt oder verkauft werden, nehmen diese Kätzchen den Tieren in den Tierheimen die Chance auf eine Vermittlung in ein liebevolles, neues Zuhause. Es gibt bereits jetzt schon deutlich zu viele Tiere – aus diesem Grund ist die Zucht immer unverantwortlich. Gib deinem Bekannten ruhig auch die Meinung einer Tierärztin oder eines Tierarztes weiter, um alle Zweifel auszuräumen. Eine Hilfestellung findest du hier: http://www.tierarzt-lensahn.de/wissenswertes/kastration.pdf
Und wenn du Freunde hast, die keinen Grund sehen, ihre Tiere – egal, ob Katzen oder Hunde – kastrieren zu lassen, dann zeig ihnen als Denkanstoß doch einmal dieses Video zum Thema: www.peta.de/kastration
 

5. Informiere das Tierheim

Weißt du vielleicht selbst, wo sich eine Gruppe heimatloser Katzen oder auch Einzeltiere befinden, die auf der Straße leben und nicht versorgt werden?
Bitte setz dich mit deinem Tierheim in Verbindung und mache Vorschläge, wie den Tieren geholfen werden kann. In den meisten Fällen kennt das Tierheim einige Personen, die heimatlose Katzen versorgen und die dich unterstützen können. Viele Tierheime helfen beim Einfangen der Katzen, um diese kastrieren zu können.
Du hast damit sicher vielen Tieren geholfen! Natürlich kann deine Unterstützung auch über die Aktionswoche hinausgehen – alle aktuellen Informationen über diese und andere Kampagnen findest du unter PETA.de/Haustiere.

 

Allgemeine Tipps für aktive Tierfreunde

Demonstrationen

Demos müssen ab einer Teilnehmerzahl von 3 (in Bayern 2) mindestens 48 Stunden vorher bei den zuständigen Behörden (welche Behörde zuständig ist, variiert leider von Stadt zu Stadt) mit Angabe von Thema der Versammlung, Ort, Zeit, benötigte Mittel, erwartete Teilnehmerzahl sowie verantwortlicher Versammlungsleiter mitsamt Kontaktdaten angemeldet werden – außer es handelt sich um spontane Aktionen. Die Bestätigung muss bei der Durchführung mitgeführt werden und der verantwortliche Leiter muss benannt und anwesend sein.

Da möglichst viele Menschen auf das Thema aufmerksam gemacht werden sollen, ist es sinnvoll, die Presse einzuladen – im besten Fall gibt es dann einen Bericht über die Aktion. Dies bedeutet auch, dass die Fakten präsent sein müssen – und die Pressebetreuung von einer Person und nicht von allen Anwesenden übernommen wird. Das Demokonzept sollte gut durchdacht sein, Demoschilder oder Banner mit Schablonen gefertigt und groß genug angelegt sein, damit die Lesbarkeit gewährleistet ist. Auch sollte man sich Parolen vorab ausdenken und während der Demo rufen (es sei denn es ist eine stille Mahnwache). Außerdem lieben Menschen Kostüme, warum also nicht in einem Schweinekostüm für die vegane Ernährung werben?

Während der Demo ist es auch sehr wichtig, ein ordentliches und strukturiertes Bild abzugeben. Dies wirkt nicht nur professioneller für die Presse, sondern vermindert auch Ärger mit der Polizei, die vor Ort – trotz bestätigter Anzeige einer Kundgebung nach dem Versammlungsgesetz – das letzte Wort hat. Außerdem sollten keine Sonnenbrillen oder Schildmützen getragen werden, da dies abgrenzend wirkt und die Menschen eher auf Distanz hält. Allgemein sollte man die Menschen da abholen, wo sie stehen, deshalb immer höflich und freundlich bleiben – schließlich möchte man informieren und nicht beleidigen. Und, ganz wichtig: Rauchen ist ein absolutes No-Go, die Demozeit gehört dem Einsatz für die Tiere!

Infostände

Es gibt unterschiedliche Anlässe für einen Infostand – ein Konzert, ein Tierheimfest, ein verkaufsoffener Sonntag in der Stadt oder einfach so in der Fußgängerzone. Doch jedes Mal braucht man die Erlaubnis (siehe Demo).

Hat man diese, dann einfach (Tapezier-)Tisch mit einem Tuch abdecken und/oder Postern verschönern (sie erregen Aufmerksamkeit und vermitteln eine Botschaft); Flyer nett arrangieren (z.B. die Gummibänder entfernen), darauf achten, dass es nicht zu viele oder zu wenige sind – bei zu vielen können die Passanten denken, dass es keinen interessiert, bei zu wenigen trauen sie sich evtl. nicht, etwas wegzunehmen. Bei der Auswahl ist weniger mehr: Schwerpunkte setzen. Außerdem sollte man Kenntnis über den Inhalt des ausgelegten Materials haben. Sollte dennoch mal eine unbekannte Frage kommen, lieber „Ich weiß es nicht, aber schauen Sie auf www.peta.de nach“ sagen, als falsche Behauptungen aufzustellen. Unterschriftenlisten sind des Weiteren wichtig und ein guter Einstieg, um die Menschen an den Stand zu holen.

