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Umstrittener Circus Luna in Schramberg: PETA warnt vor gefährlichem Elefanten und rät vom Besuch des Zirkusses ab

Stand November 2012
Schramberg / Gerlingen, 13. November 2012 – Der derzeit in Schramberg gastierende Circus Luna steht unter heftiger Kritik von PETA Deutschland e.V. Nachdem Anfang Oktober erneut ein Kind durch die Elefantendame Benjamin schwer verletzt wurde und dabei einen Kieferbruch erlitt, ruft die Tierrechtsorganisation dazu auf, den Zirkus aus Sicherheitsgründen zu meiden. Zudem wurden bei allen fünf zuletzt von PETA kontrollierten Gastspielen in 2011/2012 erhebliche, teils katastrophale Missstände bei der Elefanten- und Bärenhaltung dokumentiert. Nach einer Strafanzeige von PETA antwortete die Staatsanwaltschaft Stuttgart im Mai 2012, dass „teilweise die Vorgaben der Zirkusleitlinie nicht umgesetzt wurden“, außerdem „wurde sowohl die Einzelhaltung des Elefanten als auch vereinzelt bei Kontrollen das zu kleine Innengehege in Verbindung mit einem fehlenden Außengehege, auch für die beiden Bären, sowie teilweise fehlendes Beschäftigungsmaterial kritisiert“. Weil Elefantendame „Benjamin“ und die beiden Bären deutlich und anhaltend unter den mangelhaften Lebensbedingungen bei Circus Luna leiden, fordert PETA vom Kreisveterinäramt eine Beschlagnahmung der Tiere und die Überführung in bereitstehende tiergerechtere Anlagen.

„Wer in diesen Zirkus geht, bezahlt für Tierquälerei und riskiert sein Leben“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Die Elefantendame Benjamin, aber auch die Bären und andere Tiere, werden meist unter tierquälerischen Bedingungen gehalten. Das birgt auch ein immenses Risiko für die Besucher, denn die verhaltensgestörten Tiere sind völlig unberechenbar. Benjamin muss in Einzelhaltung leben, ihr Gehege ist viel zu klein und es gab bei unseren Kontrollen nicht einmal die vorgeschriebenen Zweige oder eine Scheuerstelle.“

Elefanten sind soziale Herdentiere, deshalb ist die Einzelhaltung verboten. PETA-Recherchen brachten zutage, dass der Elefant häufig ohne das zwingend vorgeschriebene Außengehege gehalten wird. Das Stallzelt war nicht mal halb so groß wie in den Zirkusleitlinien festgelegt und auch Beschäftigungsmaterial fehlte völlig. Die Bären müssen wie im tiefsten Mittelalter in der Manege Roller fahren, ansonsten sind sie die meiste Zeit ihres Lebens in einem engen Käfigwagen eingesperrt.

Circus Luna steht schon lange in der Kritik von PETA. Die Bären und die Elefantendame Benjamin sind nach Auffassung der Tierrechtsorganisation durch jahrelange tierquälerische Haltung im Zirkus unberechenbar geworden. In der Folge wurden mehrere Menschen durch Übergriffe der Elefantendame zum Teil schwer verletzt – bereits 2010 verlor ein Familienvater nach einer Attacke eine Niere, sein Sohn wurde ebenfalls schwer verletzt. Auch der renommierte Elefantenexperte Dr. Fred Kurt warnt: „Jeder Kontakt zwischen dem Tier [Benjamin] und einem Besucher kann in einer weiteren Tragödie enden.“

Elefantendame Benjamin im Circus Luna © PETA Das hochauflösende Motiv schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.

Weitere Informationen, Video und Bilder zu Circus Luna:
PETA.de/Circusluna
PETA.de/LunaElefant

Chronik (Unfälle bei Circus Luna)

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de