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Traurige Bilanz 2015: 11 Tote und 18 Verletzte durch Jagdunfälle und Gewalttaten mit Jagdwaffen

PETA appelliert an Innenminister de Maizière, sich für ein Verbot der Hobbyjagd einzusetzen

Stand Januar 2016
Stuttgart, 11. Januar 2016 – Lebensgefahr durch Jäger: Allein im vergangenen Jahr starben Medienberichten zufolge in Deutschland bei Jagdunfällen und Gewalttaten mit Jagdwaffen elf Menschen, 18 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Dunkelziffer liegt vermutlich um ein Vielfaches höher. Immer wieder bringen Weidmänner Passanten trotz verpflichtender „Jagdausbildung“ in Gefahr und gefährden die öffentliche Sicherheit durch fahrlässiges Handeln. Jährlich ereignen sich Dutzende Vorfälle, bei denen Fehlschüsse oder Querschläger Menschen verletzen oder gar töten, Gewehrkugeln in Häuser einschlagen, Spaziergänger plötzlich unter Beschuss geraten oder Menschen gezielt mit Jagdwaffen getötet werden. PETA Deutschland e.V. appelliert an den Bundesinnenminister Thomas de Maizière, sich für ein längst überfälliges Verbot der Hobbyjagd in Deutschland einzusetzen und den privaten Waffenbesitz durch Jäger zu verbieten. Die Tierrechtsorganisation rät der Bevölkerung zudem zu erhöhter Vorsicht während der bis Ende Januar anhaltenden Hauptjagdsaison.
 
„Bei der Jagd geraten neben Millionen Tieren auch zahlreiche Menschen unter Beschuss: Allein 2015 wurden durch Fehlschüsse, Querschläger oder Gewalttaten mit einer Jagdwaffe elf Menschen getötet und 18 verletzt“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Diese Vorfälle dürfen nicht weiter toleriert werden. Hier ist ein Eingreifen der Politik gefragt: Die Hobbyjagd muss verboten werden.“
 
Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für die Jagd von Privatpersonen in deutschen Wäldern. Im Gegenteil, die Hobbyjagd geht mit einer Störung des Rechtsfriedens sowie der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einher. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt. [1] Demnach hat ein hoher Jagddruck zur Folge, dass sich die Population der Wildschweine in dem betreffenden Gebiet erhöht. Auch der namhafte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

PETA weist darauf hin, dass den rund 350.000 Hobbyjägern in Deutschland nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüberstehen.

[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.
 

PETA-Jagdsticker. / © PETA
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Jagd
PETA.de/Jagdunfälle
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de