Man sollte sich auch nicht provozieren lassen oder zu viel Zeit in einen Gesprächspartner investieren, der nur pöbeln will. Hier lieber ganz offen sagen „Danke für das Gespräch, wir kommen nicht auf einen Nenner“ und sich einer anderen Person widmen, die offener für das Anliegen ist.

Flugblätter verteilen

Auch hier gilt die „magische 3“ und die Faustregel nett und freundlich sein. Noch ein weiterer Tipp: Nimmt der Erste aus einer Schlange (etwa, wenn Menschen aus einer U-Bahn-Station kommen), nehmen die anderen auch den Flyer, lehnt der Erste den Flyer ab, eine neue Schlange suchen, denn die Nachfolgenden nehmen das Flugblatt in der Regel auch nicht.

Leserbriefe schreiben

Wenn ein tierrechtsrelevanter Bericht in der Zeitung, im Radio oder im Fernsehen kommt, ist es wichtig – und leicht gemacht – eine Rückmeldung dazu an den Verfasser zu geben. Dies kann entweder in Form von Kommentaren bei Onlineausgaben, eine E-Mail an die zuständige Abteilung oder ein klassischer Brief an die Redaktion mit Verweis auf den entsprechenden Bericht sein.

Dies beeinflusst nicht nur den konkreten Fall, sondern gibt der Redaktion auch Rückschlüsse auf die zukünftige Berichterstattung. Vom Tenor her kann der Leserbrief kritisch oder lobend sein, eine Beschwerde, eine Forderung oder ein Lob enthalten – wichtig ist lediglich, klar Position zu beziehen. Einen „Wegweiser zum Briefeschreiben“ findet ihr hier.

Probleme ansprechen

Egal ob es ein Leserbrief an die Medien ist, ein Gespräch mit dem Restaurantbetreiber, der Stopfleber oder Hummer auf der Karte hat, der Lebensmittelkonzern, der sein Produkt nicht vegan herstellt, das Möbelhaus, das seinen Parkplatz einem Zirkus zur Verfügung stellt, oder die Kosmetikfirma, die noch Tierversuche macht: Wenn sich niemand beschwert und sich nur still und heimlich ärgert, dann ändert sich auch nichts. Deshalb keine falsche Scheu, die Beschwerde klar, aber höflich anbringen und mit Argumenten überzeugen.
Auch wenn man manchmal bei Petitionen einen langen Atem haben muss, es ist wie der Tropfen, der den Stein höhlt! Die Masse macht’s und es konnten schon einige tolle Erfolge dadurch erzielt werden, wie beispielsweise der Fall des Aktionsaufrufs an die Uni Ulm, die nach ca. 3 Stunden eines Online-Aufrufs zusicherte, keine OP-Versuche an lebenden Schweinen für die Fortbildung von Ärzten mehr zu machen.

Soziale Netzwerke nutzen

Egal ob man nun eine Petition, ein Video oder einen Artikel teilt, die sozialen Netzwerke geben die Möglichkeit, mit ein, zwei Klicks potenziell viele Menschen zu erreichen. Oder wie wäre es damit, die E-Mail-Signatur mit einem schönen Spruch oder interessanten Link zu versehen?

Post aufwerten

Wenn Briefe oder Päckchen an Freunde oder Bekannte verschickt werden, können die Kuverts mit Tierrechts-Stickern verschönert werden.

Verkäufer bei Ebay oder Amazon oder ähnlichen Portalen? Warum nicht einen Flyer mit reinpacken, wenn ihr etwas verkauft habt?

Informationen auslegen

Flyer können an den unterschiedlichsten Orten ausgelegt werden (Friseur, Tierarzt, Bioladen, Bibliothek, Buchhändler…) – es gibt viele Möglichkeiten, nur wichtig ist: vorab um Erlaubnis fragen! Es wäre schade, wenn die Flyer, die Gutes für die Tiere bewirken sollen, einfach im Müll landen würden.

Oder: Wenn Reisen mit der Bahn oder dem Flieger anfallen, einfach ein Ansichtsexemplar „vergessen“.

Freunde einladen

Zum veganen Essen in ein veganes Restaurant oder zum gemeinsamen Filmeschauen – vielleicht interessiert sich der ein oder andere im Bekanntenkreis für das neueste Tierrechtsbuch oder vegane Kochbuch?

Aktive, spontane Hilfe

Aufmerksam sein! Es kann vorkommen, dass man z.B. ein Tier schreien hört, ein „Haustier“ allein durch die Straßen streunen sieht oder ein überfahrenes Tier am Straßenrand bemerkt. Hier gilt: nicht einfach weitergehen, sondern nachschauen und helfen (Tierheim oder Tierarzt anrufen). Hierzu weitere nützliche Informationen.

Tierheime aufsuchen

Die Tiere dort haben meist eine mehr oder weniger schlimme Vergangenheit und brauchen sehr viel Fürsorge und Freundlichkeit, die die Angestellten des Tierheims ihnen oft aus Zeitnot nicht geben können. Vielleicht habt ihr also regelmäßig Zeit für die Hunde oder Katzen ohne Familie. Oder regt das Tierheim dazu an, dass seine Veranstaltungen vegetarisch oder möglichst vegan abgehalten werden.