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Das traurige Leben der heimatlosen Hunde in Istanbul

Stand Mai 2013
Nur einige Tage in Istanbul lassen den traurigen Alltag von Tausenden von Hunden wie folgt zusammenfassen: Nach Schätzungen der Tierschutzgruppe SHKD sollen alleine auf der Europäischen Seite Istanbuls bis zu 100.000 Hunde leben, für die meisten dieser Hunde ist es ein alltäglicher Kampf ums Überleben!
Die Behörden scheinen es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, den Großteil der unerwünschten Mitgeschöpfe außer Augenreichweite zu schaffen, wenn dies auch nur schwerlich gelingt - da auch im Zentrum von Istanbul, teils in kleinen Gruppen lebend, Hunde zu gegen sind. Fährt man jedoch in die Außenbezirke Istanbuls und dringt dort in die unbewohnten Gegenden - wie etwa die Waldgebiete hinein - so sind diese „bedeckt“ von Hunden, die stets auf der - oftmals vergeblichen - Suche nach etwas Essbarem sind.

 

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Hunde verhungern in den Wäldern

Ein trauriges Bespiel für das „Entsorgen von Hunden“ in ressourcenarme und somit fürs Überleben der Hunde völlig ungeeignete Gegenden ist der Stadtteil Beykoz, vielmehr der Wald desgleichen. Fern ab jeglicher Zivilisation sind die Straßen gesäumt von Hunden, die hier zu Dutzenden, wenn nicht sogar zu Hunderten, ausgesetzt worden sind. Man begegnet unzähligen kranken, verwundeten und hungernden Hunden, die im „besten Falle“ noch bei Kräften sind um einem Auto, sollte eines kommen, nach zu laufen, in der Hoffnung etwas Essbares zu erhalten. Man begegnet Muttertieren mit ihren Welpen, Junghunden und erwachsenen Hunden, die im Rudel oder einzeln im Wald von Beykoz umherirren.

 

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Grausam und kontraproduktiv

Istanbul hat bislang nicht verstanden, dass die Methode des Aussetzens in abgelegne Regionen nicht „nur“ grausam, sondern auch absolut kontraproduktiv ist. Es liegen Dutzende von Schriftstücken vor - allen voran der Bericht der WHO (Weltgesundheitsorganisation), die Letzteres belegen. Nach WHO, Guideline for Dog Population Management, Geneva 1990, Seite 9: „Jede Reduzierung der Populationsdichte durch Sterblichkeit wurde schnellstens durch eine bessere Fortpflanzung und eine höhere Überlebensrate ausgeglichen. In anderen Worten bedeutet dies: Werden Hunde an einem Ort entfernt, erhöht sich die Lebenserwartung der übrigen Hunde, da sie größere Zugang zu Ressourcen haben und sich diese nicht mit Mitstreitern teilen müssen.“

 

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Istanbul muss Tierschutzmassstäbe für die Türkei setzen!

Von einer modernen Stadt, die sich im Jahr 2010 dazu anschickt, den Titel der Europäische Kulturhauptstadt 2010 zu tragen, erwarten wir einen ethischen Umgang mit Tieren! Wir fordern alle mit dem Tierleid in Istanbul in Zusammenhang stehenden Personen dazu auf, sich endlich ernsthaft und ganzheitlich der Tierschutzproblematik in Istanbul anzunehmen! Istanbul muss - nicht zuletzt aufgrund seiner Bedeutung im nationalen Kontext - Tierschutzmaßstäbe, die als Beispiel für die gesamte Türkei gelten sollten, setzen!

 

PETA Deutschland e.V. fordert daher:

- Ein konsequentes - und auf ganz Istanbul bezogenes - Durchführen des Neuter & Release Programms. Nur die konsequente Geburtenkontrolle und das Zurücksetzen der Tiere ins vertraute Revier kann die Populationsdichte von Hunden nachhaltig senken. Ebenso muss auch die Futterversorgung der Tiere sichergestellt werden.

- Eine Zentralisierung der Tierschutzarbeit in Istanbul, d.h. eine zentrale Steuerung, Kontrolle und Evaluierung. Die Lösung hierfür sind private - von Städten und Gemeinden finanzierte - Unternehmen, die von lokalen Tierschutzgruppen im humanen Umgang mit Tieren geschult werden (behutsames Einfangen, medizinische Versorgung und das Zurücksetzten ins vertraute Revier). Nur so kann gewährleistet werden, dass das Programm tierschutzgerecht durchgeführt wird und „Früchte trägt“.

- Tierheime, die als „Todeslager“ geführt werden (Beispiel Beykoz), in Rehabilitationszentren umzuwandeln, in denen Tiere nur eine maximale Anzahl an Tagen verbringen sollen (für die Zeit des Neuter & Release Programms).

- Tiere, die aus triftigen Gründen nicht ins vertraute Revier zurückgesetzt werden können, wie beispielsweise Tiere aus „Todeslagern“ (eine lange Inhaftierung bewirkt eine Nichtzugehörigkeit zu einem ehemals bewohnten Revier), sollten in einem sog. offenen Tierheim ein neues zu Hause finden (weitläufig eingezäuntes Gelände mit Futterstellen).

- Begleitende Maßnahmen, die andernfalls kontraproduktiv zum Programm laufen würden, dazu gehören:
o Kastrationspflicht auch für Tiere in Privathaushalten,
o Zuchtverbot für Hunde,
o Sensibilisierung der Bevölkerung, vor allem auch von Kindern.





Bitte helfen Sie uns, unseren Forderungen an die Verantwortlichen in Istanbul Nachdruck zu verleihen und unterstützen Sie unsere Petition!