Spenden
 »  »  »  » Töten als „Hobby“: PETA kritisiert Jagd- und Angelmesse in Alsfeld

Töten als „Hobby“: PETA kritisiert Jagd- und Angelmesse in Alsfeld

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge
Stand März 2014
Alsfeld / Gerlingen, 5. März 2014 – Kritik an der Jagd- und Angelmesse in Alsfeld: Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. appelliert an alle Menschen, die ab Freitag stattfindende Messe „Jagen Reiten Fischen Offroad“ zu meiden. PETA weist darauf hin, dass Jäger und Angler vornehmlich im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung Tiere töten und den empfindsamen Lebewesen dabei häufig erhebliche Schmerzen zufügen. Die Tierrechtsorganisation fordert ein generelles Jagd- und Angelverbot für Deutschland.

„Angeln und Jagen gelten heutzutage als eine Art Freizeitsport, sind aber in Wahrheit für unermessliches Tierleid verantwortlich“, so Zoologin Ines Hofer, Wildtierexpertin bei PETA Deutschland e.V. „Tiere auf der Messe in Alsfeld zu töten und dies auch noch als unterhaltsames ‚Hobby‘ anzupreisen, ist geschmacklos.“

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Servanty et al(1) wiesen nach, dass Wildschweine in jagdfreien Gebieten eine geringere Populationsdichte aufweisen als in bejagtem Territorium. Demnach führt ein hoher Jagddruck auch zu deutlich höheren Reproduktionsraten. Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der waldbewohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

Auch Angeln ist mit Tierleid verbunden: zwei aktuelle Gutachten der Schweizer Eidgenössischen Ethikkommission für die Biotechnologie im Außerhumanbereich (EKAH) befassen sich intensiv mit der Kognition und dem Bewusstsein von Fischen. Die Verfasser, Philosoph Markus Wild und Biologe Helmut Segner, belegen, dass Fische Schmerzen empfinden, ein Bewusstsein haben, lernfähig sind und kooperieren können. Weiterhin weist ihr Hirn zahlreiche Übereinstimmungen mit dem Gehirn von Säugetieren auf.

PETA weist darauf hin, dass allein in Deutschland neben den etwa fünf Millionen Waldtieren auch schätzungsweise 400.000 Katzen und Hunde jedes Jahr getötet werden. Zusätzlich werden jährlich circa 50 Menschen durch Hobbyjäger bei Jagdunfällen getötet oder schwer verletzt.



Quelle:
(1)Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.


 
Weitere Informationen:
PETA.de/Jagd

Kontakt:
Judith Stich, +49 (0) 30 6832666-04, JudithS@peta.de