Spenden
 »  »  »  » Hunderte Vorschläge: PETA kürt „Jagdtrophäe“ zum „Unwort des Jahres“ 2015

„Jagdtrophäe“ ist das tierfeindlichste Wort des Jahres 2015

Es ist kein „Triumph“, wehrlose Tiere zu erschießen

Stand Januar 2016
Wie schon in den vergangenen Jahren suchten wir mit Ihrer Hilfe das tierfeindlichste Wort des Jahres. Nachdem vorab Hunderte Vorschläge über den Veganblog und die Facebook-Seite von PETA Deutschland e.V. eingereicht werden konnten, bestimmte eine interne Jury aus zahlreichen Einreichungen „Jagdtrophäe“ als PETAs Unwort des Jahres 2015.
 
Trophäenjäger“ verbringen ihre Freizeit damit, wehrlose Tiere zu verletzen und zu töten, um sich anschließend in Jägerkreisen mit den leblosen Körpern ihrer Opfer zu rühmen. Insbesondere auf Jagdfarmen dienen die Tiere den Hobbyjägern als lebendige Zielscheibe. Nach dem Trophäenfoto werden die Tierleichen meist verstümmelt: Die Jäger trennen den Tieren die Köpfe ab oder ziehen ihnen das Fell ab, sodass sie ihre Opfer als „Jagdtrophäe“ mit nach Hause nehmen können. Ein wehrloses Tier aus dem Hinterhalt zu erschießen oder seinen Körper mit Stahlpfeilen zu durchbohren, ist kein Triumph, sondern ein moralisches Armutszeugnis.
 
Deutsche Hobbyjäger töten jedes Jahr ganz legal unzählige Tiere im Ausland. © Michael Fitz / Dollar Photo Club
Erst im Juli 2015 sorgte der Abschuss des Löwen Cecil durch einen Trophäenjäger für internationales Aufsehen. Das Tier wurde von einem riesigen Stahlpfeil durchbohrt und litt 40 Stunden lang schreckliche Qualen. Seine Leiche wurde verstümmelt, sein Kopf abgetrennt und sein Fell abgezogen. PETA setzt sich sowohl aus ethischen als auch aus Artenschutzgründen für ein Verbot der Trophäenjagd ein und fordert ein generelles Importverbot für Jagdtrophäen nach Deutschland. An einer Unterschriftenaktion der Tierrechtsorganisation haben sich bereits über 35.000 Menschen beteiligt, die die Bundesregierung auffordern, ein Importverbot für Jagdtrophäen zu erlassen. Trophäenjäger dezimieren die Tierwelt in erheblichem Maße. Aus einer wissenschaftlichen Studie über die Jagd auf Löwen in Tansania geht hervor, dass die legale Trophäenjagd – und nicht etwa Wilderei oder der Verlust von Lebensräumen – der Hauptfaktor für den deutlichen Rückgang der Wildtiere ist. [1]

Die anderen Kandidaten des Jahres 2015


Sanfte Dressur
Immer wieder gelingt es PETA, Aufnahmen von den üblicherweise von Gewalt geprägten Trainingsmethoden zu machen. Die ständigen Begleiter von Wildtiertrainern im Zirkus sind nicht etwa Rucksäcke voller Belohnungshappen, sondern Elefantenhaken, Peitschen, Knüppel und Elektroschocker.
 
Nebenprodukt
Leder ist kein einfaches "Nebenprodukt" der Schlachthäuser, sondern deren zweitwichtigstes Co-Produkt. Der wirtschaftliche Umsatz der Schlachthöfe wird maßgeblich durch den Verkauf von Tierhäuten an die Lederindustrie mitfinanziert, die weltweit jährlich schätzungsweise 80 Milliarden Dollar mit dem Handel von Häuten, Taschen und Schuhen umsetzt.
 
