Massentötungen von heimatlosen Hunden für die EM 2012
Anlässlich der Europameisterschaft „säubert“ die Ukraine ihre Straßen von heimatlosen Hunden und Katzen. Um sich während des Fußball-Events glanzvoll vor der Welt zu präsentieren, werden auf Anordnung der offiziellen ukrainischen Behörden tausende Tiere umgebracht. In Zusammenarbeit mit ukrainischen Tierschutzorganisationen setzt sich PETA bereits seit 2009 gegen das Töten von Tieren im Vorfeld der EM 2012 ein. In einer beispiellosen Protestwelle erhielten die politisch Verantwortlichen Hunderttausende von Protestbriefen aus ganz Europa.
Jetzt zeigen sich erste Erfolge unserer gemeinsamen Proteste: Im Januar 2012 erhielten wir die positive Nachricht von der Präsidentin der „Kyiv Society for the Protection of Animals“, Frau Asia Serpinskaya. Demnach hat sich in Kiew die Situation für die noch verbliebenen heimatlosen Tiere entspannt. Noch bis vor wenigen Wochen wurden dort heimatlose Tiere auf grausame Weise getötet (innerhalb eines Jahres schätzungsweise ca. 15-20.000 Tiere allein in Kiew). Die Regierung scheint ihr Wort zu halten, es sollen offiziell keine Tötungen mehr stattfinden. Jetzt müssen wir den öffentlichen Druck von Kiew auf das Umland der Ukraine ausweiten. Vor allem in der Ostukraine wird der unmenschliche Umgang mit den heimatlosen Hunden und Katzen fortgeführt. Dort werden die Tiere weiterhin vergiftet und erschossen. Bitte helfen Sie mit, den Druck weiter aufrechtzuerhalten und unterstützen Sie unsere Petition.
Dass die hohe Tierpopulation nur durch die „Neuter and Release"-Methode begrenzt werden kann, zeigt unser zweiter Film aus der Ukraine:
Tierquälerei: Während sich die Situation für die Tiere in Kiew verbessert hat, finden im Umland der Ukraine auf den Straßen weiterhin qualvolle Todeskämpfe statt.
Kiew, November 2011. Eine vergiftete Hündin. Ihre Welpen sitzen ein paar Hundert Meter weiter, sie leben.
Im Umland werden die Tiere weiterhin eingefangen, erschossen, vergiftet oder verbrannt. Kommunale Müllabfuhren und „Straßenreinigungskommandos“ töten die Tiere entweder direkt oder fangen sie auf rabiate Weise ein. In Lagern, die den Charakter einer Tötungsstation haben, werden Hunde bis zu 7 Tage in völlig überfüllten Verschlägen untergebracht – oftmals ohne Nahrung und Wasser. Das Fell der getöteten Tiere wird nach Aussagen ukrainischer Tierfreunde zu Mützen, ihre Knochen zu Tierfutter verarbeitet. Bei den massenhaften Tötungen wird auch ein Mittel namens Ditilin eingesetzt, das ähnlich wie das Pfeilgift Curare wirkt. Ditilin führt zur Lähmung der Muskeln, so dass die Tiere sich nicht mehr bewegen können. Bei Überdosierung werden auch die Atemmuskeln gelähmt. Die Hunde sterben gelähmt aber bei vollem Bewusstsein einen unvorstellbar leidvollen Tod. Ein anderes Gift, das auch gegen Ratten eingesetzt wird, führt zu einem qualvollen Todeskampf, der sich über mehrere Stunden erstreckt. Unter unsäglichen Schmerzen krampfen und erbrechen die vergifteten Tiere, bevor sie innerlich verbluten.
November 2011: Links: Die Mutter dieser Welpen wurde getötet. Mitte: Im Hinterhof einer kommunalen Müllabfuhr in Donezk. Rechts: Diese Hunde wurden im Karton an einer Schule abgestellt.
Bis vor kurzem kamen noch mobile Verbrennungsöfen zum Einsatz, in welche die Tiere teilweise noch bei vollem Bewusstsein hineingeworfen wurden und so unter Höllenqualen verbrannten. Diese scheinen die Behörden mittlerweile aufgrund der europaweiten Proteste zu verstecken. (Die im Video gezeigten Aufnahmen des Krematoriums wurden PETA zugespielt.) PETA entdeckte im November 2011 zudem Massengräber von Hunden in Donezk, einem Ort, der ein neues Fußballstadion für Millionen von Euro bauen ließ. Die Hundejagd ist ein lukratives Geschäft in der Ukraine: Die Regierung soll den Tierfängern umgerechnet knapp 40 Euro pro „entsorgtem“ Hund bezahlen – ob tot oder lebendig.
Die sinnlosen Massentötungen müssen sofort gestoppt werden!
So können Sie den heimatlosen Tieren in der Ukraine helfen:
Nehmen Sie an unserer Petition an die ukrainische Botschaft in Berlin teil, um auch die Massentötungen im Umland zu stoppen.
Protestieren Sie gegen die Massentötungen von heimatlosen Tieren in der Ukraine und laden Sie dazu unsere kostenlosen Demoplakate herunter.
Verteilen Sie Flyer! Eine kostenlose PDF-Vorlage zum Ausdrucken gibt es hier zum Download.
Spenden Sie, damit wir gemeinsam den Tieren in der Ukraine helfen können.
Heimatlose Hunde müssen kastriert werden
Nur die konsequente Umsetzung eines „Neuter & Release“-Programms kann den Bestand an heimatlosen Hunden und Katzen nachhaltig senken. Dieses Konzept sieht nach der Kastration und tierärztlichen Versorgung der Tiere das anschließende Zurücksetzen und Versorgen im vertrauten Revier vor. Diese Methode wird auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihren „Guidelines for Dog Population Management“ empfohlen. Zusätzlich sind flankierende Maßnahmen, wie ein striktes Zucht- und Verkaufsverbot von Hunden und Katzen unerlässlich.
Weitere Informationen zur Kastration von heimatlosen Tieren finden Sie in unserem Türkei-Faktenblatt
Warum sind Tierheime keine Lösung?
Das Prinzip des „Tierheims“ nach westeuropäischem Vorbild kann in Ländern wie der Ukraine nicht funktionieren, denn die Vermittlungsrate von Tieren geht gegen null. In den Tierheimen findet also zeitlebens so gut wie kein Austausch von Tieren statt. Ganz abgesehen von den teils katastrophalen Zuständen, die in süd- oder osteuropäischen Tierheimen für die Tiere herrschen. Zudem müsste man abertausende Tierheime bauen, um den hunderttausend heimatlosen Tieren Obhut zu gewähren.
Die einzig effektive Lösung ist die konsequente Umsetzung eines "Neuter & Release"-Programms.