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Toter Hund nach Verdacht eines Giftköder-Anschlags in Karlsdorf-Neuthard – PETA bietet 1.000 Euro Belohnung für Hinweise

 
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Organisation fordert zentrales Melderegister für Anschläge auf Hunde

Stand Juni 2017
Karlsdorf-Neuthard / Stuttgart, 13. Juni 2017 – Suche nach möglichem Tierquäler: Einem Zeugenbericht zufolge befanden sich vergangenen Samstag nahe dem Waldsportplatz in Karlsdorf-Neuthard viele – vermutlich vergiftete – Brotstücke im Wald. Der Hund des Zeugen aß eines davon, fiel nur Augenblicke später um und krampfte. Trotz umgehender veterinärmedizinischer Versorgung konnte das Tier am Abend nach erneuten Krampfanfällen nur noch eingeschläfert werden. Zeitnah soll eine Probe des vermuteten Giftköders toxikologisch untersucht werden. Die Tierrechtsorganisation PETA setzt nun eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur Ermittlung und Überführung des Täters führen. Der Zeuge hat bereits Anzeige gegen unbekannt bei der Polizei erstattet. Hinweise nimmt die Polizei unter 07251 42760 entgegen. Zeugen haben außerdem die Möglichkeit, sich unter der Telefonnummer 0711 860591-0 oder per E-Mail bei PETA zu melden – auch anonym. Möglicherweise handelte es sich um mehrere Täter, die die Köder auslegten.
 
„Der Fall muss schnellstmöglich aufgeklärt werden, damit Vierbeiner in Karlsdorf-Neuthard wieder sorglos spazieren geführt werden können“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei von PETA. „Neben der Gefährdung für Hunde und Katzen stellen präparierte Köder auch eine Gefahr für Kinder und freilebende Tiere dar. Tierhalter sollten jetzt besonders auf ihre vierbeinigen Freunde achten und im Falle eines Verdachts auf Verzehr solcher Köder umgehend einen Tierarzt aufsuchen.“
 
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
 
PETAs Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen: Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, einer gelblichen Verfärbung der Schleimhäute, blassem Zahnfleisch, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell. Der Hund sollte beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.
 
Grundsätzlich fordert PETA die Einführung eines zentralen Meldesystems für Anschläge dieser Art. Durch eine Registrierung könnte die Bevölkerung frühzeitig über Köderwarnungen und Gefahrenschwerpunkte informiert werden, um Kinder und Tiere somit besser schützen zu können. Zugleich würde durch eine stringente Dokumentation der Fälle deutlich, wie häufig Tiere Opfer von Delikten werden. Berlin geht mit gutem Beispiel voran. In der Hauptstadt wurde aktuell der erste amtliche Giftköderatlas eingeführt. Auf einer Website können Betroffene Giftköderfunde eintragen und sich über aktuelle Funde informieren. Um der Verbreitung von Gerüchten entgegen zu wirken, muss der Köderfund allerdings zuvor bei der Polizei gemeldet worden sein. Außerdem ist ein Attest eines Tierarztes sowie, wenn möglich, ein Foto des Köders hochzuladen.
 
Fälle von Tierquälerei werden täglich in Deutschland aufgedeckt. Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen.

Weitere Informationen:
PETA.de/Giftkoeder
PETA.de/Tierquälerei
PETA.de/ZeugeVonGrausamkeit
Veganblog.de/2016/08/Melderegister-Giftkoeder-Berlin/

Das Video zur Ersten Hilfe beim Hund:
PETA.de/Erste-Hilfe-für-den-Hund

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de