Schlachtfest
Bei diesem Wort stellt sich jeder mitfühlende Mensch die Frage, wie man nur den gewaltvollen Tod eines mitfühlenden Tieres feiern kann. Dies gleicht eher einem makabren Leichenschmaus denn einem kulinarischen Erlebnis – vor allem, da es in der heutigen Zeit so viele leckere tierleidfreie Produkte gibt.
 
Tierwohl
Sie sprießen aus dem Boden wie Pilze: sogenannte Tierschutzlabels. Auch die „Initiative Tierwohl“ soll dem Konsumenten ein gutes Gewissen geben, wenn er ein abgepacktes Stück eines toten Tieres in seinen Einkaufswagen legt. Es gibt kein artgerecht produziertes Fleisch, keine Milch von glücklichen Kühen und keine Eier vom zufrieden gackernden Huhn auf dem Misthaufen.
 
Fleischversorgungszentrum (FVZ)
Was im Volksmund noch immer zutreffender „Schlachthof“ heißt, wird neuerdings als Fleischversorgungszentrum bezeichnet. Der Begriff betont den mechanischen Aspekt und verschleiert das Leid der Tiere. Auch in den „Versorgungszentren“ werden Tiere unter großer Angst betäubt und getötet. Laut Bundesregierung sind je nach Betäubungsart 3,3 bis 12,5 Prozent der Schweine und vier bis über neun Prozent der Rinder nicht ausreichend betäubt, wenn ihnen – an einem Bein hängend – kopfüber die Kehle durchtrennt wird. In absoluten Zahlen bedeutet dies jährlich weit über 300.000 Rinder und bis zu 7,5 Millionen Schweine – die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher.
 
Versuchskaninchen
Dieses Wort impliziert – ohne zu hinterfragen –, dass Kaninchen schlicht und einfach für Versuche zur Verfügung stehen. Mit dieser Bezeichnung nimmt man diesen sehr sozialen und schmerzempfindlichen Tieren jegliches Recht auf ein friedliches Leben.
 
Organfarm
Das menschliche Ersatzorgan wird dabei in einem genetisch manipulierten Tier gezüchtet. Tiere werden als Ersatzteillager für menschliche Organe missbraucht, das Wort Farm suggeriert, dass die Organe quasi „auf den Bäumen wachsen“, und verschleiert, dass auf den „Farmen“ Tiere leiden und sterben müssen.
 
Frostfutter
Hinter dem Begriff verbirgt sich der Handel mit unzähligen Mäusen, Ratten und anderen Nagern, die eingefroren und beutelweise an Reptilienhalter verkauft werden. Recherchen haben belegt, dass viele der Tiere durch Schläge und Gewalt zu Tode kommen – von den beengten und qualvollen Haltungsbedingungen in Massenzuchten ganz abgesehen. So kosten 50 Mäusebabys im Versandhandel ca. 15 Euro.
 
Zuchtmaterial
Egal, ob in der sogenannten Nutztierhaltung oder bei Hund, Katze, Maus oder Meerschweinchen bei Züchtern bzw. in Zooläden: Das Individuum und seine Interessen sind in der Zucht völlig belanglos. Die Tiere werden nur anhand ihrer genetischen Merkmale und ihrer Anpassung an willkürlich festgelegte Standards gemessen und bewertet. Der einzigartige Charakter jedes einzelnen Tieres wird dabei genauso außer Acht gelassen wie das komplexe Gefühlsleben unserer tierischen Mitbewohner.
 

Was Sie tun können

Sprache ist weltbildbildend: Wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht. Doch Taten sind noch wichtiger: Tragen Sie in Ihrem Alltag dazu bei, dass Tiere nicht für unsere Ernährung, Bekleidung oder Unterhaltung, für Tierversuche oder in der Heimtierindustrie ausgebeutet, gequält und getötet werden. PETAs Veganstart-Programm begleitet Sie in ein tierfreundlicheres Leben.



[1] Packer C., Brink H., Kissui B.M., Maliti H., Kushnir H. & Caro T. (2011): Effects of Trophy Hunting on Lion and Leopard Populations in Tanzania. Conservation Biology. Volume 25, Issue 1, p. 142–153.