»  »  »  » Unsachgemäßer Vergleich von Kindern und Nerzen: PETA übt scharfe Kritik an Pelztierzüchter-Vizepräsident Alfons Grosser

Unsachgemäßer Vergleich von Kindern und Nerzen: PETA übt scharfe Kritik an Pelztierzüchter-Vizepräsident Alfons Grosser

Stand Januar 2013
Gütersloh / Gerlingen, 25. Januar 2013 – Am Thema vorbei: Nach der jüngsten Veröffentlichung eines Internet-Videos, in dem Eiszapfen an der Trinkwasseranlage der Nerzfarm in Gütersloh gezeigt werden, übt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. scharfe Kritik an Alfons Grosser, Vizepräsident des Zentralverbands Deutscher Pelztierzüchter: Dieser behauptet als Reaktion auf das Video, dass der Gütersloher Nerzfarmbetreiber Heinz Stüker „Nerze wie eigene Kinder“ behandele. Dies ist angesichts der Qualen und Entbehrungen auf Nerzfarmen laut PETA ein unsachgemäßer Vergleich.

„Kinderliebe und Pelztierzucht in einem Atemzug zu nennen, entbehrt der Realität“, so Dr. Edmund Haferbeck, rechtlicher Berater bei PETA. „Niemand käme auf die Idee, seine Kinder in winzige Drahtkäfige zu sperren, sie nach wenigen Monaten zu vergasen und ihnen Haut und Haare abzuziehen. Dies ist jedoch jährlich für über 55 Millionen Nerze weltweit Alltag.“

Nach jahrelangen Protesten von PETA und lokalen Tierschützern wurde in dieser Woche bekannt, dass die von Alfons Grosser illegal betriebene Nerzfarm in Bielefeld-Vilsendorf im Februar geschlossen wird, weil selbst minimalste gesetzliche Tierhaltungsvorgaben nicht eingehalten werden. Nerzzüchter Heinz Stücker in Gütersloh weigerte sich ebenfalls, für jeden Nerz die vorgeschriebene Mindestgröße von einem Quadratmeter Grundfläche zu gewähren. Nach einem Vergleich mit dem Kreis Steinfurt musste der Betreiber jedoch keine Ordnungswidrigkeitsstrafe zahlen. Mit Duldung des Veterinäramtes darf Stücker nun noch bis Ende 2013 weiterhin Nerze züchten.

Der Bundesrat hat sich im vergangenen Juli für ein grundsätzliches Haltungsverbot von Tieren auf Pelzfarmen ausgesprochen. Dabei argumentierte der Agrarausschuss des Bundesrats: „Es besteht kein vernünftiger Grund, Pelztiere zur Pelzgewinnung zu halten und zu töten.“

Tierquälerei auf Nerzfarmen / © PETA | Das Bild ist auf Anfrage auch in druckfähiger Qualität erhältlich.

Weitere Informationen:
PETA.de/IllegalePelzfarmen
Pelzfarm.info

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de