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"Nutztier": PETAs Unwort des Jahres 2010

Online-Abstimmung ermittelte das tierfeindlichste Wort des Jahres

Stand Januar 2011
Wie in den vergangenen Jahren suchten wir mit Ihrer Hilfe das tierfeindlichste Wort 2010. Denn der Grundsatz, dass Tiere weder zu Bekleidungs-, Ernährungs-, Unterhaltungs- oder Versuchszwecken noch in irgendeiner anderen Art ausgebeutet werden dürfen macht auch vor dem sprachlichen Gebrauch nicht halt. Wie oft verwendet man – oftmals sogar unbewusst – einen Ausspruch und entwertet dadurch vollkommen ungerechtfertigt Tiere…

Trauriger Sieger dieser Abstimmung: "Nutztier"

 

Wie lange ist die "Lebensstopfzeit" dieses Tieres?

Die "Kandidaten"

Hier alle Infos zu den Kandidaten der Wahl 2010:

1. Lebensstopfzeit
Ist die Bezeichnung für das Martyrium von Gänsen oder Enten für Stopfleber, das etwa fünf bis sechs Monate dauert. Mehrmals täglich wird den Tieren ein ca. 50cm langes Metallrohr in den Hals gesteckt, das oft schwere Verletzungen der Speiseröhre verursacht. Sie bekommen etwa 1,2 kg Futterbrei pro Tag (die normale Futtermenge liegt bei ca. 250g), weshalb ihre Leber verfettet und auf das Sechs- bis Zehnfache vergrößert. Dies führt zu Atemnot, Herz-Kreislaufbeschwerden, massiven Stoffwechselstörungen und einer Zerstörung der Leberfunktionen. Nachdem das Tier getötet wurde, verkauft man die Leber als „Delikatesse“.

2. Trauma Trainings
An und für sich sind Trauma Trainings von Militär aus Tierrechtssicht nicht schlimm, wenn aber bei diesen geplanten Übungen der US-Armee in Deutschland, Soldaten und Sanitäter an lebenden Schweinen mit simulierten Kriegsverletzungen Erste Hilfe erlernen sollten, dann läuft etwas sehr schief. Diese archaischen und grausamen Tierversuche konnten durch PETA Deutschland und das Engagement unserer vielen Unterstützer mehrfach verhindert werden – dennoch ein Kandidat für unser Unwort 2010!

3. Nutztier
Die Wenigsten hinterfragen dieses Wort, denn es zeigt wie zwiespältig unser Umgang mit Tieren ist: „Haustiere“ werden geknuddelt und verwöhnt – „Nutztiere“ leiden und sterben. Dabei ist die Unterscheidung willkürlich und von Kultur zu Kultur unterschiedlich. Leider dient diese Bezeichnung bis zum heutigen Tag auch für die Rechtfertigung der Ausbeutung der „Nutztiere“.

4. Rassestandards
Den Begriff kennt sicherlich jeder, doch haben Sie schon einmal genauer darüber nachgedacht? „Rassestandards“ – nichts anderes, als die willkürliche Auswahl einiger äußerer Merkmale, die Züchter bei Hunden, Katzen und anderen sogenannten Heimtieren erschaffen haben. Sind diese bei dem jeweiligen Tier nicht deutlich sichtbar, kommt es durchaus vor, dass die „nutzlosen“ (da nicht gewinnbringenden) Tiere entsorgt werden. Zudem leiden viele Tiere eben durch diese sinnlosen „Standards“ an schweren gesundheitlichen Problemen.

5. Kuhverlust bzw. Kälberverlust
Der frühzeitige Tod von 8-15%, das sind bis zu 615.000 Tiere, scheinen aus ökonomischer Sicht wohl noch keinen „Milchbauern“ bedenklich zu stimmen und wird als „Schwächen“ eines Milchtierbetriebes dargestellt. Dass dahinter aber der Leidensweg und frühzeitige Tod eines Individuums stand, verheimlicht dieser Begriff und entwertet das Tier auf eine statistische Größe - bis zu 615.000 mal pro Jahr.

 

Sieht so „Frostfutter“ aus?
6. Frostfutter
Wir würden bei Frostfutter eher an Spinat und Erbsen aus dem Tiefkühlfach denken. Aber nein, hinter dem Begriff verbirgt sich der grausame Handel mit unzähligen Mäusen, Ratten und anderen Nagern, die eingefroren und beutelweise an Reptilienhalter verkauft werden. Recherchen haben belegt, dass viele der Tiere auf tierquälerische Weise zu Tode kommen – von den grausamen Haltungsbedingungen in Massenzuchten ganz abgesehen. So kosten im Versandhandel 50 Mäusebabys ca. 15 Euro.

7. Mastpute
Hier impliziert die Bezeichnung, dass diese sozialen Tiere ausschließlich dafür da sind, gemästet und dann vom Menschen verspeist zu werden. Dabei sind Puten bzw. Truthähne (http://www.peta.de/web/truthahn.4011.html) tolle Tiere mit Persönlichkeit und Charakter. Sie verdienen es mit Respekt behandelt und am Leben gelassen zu werden.

8. Tierschutzministerin Grotelüschen
Landwirtschaftsministerin und daher oberste Tierschützerin Niedersachsens zugleich aber mitverantwortlich für Deutschlands zweitgrößte Putenbrüterei – wie kann dies nur zusammenpassen? Gar nicht, wie unsere Recherchen ergaben und unter anderem zum Rücktritt führten. Dennoch ein Kandidat für unser Unwort des Jahres, da dieser Widerspruch unüberbrückbar ist.

9. „Bio“ (-Fleisch, -Eier, -Milch)
Schaut man genauer hinter die Bezeichnung "bio", sieht man, dass es eigentlich eine riesige Verbrauchertäuschung ist. Dem Konsumenten wird das schlechte Gewissen bezüglich des entstehenden Tierleids genommen, dabei leben die Tiere gerade mal etwas länger auf etwas mehr Platz und bekommen anderes Futter. Doch zu Tode gestreichelt werden auch sie nicht! Mehr zum Thema "Bio" in unserem Faktenblatt.

10. Naturpelz
Die „grüne Welle“ macht auch vor der Bekleidung nicht halt, so wird neuerdings der ökologisch korrekte Pelz beworben. Die Annahme, dass Pelz als „Naturprodukt“ umweltfreundlicher sei, ist nicht nur verharmlosend, sondern schlichtweg falsch. Denn Pelz wird so mit Chemikalien beladen, um sich nicht im Kleiderschrank des Käufers zu zersetzen, dass die Produktion die Umwelt und unsere Gewässer stark verschmutzt. Und nicht zu vergessen: Pelz verursacht unsagbares Leid für Millionen von Tieren jeden Tag.