Spenden
 »  »  »  » Tödliches Ende des Tigerausbruchs: Chef des Heilbronner Weihnachtscircus verleumdet PETA

Nach tödlichem Ende des Tigerausbruchs: PETA wirft Chef des Heilbronner Weihnachtscircus Melnjak Verleumdung vor

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge

Ausbrüche von Tieren aus Zirkussen sind die Regel

Stand September 2017

 Heilbronn / Stuttgart, 8. September 2017 –Fahrlässigkeit und Verleumdungen: Am Mittwoch brach Tigerin Suzy in den USA während eines Transports bei Atlanta aus und wurde von der Polizei erschossen. Der Dompteur Alexander Lacey wollte das Tier mit 13 anderen Großkatzen nach Deutschland importieren, um beim  Heilbronner Weihnachtscircus aufzutreten. Der Veranstalter des Zirkus Sascha Melnjak äußerte sich darauf hin am 7. September in der „Heilbronner Stimme“, er könne sich vorstellen, dass Tierrechtler oder sogar PETA selbst den Käfig geöffnet habe. Die Tierrechtsorganisation wirft dem Zirkusdirektor nun Verleumdung und üble Nachrede vor. Wöchentlich brechen Tiere aus Zirkusbetrieben aus – insgesamt mehrere Dutzend Mal pro Jahr. Dabei werden oftmals Personen getötet oder verletzt. Obwohl Zirkusbetreiber seit Jahrzehnten daraufhin reflexartig behaupten, die Tiere seien freigelassen worden, hat sich diese Behauptung in keinem einzigen Fall als wahr erwiesen. Richtig dagegen ist, dass ständig Tiere aufgrund der notorischen Unzuverlässigkeit von Zirkusverantwortlichen ausbrechen. Hinzu kommt, dass mobile Käfige  nicht dazu geeignet sind, um Tiere ausbruchssicher zu halten. PETA weist die Unterstellungen des Zirkusdirektors Melnjak scharf zurück und fordert ihn sowie Oberbürgermeister Harry Mergel auf, die Großkatzendressur abzusagen, um die Bevölkerung vor Gefahren zu schützen.

"Offensichtlich schreckt Melnjak nicht davor zurück, den Tigerausbruch als skandalisierende Werbung für den Heilbronner Weihnachtscircus zu instrumentalisieren", so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.

Sascha Melnjak und sein Zirkus Charles Knie setzen ihre Tiere auch in diesem Jahr wieder einer regelrechten „Stresstournee“ aus. Der Zirkus verbringt im Schnitt lediglich vier Tage an einem Ort, mit nur einem Tag Pause zwischen den Gastspielen. Die ungewöhnlich hohe Frequenz an Ortswechseln und die damit einhergehenden langen Standzeiten auf Transportern zeigen, wie rücksichtslos der Zirkusbetrieb mit den rund 100 Tieren umgeht. Im Juni 2015 wurde der seinerzeit vom Zirkus Charles Knie beschäftigte Elefantentrainer Errani wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz rechtskräftig vom Amtsgericht Darmstadt zu einer Geldbuße verurteilt, weil die Elefanten bei Ortswechseln wiederholt bis zu 18 Stunden auf dem Lkw belassen wurden [1]. 2012 brach an zwei Gastspielorten jeweils ein Känguru aus dem Zirkus aus und gefährdete den Straßenverkehr. Bei dem Ausbruch in Lüneburg verletzte sich das Tier.

Ausbrüche von Wildtieren wie Elefanten, Tiger oder Bären aus notorisch unzuverlässig handelnden Zirkusbetrieben sind vielfach dokumentiert. In Deutschland kam es zwischen 2009 und 2016 zu mindestens 45 Ausbrüchen von gefährlichen Tieren wie Bären, Elefanten, Flusspferden, Großkatzen, Nashörnern und Primaten [2]. Hinzu kommen viele Dutzend Ausbrüche anderer Tierarten. Auch der Bundesrat verweist in seiner Entschließung 2016 für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus auf die Gefahrensituation: „Ferner sind vermehrte Zwischenfälle mit den genannten Tierarten und Ausbrüche von Zirkustieren augenfällig, die auch die Bevölkerung immer wieder gefährden.“ Einen Grund dafür sieht die Länderkammer darin, dass die „eigentlich notwendige Einrichtung von ausreichend großen, ausbruchsicheren und artgerecht ausgestatteten Gehegen […] mit der Notwendigkeit zur fortwährenden Mobilität“ kollidiert.
[1] AG Darmstadt: Aktenzeichen 233 OWi 8200 Js 40305/13.
[2] PETA (2017): Ausbrüche und Unfälle von Tieren im Zirkus. Online unter: www.peta.de/Zirkusunfaelle Letzter Zugriff: 15.08.2017
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkusunfälle
PETA.de/Zirkus-Charles-Knie

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de